Valentin Vincenz las in Buchs aus deinem Buch über Verdingkinder auf Zeit

Der Autor des Buches «Der Fluch der Gletschermühle», Valentin Vincenz, erzählte und las kürzlich in der Buchser Buchhandlung GMG aus seinem neuesten Buch.

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Der Autor Valentin Vincenz erzählte in Buchs aus seinem Buch.

Der Autor Valentin Vincenz erzählte in Buchs aus seinem Buch.

Bild: PD

(pd) Das Buch beschreibt die guten und schlechten Erlebnisse vieler Bündner Bergkinder, die bis in die Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts während der sechs Monate schulfreien Zeit in der Fremde bei Bauernfamilien im Unterland und auf Alpen teilweise schwerste Kinderarbeit leisteten.

Es sei ein Stück Schweizer Sozialgeschichte, das, im Gegensatz zu den eigentlichen Verdingkindern und Schwabengängern, bisher nie aufgearbeitet worden ist, sagt Valentin Vincenz. Der Grossteil der Kinder in den Grossfamilien wurden für die Arbeit zu Hause nicht gebraucht, und die Eltern waren froh, wenn in den Sommermonaten einige hungrige Mäuler weniger am Tische waren. Zudem brachten die Kinder im Herbst willkommenes Geld nach Hause.

Viele der von Heimweh geplagten Schülerinnen und Schüler waren bei den Meistersleuten gut aufgehoben, andere wurden schamlos ausgenützt, und etliche erlebten sogar Gewalt und Missbrauch.

Aus dem Dorf in die weite Welt

Im Buch wird das Leben von Gian beschrieben. Der Autor las in der Buchser Buchhandlung einige Abschnitte aus seinem Roman und nahm so die Zuhörerinnen und Zuhörer ein Stück weit mit auf dem Lebensweg des Protagonisten des Romans. Die Reise beginnt im Schulalltag in dem von der Katholischen Kirche beherrschten Dorf. Im Sommer geht Gian auf die abgelegene Alp Moira, wo er und sein Cousin Curdin auf der Weide am Rande der gefährlichen Gletschermühle den Launen und der Gewalt des abartigen und bösen Kuhhirten Clò ausgeliefert sind. Gian hat Glück und kann nach der Schulzeit dank fremder Hilfe aus der Enge des Dorfes ausbrechen und in Paris ein glückliches, neues Leben aufbauen. Noch in jungen Jahren erkrankt, kehrt er ins Dorf zurück, wo ihn der Fluch der Gletschermühle wieder einholt.

Der bekannte Autor und Pädagoge Max Feigenwinter bezeichnet den Roman «Der Fluch der Gletschermühle» als «berührend, erschütternd, faszinierend». Das Buch ist im Buchhandel erhältlich.

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