Kommentar

Veranstaltungen in der Coronazeit: Vorsicht muss nicht Verzicht heissen

Die Zahlen der Ansteckungen mit dem Coronavirus ist seit einigen Wochen gestiegen. In Clubs und Lagern oder einzelnen Verarbeitungsbetrieben müssen hunderte Personen in Quarantäne, wobei verschiedentlich die Schutzmassnahmen nicht sauber durchgesetzt wurden. Trotzdem soll es aber möglich bleiben, einzelne Veranstaltungen durchzuführen, wenn die Veranstalter die nötigen Vorsichtsmassnahmen ergreifen.

Thomas Schwizer
Drucken
Teilen
Thomas Schwizer, Chefredaktor Werdenberger und Obertoggenburger.

Thomas Schwizer, Chefredaktor Werdenberger und Obertoggenburger.

Bild: Urs Bucher

«Wir sind der Meinung, dass nach all den Absagen von diversen Festivitäten mit grossen Menschenansammlungen dieses Event auch nicht stattfinden sollte.» So lautet eine Rückmeldung an den W&O auf eine Einladung zu den Werdenberger Schloss-Festspielen, die ab dem 8. August stattfinden.

Der Ticketverkauf lief einige Zeit eher harzig, hat nun aber stark angezogen. Die Massnahmen der Organisatoren, um Ansteckungen möglichst zu vermeiden, sind umfangreich.

Der zusätzliche Aufwand für das Umsetzen des Sicherheitskonzepts ist gross, aber richtig. Denn ohne wäre die Durchführung nicht zu verantworten.

Das ist leider nicht überall so. Teilnehmende an Festivitäten im privaten Umfeld oder in Clubs schenken der Händedesinfektion oder dem Abstandhalten oft wenig Beachtung. Der Blick an einige Stehtheken zeigt längst nicht immer vorbeugendes Verhalten der Gäste gegen Corona. Auch in Betrieben mit «Fliessbandarbeit», zum Beispiel bei grossen Fleischverarbeitern, ist die Ansteckungsgefahr gross, wie einige Fälle zeigen.

Die Organisatoren der Schloss-Festspiele können sich das nicht leisten.

Auch an den Wahlpodien, die der W&O am 17. August in Wildhaus und am 27. August in Trübbach durchführen wird, werden diverse Schutzmassnahmen gelten: Abstand halten, Handhygiene, die Angabe der Kontaktdaten für das Contact Tracing.

Vorsicht ist zweifellos angebracht, bedingt aber keinen völligen Verzicht auf gemeinschaftliche Aktivitäten. Es wäre unangemessen, im Sinne eines freiwilligen Lockdowns gleich auf alle Veranstaltungen zu verzichten.

Das kulturelle, politische und gesellschaftliche Leben soll weiter gehen – unter der Bedingung, dass die nötigen Massnahmen sichergestellt werden.

Selbstverständlich entscheidet jede und jeder selbst, ob sie/er an solchen Anlässen teilnehmen will. Ob Ja oder Nein: Beide Haltungen sind begründbar, verständlich und von allen zu akzeptieren.