Unterschiedliche Gefühlslagen bei den Mountainbikern Dominik Bollhalder und Nicole Göldi

Für Dominik Bollhalder (Alt St. Johann) und Nicole Göldi (Sennwald) stellt der Swiss Bike Cup in Buchs ein Heimrennen dar. Mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck kehrt allerdings nur der Toggenburger nach Hause.

Robert Kucera
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Sehr zufrieden mit Rang sieben: Dominik Bollhalder. (Bild: Robert Kucera)

Sehr zufrieden mit Rang sieben: Dominik Bollhalder. (Bild: Robert Kucera)

Gleich nach den Junioren, die den sonntäglichen Renntag eröffneten, griff bei den Amateuren/Masters Dominik Bollhalder aus Alt St. Johann ins Geschehen ein. Der 21-Jährige trug zu Rennbeginn Positionskämpfe rund um den zehnten Platz aus, steigerte sich aber markant. «Die ersten zwei Runden waren mehr ein Angewöhnen», umschreibt er seine Taktik.

«Ich bin immer besser geworden und habe mich in den letzten Runden so richtig wohlgefühlt und schliesslich aufdrehen können.»

In der zweitletzten Runde fuhr er die fünftschnellste Zeit, in der Schlussrunde waren nur drei Fahrer schneller. Am Ende resultierte Rang sieben. «Damit bin ich sehr zufrieden», sagt er überglücklich darüber, dass die Taktik so gut aufgegangen sei.

Mountainbike macht viel mehr Spass als Biathlon

Im Juniorenalter frönte Bollhalder noch der Wintersportart Biathlon. Doch als seine Mutter begonnen hat, in einer Bike-Firma zu arbeiten, war der neue Weg vorprogrammiert. «Das Mountainbike-Fieber wurde mir so nähergebracht, ich bin da einfach reingerutscht», erklärt der Alt St. Johanner. So kam er in Berührung mit vielen ehemaligen Rennfahrern.

Besonders Roland Abächerli inspirierte ihn. Mit ihm trainiert er auch und lauscht aufmerksam, wenn der Ex-Profi von seiner Karriere erzählt. «Am Anfang habe ich Mountainbike gar nicht gerne gemacht», erinnert sich Dominik Bollhalder. «Doch jetzt habe ich es neu entdeckt und es macht mir viel mehr Spass als Biathlon.»

Die Leistungskurve zeigt bei ihm aufwärts. «Im Moment bin ich zufrieden. Aber es gibt noch einiges zu tun.» Doch sein Ziel hat er mit einem Top-Ten-Platz im Swiss Bike Cup bereits erreicht.

Ausgerechnet am Heimrennen schlechte Beine gehabt

Am anderen Ende der Zufriedenheitsskala war nach dem Rennen die Sennwalderin Nicole Göldi anzutreffen. Sie fährt in diesem Jahr erstmals bei den Juniorinnen mit. Dass die 16-Jährige allen um die Ohren fährt, war freilich nicht zu erwarten. Doch Platz neun in Buchs war ihr dann doch etwas zu wenig. «Eigentlich wollte ich mehr – aber heute ist nicht mehr gegangen», sagt Göldi. Der Grund: «Ich habe heute nicht so gute Beine gehabt.»

Nur Rang neun: Nicole Göldi hatte schlechte Beine. (Bild: Robert Kucera)

Nur Rang neun: Nicole Göldi hatte schlechte Beine. (Bild: Robert Kucera)

Schon früh merkte sie, dass es nicht ihr Tag ist. Den Ärger sah man ihr auf dem Bike an. Zumal das Formtief in den Beinen ausgerechnet im Heimrennen von Buchs sein musste.

«Das ist ärgerlich, weil hier die Strecke so cool ist.»

Mehr noch: Göldi hat schlechtes Wetter gern. «Ich mag es, wenn es abwärts rutschig ist. Da bin ich jeweils bei den Gegnerinnen drangeblieben. Doch in Buchs gibt es lange Aufwärts-Passagen – nicht ideal, wenn die Beine nicht parat sind», bedauert sie.

Grämen muss sich Nicole Göldi deswegen aber nicht lange. Die nächsten Chancen, bei den Juniorinnen vorne dabei zu sein, werden kommen. In einem Monat folgt gar ein Karriere-Höhepunkt. «Ich darf dieses Jahr erstmals an einem Junioren-Weltcuprennen teilnehmen», verkündet sie. In Albstadt (Deutschland) will Göldi nun auch auf internationalem Parkett «reinschnuppern» und freut sich riesig darauf. Denn schon als kleines Mädchen hat sie davon geträumt. «Es ist ein schönes Gefühl, etwas zu erreichen, was man schon immer wollte.»

Lars Forster und Ramona Forchini siegen

Die grossen Favoriten, Nino Schurter und Jolanda Neff, vermochten am Swiss Bike Cup nicht zu reüssieren. Die Erstplatzierten der Elite-Kategorien sind aber alles andere als unbeschriebene Blätter.

Nach Rang zwei im Swiss-Bike-Cup-Rennen von Rivera (Tessin) nahm Forchini erfolgreich Revanche. Und wie: Die Favoritin Jolanda Neff (Thal) fehlte beim Saisonauftakt noch, den Start in Buchs liess sie sich aber nicht entgehen und übernahm schon im ersten Anstieg die Spitze. Was die Toggenburgerin, ihres Zeichens U23-Weltmeisterin im Jahr 2015 und Stammgast auf dem Siegerpodest an Rennen des Swiss Bike Cups, aber nicht abhielt, auf Sieg zu fahren. Ihre Taktik ging auf, die entstandene Lücke vermochte Neff nicht mehr zu schliessen. Hinter dem Duo wurde Ronja Eibl (Deutschland) Dritte.

Lars Forster hat erst den Cape Epic im sonnigen Südafrika gewonnen. Dass er kein Schönwetterfahrer ist, unterstrich er beim Rennen in Buchs eindrücklich. Der Europameister vom letzten Jahr übernahm von Beginn weg die Tempoarbeit in der Spitzengruppe, die er dann in der zweiten Runde sprengte. Zudem kaum ihm zugute, dass Nino Schurter mit technischen Problemen zu kämpfen hatte und aus der Entscheidung fiel. Spannung herrschte fortan nur um die Vergabe der weiteren Podestplätze. Mathias Flückiger (Leimiswil) setzte sich nach Rennhälfte von seinen Mitstreitern ab und fuhr souverän auf Rang zwei. In der Schlussrunde eroberte Florian Vogel (Jona) mit einem starken Finish den dritten Platz.