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Unternehmer macht mit einer Petition Druck für eine Buslinie Salez–Industrie Sennwald-Ruggell–Feldkirch

Der Weg zur Arbeit im Ruggeller und Sennwalder Industriegebiet soll mit einer neuen Buslinie attraktiver werden. Die Gemeinde Ruggell freut sich über diese Unterstützung ihrer Bemühungen. In Sennwald und Feldkirch zeigt man Interesse, erachtet das Projekt wegen drei beteiligter Länder aber als komplex und sieht noch viel Klärungsbedarf.
Thomas Schwizer
Mit der direkten Buslinie zwischen den Bahnhöfen Salez-Sennwald und Feldkirch sollen die Industriegebiete Sennwald (vorne), Ruggell (hinten links) und das Dorf Ruggell mit dem Öffentlichen Verkehr erschlossen bzw. besser erschlossen werden. (Bild: Corinne Hanselmann)

Mit der direkten Buslinie zwischen den Bahnhöfen Salez-Sennwald und Feldkirch sollen die Industriegebiete Sennwald (vorne), Ruggell (hinten links) und das Dorf Ruggell mit dem Öffentlichen Verkehr erschlossen bzw. besser erschlossen werden. (Bild: Corinne Hanselmann)

Mit einer am 29. September gestarteten Petition fordert der Unternehmer Reinhard Braun aus Ruggell eine direkte Busverbindung Feldkirch Bahnhof–Ruggell Industriegebiet–Sennwald Industriegebiet–Bahnhof Salez-Sennwald.

Die Petition richtet sich an die Landesregierung Liechtenstein, die Gemeinde Ruggell, die Landesregierung Vorarlberg, die Stadt Feldkirch und die Kantonsregierung St. Gallen.

«Dann könnte ich mit dem ÖV zur Arbeit reisen»

Brauns Ziel sind 500 Unterstützende bis Ende November. Bis am Donnerstagvormittag haben bereits 379 Personen die Petition online unterzeichnet. 45 Prozent der Unterzeichnenden geben an, selbst betroffen zu sein. 21 Prozent stellen fest, dass sie in Zukunft betroffen sein könnten, 18 Prozent kennen jemanden, der betroffen ist.

Bisher stammen die meisten Unterzeichnenden aus Liechtenstein, gefolgt von Vorarlberg und der Schweiz sowie Deutschland. 63 Unterstützer wohnen im Werdenberg.

«Ich habe bereits Absagen von Bewerbern wegen der schlechten Anbindung erhalten»

schreibt ein Unternehmer aus dem Industriegebiet Ruggell in einem Kommentar zur Online-Petition.

«Dann könnte ich mit dem ÖV zur Arbeit reisen»

stellt ein Mitarbeiter aus Lindau fest, der offensichtlich heute jeweils mit dem Auto zur Arbeit nach Ruggell pendelt.

Eine ÖV-Querverbindung fehlt bisher

Das Ruggeller Industriegebiet wächst stark. Die Flächen für Büros, Gewerbe und Industrie, aber auch Hotel, Restaurants und Unterhaltung/Casino seien sehr stark gewachsen, führt Reinhard Braun in seiner Petitionsbegründung aus. Auch das Industriegebiet im benachbarten Sennwald wachse sehr stark.

Viele, die in den beiden Industriegebieten arbeiten, würden von Vorarlberg bzw. aus der Region Werdenberg und St. Gallen hierher fahren. Zahlen dazu gibt’s aus Liechtenstein. Gemäss Amt für Statistik pendeln täglich knapp 1000 Beschäftigte aus dem Ausland nach Ruggell zur Arbeit.

Bus ist heute keine Alternative zum Auto

Das geschieht aber fast ausschliesslich mit dem Auto, weil die Verbindungen mit dem öffentlichen Verkehr (ÖV) wegen einer fehlenden Bus-Querverbindung zwischen den Bahnhöfen Salez-Sennwald und Feldkirch fehlt, führt der Petitionär aus.

Wegen der grossen Umwege, die deshalb mit dem ÖV nötig seien, dauere heute die Anreise von den Bahnhöfen Feldkirch und Salez-Sennwald ins Industriegebiet Ruggell zirka eine Stunde, was alles andere als attraktiv sei. Mit der angeregten Busverbindung würde sie sich ab Feldkirch auf 23 Minuten und ab Bahnhof Salez auf 12 Minuten verkürzen.

Gemeindevorsteherin ist froh über die Petition

Gegenüber dem «Liechtensteiner Vaterland» stellte Reinhard Braun fest, wegen der ungenügenden Busverbindung sei Ruggell als Arbeitsort für viele geeignete Kandidaten, vor allem jüngere, nicht attraktiv.

Die Vorsteherin der Gemeinde Ruggell, Maria Kaiser-Eberle, begrüsst auf Anfrage des W&O die Petition aus der Industrie. Es sei «gut, wenn die Wirtschaft ihr Bedürfnis für eine solche Buslinie formuliert». Das unterstütze die Bestrebung der Gemeinde. Sie verweist auf die seit längerer Zeit laufenden Bemühungen für eine solche Busverbindung.

Kaiser-Eberle: zuerst landesintern Fortschritte nötig, dann grenzüberschreitend

Der Wunsch nach einer solchen direkten Verbindung, unter Einbezug des Industriegebietes Ruggell, sei von der Gemeinde schon länger bei Lie Mobil deponiert und immer wieder platziert worden. Zudem sei diese Verbindung im Rahmen des Projekts Pendlermobilität beim Land eingebracht worden.

Mit den Feldkircher Kollegen habe sie das Thema bei informellen Treffen schon zur Sprache gebracht. Gespräche mit dem Sennwalder Gemeindepräsidenten habe sie diesbezüglich noch nicht geführt.

«Ich werde das Anliegen aber gerne bei einem informellen Treffen mit dem Gemeindepräsidenten von Sennwald deponieren.»

In erster Linie müssten vorerst in Liechtenstein selbst, vor allem mit Lie Mobil, Fortschritte erzielt werden. «Danach gehen wir das Thema grenzüberschreitend an», sagt Kaiser-Eberle. Denn letztlich müsse eine solche Buslinie gemeinsam mit den Nachbarn verwirklicht werden, ist sie sich bewusst.

Lie Mobil: «allerfrühestens ab 2022»

Der Ball liege aber vor allem bei Lie Mobil. Deren Geschäftsführer Jürgen Frick wird im «Liechtensteiner Vaterland» zitiert, eine solche Buslinie könnte «allerfrühestens ab 2022» umgesetzt werden.

Es gelte auch wirtschaftliche Faktoren zu berücksichtigen. Eine Einbindung in das aktuelle Fahrplangefüge sei nicht möglich. Ausserdem wäre die Finanzierung über drei Länder hinweg ziemlich komplex.

Peter Kindler: «Bedarf ist genau abzuklären»

Der Sennwalder Gemeindepräsident Peter Kindler zeigt sich überrascht vom Buslinien-Projekt Salez–Ruggell–Feldkirch. Bisher habe es diesbezüglich keine Gespräche mit der Gemeindevorsteherin von Ruggell gegeben.

Kindler findet eine ÖV-Anbindung der Industriegebiete Ruggell und Sennwald grundsätzlich gut. Dass drei Länder, das österreichische Bundesland Vorarlberg, der Kanton St. Gallen und mehrere Gemeinden involviert wären, mache die Sache aber komplex. Deshalb werde es bis zu einer Realisierung wohl mehrere Jahre dauern.

Wo der Bus halten würde ist eine der offenen Fragen

Wichtig sei, dass die Gemeinde Ruggell den Lead übernehme, da sie das grösste Bedürfnis dafür habe.

Vor Jahresfrist sei das Anliegen für eine Busanbindung der Sennwalder Industrie erneut an ihn herangetragen worden. Speziell für Lernende wäre eine ÖV-Erschliessung sicher positiv. Wo der Bus fahren bzw. halten würde sei aber eine wichtige Frage.

Sennwald: «Bedarf und Kostenteiler ist genau abzuklären»

Der Bedarf für die Buslinie müsse vorgängig sehr genau eruiert und der Kostenteiler diskutiert werden, betont Peter Kindler.

Stadtbus Feldkirch hat gegenüber dem «Liechtensteiner Vaterland» bereits signalisiert, dass in der Kostenfrage die Hauptverantwortung bei den zuständigen Stellen in Liechtenstein und der Schweiz liege.

Kindler verweist darauf, dass die meisten, die ins Industriegebiet Ruggell pendeln, wohl nicht aus der Gemeinde Sennwald kommen und «nur» den Bahnhof nutzen würden, wenn die Buslinie komme. Das müsse berücksichtigt werden, weil in der Schweiz die Gemeinden den Hauptteil an die Buslinien bezahlen müssten.

https://www.openpetition.eu/li/petition/online/direkte-busverbindung-feldkirch-bhf-ruggell-industriegebiet-sennwald-industriegebiet-salez-bhf

Mit Veloweg sicher ins Sennwalder Industriegebiet

«Der Kanton muss vorwärtsmachen», liess sich der Sennwalder Gemeindepräsident Peter Kindler Anfang Februar 2017 im W&O zitieren. Damit nahm er Bezug auf das Projekt Geh- und Radweg an der Hofstrasse, die von der Hauptstrasse Salez–Sennwald ins Industriegebiet und zum Autobahnanschluss führt. Zweieinhalb Jahre später liege das Vorprojekt noch in der internen Vernehmlassung beim Kanton. «Es scheint dort keine oberste Priorität zu haben», kritisiert Kindler. Die Sicherheit der Fussgänger und Velofahrer sei an dieser Strasse aber stark gefährdet. Deswegen bereitet die Gemeinde zusammen mit der Kybun, die im Industriegebiet Sennwald Luftsohlen-Schuhe produziert und einen Gesundheits-Erlebnispark betreibt, eine «einfache und kostengünstige Lösung» als Sofortmassnahme vor, so Kindler. Der Vorstoss sei von der Kybun gekommen. «Wir signalisieren für den Langsamverkehr, als sichere Alternative zur Hofstrasse, einen Veloweg.» Er führt über den bestehende Kiesweg vom Bahnhof bis ins Industriegebiet.

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