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Vater und Sohn Grässli im harmonischen Kontrast

Die Vernissage zur Ausstellung von Walter und Michael Grässli in der Galerie L33 in Grabs bot nicht nur für das Auge Anregendes und Bestaunenswertes. Auch die herausragende musikalische Einlage rundete den Anlass thematisch ab.
Hanspeter Thurnherr
Die Bilder von Michael Grässli kontrastieren in schwarz-weiss zu den farbenstarken Werken seines Vaters. (Bilder: Hanspeter Thurnherr)

Die Bilder von Michael Grässli kontrastieren in schwarz-weiss zu den farbenstarken Werken seines Vaters. (Bilder: Hanspeter Thurnherr)

Die Ausstellung besticht durch ihren «harmonischen Kontrast». Während der 75-jährige Walter Grässli – in Werdenberg aufgewachsen und heute in Wattwil zu Hause – in seinen Bildern mit den Farben und flächigen Formen spielt, beschränkt sich sein Sohn Michael auf schwarz und weiss. Durch geschickte Gestaltung und Durchmischung entsteht so eine in sich stimmige Atmosphäre.

Harmonisch dazu passten – nicht nur im musikalischen Sinne – die Lieder, welche Sopranistin Anna Gschwend und Susan Jane Waters am Piano den Vernissagegästen darboten. «Nannas Lied» und «Loreley» schufen dabei eine Verbindung zur ausgestellten Bildserie «Femme fatale» von Walter Grässli. Denn wie Laudatorin Katrin Frick aus Buchs anlässlich der Vernissage vom Sonntag verriet, hatte Kuno Bont ihn angeregt, etwas zur Hauptfigur Violetta Valery, dieser verhängnisvollen, vom Wege abgekommenen Frau aus der Oper La Traviata, zu machen.

iPad als gestalterisches Werkzeug entdeckt

Das Besondere an den neun Bildern ist die Technik. «Erst letztes Jahr entdeckte Walter das Zeichnen auf dem i-Pad, was ihn unendlich faszinierte. Plötzlich konnte er mit einem einzigen Instrument all das ausdrücken, wozu er bisher unzählige Werkzeuge und Materialien benötigte», erklärte Frick. Die Auseinandersetzung mit dem neuen Thema, der Musik und dem neuen Medium sei für ihn wie eine «Atempause» gewesen, wie er es selber beschreibe. Seine Philosophie als Künstler lässt sich am Besten mit dem Zitat auf seiner Homepage darstellen, das vom Kunsthistoriker Christophe Ammann stammt: «Belehren tut die Theologie oder die Philosophie oder die Ethik. Aber nicht die Kunst. Kunst war immer Poesie. Und die besten Künstler waren immer Poeten – alle anderen waren Handwerker.»

Walter Grässli vor seinem Triptychon «Va Pensiero». Für ihn ist Kunst Poesie, was in seinen Bildern zum Audruck kommt.

Walter Grässli vor seinem Triptychon «Va Pensiero». Für ihn ist Kunst Poesie, was in seinen Bildern zum Audruck kommt.

Walter Grässli war 35 Jahre lang Lehrer für bildnerisches Gestalten an der Kantonsschule/Lehrerseminar in Wattwil. «Er hat seine ausgeprägte Begabung von künstlerischem Können und der Begabung zu lehren auf diese Weise wunderbar zusammengefügt», lobte die Laudatorin.

Von Graffiti inspirierte Gemälde

Michael Grässli ist in Wattwil aufgewachsen. «Da beide Eltern künstlerisch tätig sind – seine Mutter Theresa als Textilgestalterin – wächst er seit frühester Kindheit mit der Kunst auf», verdeutlichte Katrin Frick. Der gelernte Theatermaler zeigt in der Galerie L33 Werke aus seiner Reihe «Traces». Katrin Frick: «Er geht künstlerisch völlig eigene Wege: In seinem Atelier in Lichtensteig entstehen mit Spraydose und Acryl von Graffiti inspirierte Gemälde». Der Künstler selber sagt dazu: «Mich interessiert die Wechselwirkung zwischen Fläche, Linie und Raum.» Durch Überlagerung, Auflösung und Verdichtung der Linien erzeugt er Räumlichkeit. «Ein wichtiges Element dabei ist die reduzierte Farbpalette, um den Linien und den Flächen den nötigen Raum zu bieten», verdeutlicht Grässli.

Hinweis

Die Ausstellung in der Werdenberger Galerie L33 dauert bis zum 31. August. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 13.30–18.30 Uhr, Samstag 10–16 Uhr.

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