Diskussion über den Kampf gegen Klimawandel in Buchs- Meinungen der Jugendlichen schwanken zwischen Verboten und Selbstverantwortung

Der Jugendrat You Speak organisierte eine Podiumsdiskussion zum Klimawandel mit Vertretern der Jungparteien.

Hanspeter Thurnherr
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Die Podiumsteilnehmer: Alexander Haatzisaak, Juso; Rebekka Schmid, Junge Grüne; Benjamin Auer, Junge Grünliberale; Luca Frei, JCVP; Moderator Amadeo Noser; Thomas Percy, JFDP; Moderatorin Amra Muratti, Mario Schlegel, JSVP, Nabil Abu Antoum und Sokol Shemsedini, beide Jugendrat You speak (von links).

Die Podiumsteilnehmer: Alexander Haatzisaak, Juso; Rebekka Schmid, Junge Grüne; Benjamin Auer, Junge Grünliberale; Luca Frei, JCVP; Moderator Amadeo Noser; Thomas Percy, JFDP; Moderatorin Amra Muratti, Mario Schlegel, JSVP, Nabil Abu Antoum und Sokol Shemsedini, beide Jugendrat You speak (von links).

Bild: Hanspeter Thurnherr

Zum Einstieg in die Veranstaltung informierte Lehrer Hanspeter Schlegel im Fabriggli, wie der Treibhauseffekt funktioniert, dass die CO2-Konzentration sowie die Temperatur seit 1880 signifikant anstiegen. Der Grund ist die Nutzung fossiler Energie. Erstaunlich einig waren sich danach alle auf dem Podium, dass der menschengemachte Klimawandel das grösste Problem ist.

«Niemand darf wegschauen»

Stimmen zur Klimadiskussion:
Aline Lorenz (24), Grabs: «Ich habe mir noch nie bewusst Zeit genommen, um über das Thema vertieft nachzudenken. Aber ich habe schon meinen Konsum angepasst. Interessant war, wie jeder ein bisschen anders denkt. Aber die Lösungsvorschläge waren oft geprägt, was jedem persönlich wichtig ist.»
Giulia Ambach (19), Meggen: «Es war eine abwechslungsreiche, interaktive Diskussion, auch wenn die Jungpolitiker in einigen Punkten übereinstimmen. Die offene Diskussion mit dem Publikum zeigte, wie die Meinungen differenzieren und wie komplex die Sachverhalte sind. Die grosse Frage ist, wie wir diese als Gesellschaft lösen wollen.
Syart Gashi (18), Buchs: «Es war eine spannende Diskussion mit vielen verschiedenen Meinungen. Das Thema betrifft ja auch alle. Aber alle müssen mitarbeiten, dass sich etwas in die richtige Richtung bewegt. Niemand darf wegschauen.» (ht)

Einzig ein Herr im Publikum vertrat die Ansicht, dass der Klimawandel natürlich sei und nicht vom Menschen verursacht. Der Grünliberale Benjamin Auer sieht Lenkungsabgaben und effiziente CO2-Bepreisung als wichtigste Mittel, um den Klimawandel zu bremsen. Alexander Hatzisaak (Juso) verwies auf den «Marshallplan gegen den Klimawandel» der SP. Er sieht staatliche Lenkungsmassnahmen und Anreize und nicht die freie Marktwirtschaft als Lösungsansätze. Rebekka Schmid (Junge Grüne) fordert wie ihre Mutterpartei mit der Gletscherinitiative eine Reduktion der CO2-Emmissionen bis 2050 auf null. «Und wir müssen jene zur Verantwortung ziehen, die daran schuld sind: die Grosskonzerne.»

Ökologisch effektiv und ökonomisch tragbar

Für Luca Frei (Junge CVP) sind Innovation, Lenkungsabgaben und Anreize sowie das CO2-Gesetz die geeigneten Mittel. Für Thomas Perry (Junge FDP) müssen die Massnahmen «ökologisch effektiv und ökonomisch tragbar» sein. Jeder Einzelne, der Staat und die Wirtschaft mit Innovationen müssten dazu beitragen. Mario Schlegel (Junge SVP) sagte: «Die SVP nimmt den Klimawandel ernst und setzt dabei auf Innovation, auf mündige Bürger und deren Selbstverantwortung. Wir sind aber gegen immer mehr Abgaben.» Sokol Shemsedini (Jugendrat) möchte bei der Industrie anfangen, aber auch die Konsumenten in die Pflicht nehmen.

Für Nabil Abu Antoum (Jugendrat) ist der Klimawandel eine Tatsache und kein Mythos. «Wir müssen alle Möglichkeiten anwenden, um ihn zu stoppen.» In der Folge wurden die Unterschiede vor allem am Beispiel der Mobilität – Stichworte: Elektroauto und Wasserstofftechnologie – verdeutlicht. Auch das Publikum schaltete sich in die Diskussion ein mit Fragen, Aussagen und Widerspruch. So kamen weitere Themen wie etwa die finanziellen Investitionen der Schweizer Banken in bedenkliche Firmen, Flugscham, Recycling, Plastikverbrauch, Migration, der Mensch als Gewohnheitstier, Verzicht zur Sprache. «Gewisse Verbote braucht es, denn die Menschen sind zu bequem», lautete ein Votum.

«Wir haben ein Recht auf diesen Wohlstand»

Oder ein anderes: «Wir verzichten schon auf viele Sachen erzwungenermassen. Wenn beispielsweise bei Neubauten noch immer unnötig viele Parkplätze erstellt werden, nimmt man uns besten Boden oder schöne Natur weg.» Abu Antoum meinte: «Wir werden erst verzichten, wenn wir den Klimawandel selber hautnah erleben.» Mario Schlegel sagte: «Wir dürfen mit übertriebenen Klimamassnahmen unseren Wohlstand nicht an die Wand fahren. Denn wir haben ein Recht auf diesen Wohlstand.» Rebekka Schmid konterte. «Genau darum müssen wir die Investitionen klimafreundlich umlenken – nur so können wir den Wohlstand halten.»