Verbrechen
Kriminelle Machenschaften im Coronajahr: Mehr Betrüge, weniger Einbrüche

Der Kanton St. Gallen hat die Kriminalstatistik 2020 veröffentlicht. Die Region zählt mehr Drogendelikte.

Armando Bianco
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Die vermehrte Anwesenheit von Menschen im Coronjahr sorgte für einen Rückgang bei Einbruchdiebstählen.

Die vermehrte Anwesenheit von Menschen im Coronjahr sorgte für einen Rückgang bei Einbruchdiebstählen.

Symbolbild

Die Zahlen der gestern veröffentlichten Kriminalstatistik zeigen im Kanton St. Gallen einen Anstieg der Straftaten gegen das Strafgesetzbuch um rund drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Markant ist vor allem der Anstieg bei den Betrugsfällen. Dazu gehören vor allem Cyber- bzw. Internetdelikte, erstmals aber auch Betrügereien in Zusammenhang mit Covid-19.

Menschen sind daheim: Mehr Gewalt, weniger Einbrüche

In der Polizeiregion Sarganserland-Werdenberg sind die Straftaten im Jahr 2020 mit Minus ein Prozent praktisch unverändert geblieben im Vergleich zum Vorjahr. Hingegen war der Trend in den letzten sechs Jahren deutlich rückläufig: Im Jahr 2014 wurden noch 3093 Straftaten gezählt, letztes Jahr waren es 2305. Die Stadt Buchs gehört zu den Orten im Kanton St. Gallen mit einer hochen Häufigkeitszahl pro 1000 Einwohnende. Generell haben Städte auffälligere Zahlen, Spitzenreiter im Kanton St. Gallen sind allerdings die Gemeinden Rorschach und Au.

Mit der Coronapandemie und der vermehrten Anwesenheit von Menschen in ihrem Zuhause dürfte der Rückgang von Einbruchdiebstählen um 28 Prozent zu erklären sein, heisst es in einer Medienmitteilung. Andererseits dürfte sich der vermehrte Aufenthalt in den eigenen vier Wänden und die dadurch entstandene Nähe zu Mitmenschen wiederum auf die Zunahme von Straftaten bei häuslicher Gewalt (19 Prozent) ausgewirkt haben.

Doppelt so viele schwere Körperverletzungen

Die schweren Gewaltdelikte (Tötungsdelikte, schwerer Raub und Vergewaltigungen, schwere Körperverletzungen) haben um insgesamt zwölf Prozent zugenommen. Die schweren Körperverletzungen haben sich im Vergleich zum vergangenen Jahr sogar beinahe verdoppelt, wohingegen Tötungsdelikte und Vergewaltigungen abgenommen haben.

Beschuldigte Personen im Alter von 15 bis 19 Jahren sowie von 25 bis 39 Jahren sind laut der aktuellen Kriminalstatistik im vergangenen Jahr als die aktivsten Altersgruppen in Erscheinung getreten. Die männlichen Personen machen dabei die Mehrheit aus, zeigen die jüngsten Zahlen.

Um etwas mehr als 20 Prozent gestiegen sind die Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz in der Polizeiregion Werdenberg-Sarganserland, um 24 Prozent höher liegt die Zahl der Straftaten gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz.