Vereinbarkeit auch nach 20 Jahren als oberstes Ziel der Kinderbetreuung Grabs-Gams-Sennwald

Der Verein Kinderbetreuung Grabs-Gams-Sennwald feierte am Mittwoch sein 20-Jahr-Jubiläum.

Corinne Hanselmann
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Jeanette Mösli, Präsidentin Kinderbetreuung GGS.

Jeanette Mösli, Präsidentin Kinderbetreuung GGS.

Vereins- und Behördenmitglieder, Vertreter von Sozialämtern und aus der Wirtschaft sowie sonstige aktuelle und ehemalige Wegbegleiter der Kinderbetreuung Grabs-Gams-Sennwald (GGS) trafen sich am Mittwoch in der Alten Mühle Gams. Mit einem Jubiläumsapéro feierten sie das 20-jährige Bestehen. Zu Gast waren auch Gründungsmitglied Verena Aerne, die noch heute als Beraterin/Expertin in pädagogischen Fragen mitwirkt, sowie Regula Geering, die nach der Gründung am 20. November 1999 die erste Präsidentin des Vereins war.

Ebenfalls am Mittwoch wurde das 30-jährige Bestehen der UN-Kinderrechtskonvention gefeiert. «Dass die Gründungsmitglieder vor 20 Jahren dieses Datum für die Gründung ausgewählt haben, zeigt, wie stark ihnen das Wohl der Kinder am Herzen lag», so Jeanette Mösli, Präsidentin des Vereins Kinderbetreuung GGS. Schon zu Beginn seien Kinder aus Familien zur Betreuung gekommen, die sozial in einer schwierigen Situation gewesen sind und die Unterstützung brauchten. Die Gründungsmitglieder hatten eine tiefe Überzeugung, dass diesen Familien geholfen werden muss, so Mösli.

Geschäftsleiterin Rita Zäch überreichte Elisabeth Moebes, Vorstandsmitglied Maisha Mema Foundation Tanzania, eine Spende von 3000 Franken. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Geschäftsleiterin Rita Zäch überreichte Elisabeth Moebes, Vorstandsmitglied Maisha Mema Foundation Tanzania, eine Spende von 3000 Franken. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Ursprünglich fünf Plätze – heute werden 280 Kinder betreut

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei ein uraltes Thema und das oberste Ziel der Kinderbetreuung GGS. «Der Verein legte von Anfang an Wert darauf, dass sich das Betreuungsangebot nach dem Bedarf der Eltern richtet und dass die Betreuungsqualität gut ist für die Kinder», betonte die Präsidentin.

«Wir sind stolz, dass aus dem ursprünglichen Betreuungsangebot mit fünf Plätzen in Grabs bis heute eine Kinderbetreuung mit sieben Standorten in den Gemeinden Grabs, Gams und Sennwald entstanden ist.»

Heute gebe es insgesamt 36 Ganztagesplätze für Kinder im Vorschulalter, 56 Ganztagesplätze für Schulkinder und etwa 90 Plätze über den Mittag. Gesamthaft betreut die Kinderbetreuung GGS mindestens 280 Kinder. «Natürlich hat das der Verein nicht alles alleine geschafft. Wir sind immer wieder wesentlich von verschiedenen Seiten unterstützt worden», sagte Jeanette Mösli, die während der Feier in einem kurzen Rückblick auf einige Meilensteine in der 20-jährigen Geschichte verwies.

Als Meilenstein betitelte sie die kantonale Bewilligung, die ganz zu Beginn nötig gewesen war. Vorübergehend sei die Anzahl der zu betreuenden Kinder von 17 auf nur noch drei gesunken. Der Vorstand habe daran zu beissen gehabt und sich gefragt: Braucht es unser Angebot oder sollen wir aufhören? «Ich kann mich noch sehr gut an eine Sitzung erinnern, als der frühere Grabser Gemeindepräsident Rudolf Lippuner gesagt hat: ‹Macht weiter. Es geht nicht mehr lange, wird die Wirtschaft Betreuungsplätze fordern.›» Damit sollte er Recht behalten.

«Wir sind heute noch froh, hat die Gemeinde Grabs damals den Zeitgeist erkannt.»

Bald sei aber klar geworden, dass die Kinderbetreuung im Vorschulalter eine «halbe Sache» sei. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf brauche es auch eine Betreuung für Schulkinder. Da auch Gams familienergänzende Betreuung anbieten wollte, hat sich der vorerst nur in Grabs tätige Verein mit Gams zusammengetan. Später stiess auch noch Sennwald dazu. Vor mehr als zehn Jahren haben sich zudem die verschiedenen Trägerschaften der Kinderbetreuung in der Region zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Fortan konnte man gemeinsam gegenüber der öffentlichen Hand und der Wirtschaft auftreten und einige Leistungsvereinbarungen mit grossen Firmen abschliessen.

«Wir sind stolz darauf, dass das Werdenberg nach der Region St. Gallen den höchsten Versorgungsgrad in der Kinderbetreuung hat. Ich denke, wir haben heute ein Angebot, das den Ansprüchen gerecht wird», so Jeanette Mösli. Sie bedankte sich bei allen Unterstützern, ohne die das gesamtheitliche Angebot und die einkommensabhängigen Tarife nicht möglich wären.

Die Spielgruppe war das höchste der Gefühle

Zu Gast war auch Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher. Sie würdigte die langjährige Arbeit der Kinderbetreuung GGS und nannte die Gründung des Vereins vor 20 Jahren eine «Pioniertat». Der Zweck, die Schaffung von familienergänzenden Betreuungsangeboten, hätte man damals eher in städtischem Gebiet und nicht hier auf dem Land erwartet. Sie selber sei damals Mutter von zwei kleinen Mädchen gewesen und habe definitiv in der falschen Region gelebt. Solche Betreuungsmöglichkeiten habe sie in Abtwil nicht gehabt. Die 1,5 Stunden Spielgruppe pro Woche für die Vierjährige seien das höchste der Gefühle gewesen. «Dieser damalige Spirit der Gründer, die Energie und die Zuversicht, dass man etwas bewegen kann, das beeindruckt mich sehr.» Die Verantwortlichen leisten mit ihrer Arbeit einen ganz wertvollen Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ist Vincenz-Stauffacher überzeugt.

Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher würdigte die Arbeit der Kinderbetreuung GGS.

Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher würdigte die Arbeit der Kinderbetreuung GGS.

3000 Franken für die Maisha Mema Foundation

Aus der Dankbarkeit heraus, dass die Kinderbetreuung GGS immer wieder unterstützt worden ist, entstand der Wunsch, etwas weiterzugeben. Unter anderem mit einem Stand am Sommernachtsfest erwirtschaftete der Verein in den vergangenen Monaten Geld. Die Mitarbeitenden standen dafür ehrenamtlich im Einsatz. Den Betrag von 3 000 Franken überreichte Geschäftsleiterin Rita Zäch am Mittwoch an Elisabeth Moebes. Sie ist Vorstandsmitglied der Maisha Mema Foundation Tanzania, dem von der Grabserbergerin Bettina Kuria-Isler initiierten Hilfsprojekt.

Das Musikensemble Naturchind Chrüzberg umrahmte den Anlass musikalisch.

Das Musikensemble Naturchind Chrüzberg umrahmte den Anlass musikalisch.

Das Musikensemble Naturchind Chrüzberg umrahmte den Anlass musikalisch. Am Mittwochabend kamen dann auch die Mitarbeitenden der Kinderbetreuung GGS zum Zug. Bei einem Nachtessen feierten auch sie das 20-jährige Bestehen. Magische Momente erlebten sie mit Zauberkünstler Daniel Meier alias Danini. Er trat kostenlos auf und spendete einen Betrag an die Kinderhilfsorganisation Terres des hommes.