Unterführung Räfis: Nachtragskredit wird ganz klar abgelehnt

Der Nein-Stimmenanteil der Buchser Stimmbürger gegen den Nachtragskredit zur Umprojektierung der Unterführung Räfis-Burgerau beträgt 73 Prozent. Die IG Burgerau hat ihr Ziel erreicht.

Heini Schwendener
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Der Bahnübergang Stationsstrasse in Räfis. Eine Unterführung wird es nach dem Abstimmungsresultat vom Sonntag auf absehbare Zeit nicht geben. (Bild: Heini Schwendener)

Der Bahnübergang Stationsstrasse in Räfis. Eine Unterführung wird es nach dem Abstimmungsresultat vom Sonntag auf absehbare Zeit nicht geben. (Bild: Heini Schwendener)

38,5 Prozent der 6431 Stimmberechtigten der Stadt Buchs haben am Sonntag über den Nachtragskredit «Erschliessung Burgerau» an der Urne abgestimmt. Ein deutliches Nein haben sich die Mitglieder der IG Burgerau, die erfolgreich das fakultative Referendum dagegen ergriffen hatten, erhofft und eigentlich auch erwartet. 1789 Buchserinnen und Buchser haben zum Nachtragskredit von 150000 Franken Nein gesagt, nur 662 haben ihn gutgeheissen.

Von Deutlichkeit des Resultats positiv überrascht

«Dieses sehr deutliche Resultat ist eine positive Überraschung», sagt Hansueli Litscher von der IG Burgerau hoch erfreut. Die IG Burgerau konnte am Sonntag somit nach rund einem halben Jahr intensiver Arbeit ihre Ernte einfahren. Bereits im November hatte sie ihr erstes Teilziel erreicht, als sie statt der 325 erforderlichen Referendumsunterschriften deren 829 einreichen konnte. Von ihnen wurden 783 schon vor Ablauf der Sammelfrist beglaubigt. Am Sonntag folgte nun der ganz grosse Erfolg. Hansueli Litscher, Sprecher der IG Burgerau sagt:

«Wir haben unser Ziel erreicht, nämlich dieses unmögliche und nicht realisierbare Projekt zu stoppen»

Die IG Burgerau hat den Marschhalt mit diesem Abstimmungsresultat erzwungen. Im Vorfeld der Abstimmung habe sich gezeigt, dass die Erschliessung Burgerau mit hohen Emotionen verbunden sei, sagt Daniel Gut, «der Stadtrat wird deshalb in den nächsten Tagen das Gespräch mit dem Einwohnerverein Räfis-Burgerau und der IG Burgerau suchen. Ziel wird eine Situationsanalyse sein, vor allem aber auch eine Diskussion zum weiteren Vorgehen.»

Was ist für die nähere Zukunft zweckdienlich?

Zentral werde dabei die Frage sein, ob an der Stations- und Burgerauerstrasse zwei moderne Barrierenanlagen mit optimierten Schliesszeiten und nach den neusten Sicherheitsstandards für die nähere Zukunft zweckdienlich seien. «Diese Anlagen werden von den SBB zusammen mit dem Doppelspurausbau realisiert», sagt Gut.

Die IG Burgerau hat ihr Ziel mit ihrem grossen Erfolg am Abstimmungssonntag erreicht. «Wir haben ein halbes Jahr intensiver Arbeit hinter uns», sagt IG-Sprecher Hansueli Litscher, und betont: «Wir haben immer mit ehrlichen Argumenten gearbeitet.» Den Erfolg haben sie am Sonntagmittag geerntet.

Die vier IG-Mitglieder haben den Nachtragskredit bekämpft, unter anderem mit den Argumenten, eine Erschliessung mit diesem 10-Millionen-Franken-Projekt sei «völlig unverhältnismässig», da es den Dorfcharakter negativ verändere, das Dorfbild stark beeinträchtige und letztlich Räfis-Burgerau für immer teile.

IG Burgerau ist für Gespräche bereit

Löst sich die IG Burgerau nun auf, nachdem sie dem Unterführungsprojekt zusammen mit der Buchser Stimmbürgerschaft den Garaus gemacht hat? IG-Sprecher Hansueli Litscher sagt: «Eigentlich könnten wir mit den drei Bahnübergängen leben.» Wenn nun aber der Buchser Stadtrat auch mit der IG Burgerau das Gespräch suche, werde man sich dem sicher nicht verweigern. «Wir wollen uns auch weiter einbringen», meint Litscher.