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«Verbot ist notwendiges Übel»

Das Verbot für Fahrzeuge und Fussgänger auf dem Steinbruch-Areal war nicht im Sinne der Ortsgemeinde Sevelen. Sie sieht aber keine andere Möglichkeit.
Alexandra Gächter
Beim Steinbruch Campiun haben sich im vergangenen Herbst Steine gelöst. (Bild: Heini Schwendener (22. Oktober 2016))

Beim Steinbruch Campiun haben sich im vergangenen Herbst Steine gelöst. (Bild: Heini Schwendener (22. Oktober 2016))

Schade für Personen, die im Steinbruch Campiun einen Spaziergang machen möchten. Das dürfen sie nun nicht mehr. Schade finden dies auch Toni Angehrn, Vorstandsmitglied des Einwohnervereins Rans-Oberräfis (Evro), und Peter Engler, Präsident des Verwaltungsrates der Ortsgemeinde Sevelen. Für einmal sind sie sich einig. Ebenfalls einig sind sie sich über die Ausgangssituation. Der Aufenthalt im Steinbruch war für Personen, die sich in der Nähe der steilen Steinwände aufhielten, nicht mehr sicher. Den Stein ins Rollen brachte im wahrsten Sinne des Wortes der Steinbruch selber. «Steine lösten sich vergangenen Herbst. Der grösste war einen Kubikmeter gross», so Angehrn.

«Wir wollten das Verbot nicht»

Der Evro forderte die Besitzerin des Areals, die Ortsgemeinde Sevelen auf, die Sicherheit herzustellen. «Die Idee war jedoch, dass mit der Aufstellung eines Zaunes mit entsprechendem Abstand zu den Steinwänden der Aufenthalt im Steinbruch sicher gestaltet werden kann», so Angehrn. Die Ortsgemeinde Sevelen reagierte mit einem allgemeinen Fahrverbot und einem Verbot für Fussgänger (siehe Titelseite). «Ich möchte Unfälle mit Verletzten nicht verantworten müssen. Das Verbot ist ein notwendiges Übel, wir wollten es nicht. Es gibt jedoch keine andere, akzeptable Lösung», so Engler. Bereits sind bei der Ortsgemeinde Schreiben von Personen eingegangen, welche um eine Ausnahmebewilligung beten. Erteilt werden sie aber grundsätzlich nur für die Feuerwehr, den Zivilschutz und das Militär, so Engler.

Zur ursprünglichen Idee des Evro, nämlich die Felswand zu sichern, sagt Engler: «Wir dürfen am Steinbruch nichts verändern. Abgesehen davon ist es mit erheblichen Kosten verbunden und nicht sicher, ob es die Situation verbessern würde.» Als weitere Alternative habe der Verwaltungsrat der Ortsgemeinde abgewägt, die gefährliche Stelle einzuzäunen. «Aber das ist für uns keine befriedigende Lösung», so Engler weiter. Personen könnten über den Zaun klettern. Würde dann ein Unfall passieren, wäre die Haftungsfrage nicht eindeutig geklärt. Engler glaubt zudem, dass die Jäger keine Freude am Zaun hätten, welcher Wildtiere behindern könnte.

Verbotstafeln stehen bereits

Für den Evro besteht kein Zweifel, dass unter anderem durch die Nichteinhaltung der Vorschriften der Baubewilligung und des Abbauplanes die prekäre Lage im Steinbruch entstanden ist. «Die Vorschriften sagen nämlich, dass die Steinwände nach Beendigung des Gesteinsabbaues nicht senkrecht, sondern im Mittel eine Neigung von 5:1 aufweisen müssen und der Fuss der Abbauwände möglichst hoch anzuschütten sei. Im Weiteren ist die Endgestaltung des Steinbruches nach bald 20 Jahren immer noch nicht erfolgt», so Angehrn. Engler sagte dazu, dass sie Mitte der 90er-Jahre mit dem Abbau aufhörten. Von Menschenhand sei an der Wand seit da nichts verändert worden. Die Felswand habe sich aber verändert, weil durch die Witterung immer wieder Wasser in die Ritzen geflossen sei. Dadurch hätten sich Steine gelöst.

Das Aufstellen der Verbotstafeln kostete ein paar wenige tausend Franken. Wie die Tafeln auszusehen haben und wo diese hingestellt werden mussten, entschied die Kantonspolizei St. Gallen. Das Verbot wurden vom Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland bereits bewilligt, die Einsprachefrist gegen das Verbot läuft noch bis Mitte August. Von diesem Recht wird der Evro sehr wahrscheinlich Gebrauch machen.

«Der Steinbruch gehört der Ortsgemeinde. Selbstverständlich können sie hier ein Verbot machen. Aber sie soll es richtig machen», so Angehrn. Mit zwei Tafeln sei es nicht getan. Von gewissen Zugangsstellen sähe man die Tafeln nämlich nicht.

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