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Unter Paul Wesselingh, neuer Juniorentrainer vom Golfclub Gams-Werdenberg, soll der Nachwuchs «Spass haben und diesen Sport geniessen»

Der neue Juniorentrainer des GC Gams-Werdenberg bringt mehrere prall gefüllte Standbags an Know-how in den Club ein. Doch der 57-jährige Paul Wesselingh will die Köpfe des Nachwuchses nicht mit Technik vollstopfen. Ebenso gilt es, Freude zu vermitteln.
Robert Kucera
Für Junioren-Captain Gianna Gilardi ist Trainer Paul Wesselingh ein Gewinn für den Club. (Bild: Robert Kucera)

Für Junioren-Captain Gianna Gilardi ist Trainer Paul Wesselingh ein Gewinn für den Club. (Bild: Robert Kucera)

Paul Wesselingh hat seine Prioritäten verschoben. Vorbei sind die Zeiten, als er von Turnier zu Turnier zog, um in ganz Europa um Siege, Spitzenplätze und Preisgelder zu kämpfen. Denn sein Körper, das Kapital jedes Leistungssportlers, macht nicht mehr mit wie früher. Was dem 57-jährigen Engländer überhaupt nichts ausmacht. Er geniesst es, dass die golferische Hauptreise nur noch die Strecke von Maienfeld zum Golfplatz Gams-Werdenberg ist. «Und ich schlafe zu Haus besser als im Hotel.»

Seine vergangenen Erfolge sprechen für sich, noch mehr aber seine fachliche Kompetenz. Diese vermittelt er nun in Gams im Juniorentraining.

«Ich bin sehr glücklich, hier zu sein und geniesse es mit den Junioren zu arbeiten»,

sagt Paul Wesselingh. Eine Tour zu spielen übe zwar eine Faszination aus und ist für alle Golfspieler das Ziel. Doch junge Golfer zu coachen hat aus seiner Sicht einen ebenso grossen Reiz. Er freut sich, wenn bei jedem Einzelnen Fortschritte festzustellen sind. Und der lokale Nachwuchs dankt es ihm mit viel Engagement und Lernbereitschaft. Kein Wunder also, dass Wesselingh seine neue Tätigkeit und die Situation beim Golfclub Gams-Werdenberg als «absolutely perfect» bezeichnet.

Mit reichem Erfahrungsschatz wertvolle Inputs geben

Für den Junioren-Captain des Golfclubs, Gianna Gilardi, ist die Verpflichtung Wesselinghs ein Glücksgriff. Sie hebt seine reiche Tour-Erfahrung hervor und dass er punkto Technik mehr wisse als die anderen Trainer des Golfclubs. «Das ist hilfreich für die Kinder und Jugend-
liche. Als ehemaliger Profispieler kann er viel mehr Inputs als wir Amateure geben.» Gilardi ist aber nicht nur vom Know-how Paul Wesselinghs begeistert:

«Er kann mega gut mit Junioren umgehen. Sie haben viel Spass.»

Noch redet der Liverpooler nicht so gut Deutsch. «Aber er gibt sich mega Mühe. Das schätzen wir sehr.»

Als aufmerksamer Beobachter schreitet er beim Abschlags-Gelände hinter seinen Schützlingen hin und her, verschafft sich ein Bild. Danach nimmt sich der Trainer jedes Einzelnen an. Der 57-Jährige gibt Tipps mit auf den Weg oder bringt leichte Korrekturen in der Schlägerhaltung an.

Paul Wesselingh bringt eine Korrektur in der Abschlags-Ausgangsstellung bei einer Juniorin an. (Bild: Robert Kucera)

Paul Wesselingh bringt eine Korrektur in der Abschlags-Ausgangsstellung bei einer Juniorin an. (Bild: Robert Kucera)

Überall kann aber auch er nicht sein. Gianna Gilardi und ihr Vater Thomas leiten andere Gruppen beim Chippen und Putten, unterstützt werden sie vom neuen Clubcaptain René Derungs, der zuvor Junioren-Captain war. Die 21-Jährige ist nun die erste Anlaufstelle für alle Junioren-Angelegenheiten. Für diesen Job braucht es auch ein gewisses Organisationstalent. Dazu zählen An- und Abmeldungen, Info-Abende und natürlich die Koordination mit Paul Wesselingh. «Als Junioren-
Captain bin ich auch im Training dabei. Der ständige Kontakt ist wichtig, da fällt auch das Organisieren leichter.»

25 Junioren trainieren regelmässig im Golfclub Gams-Werdenberg

Von den Einheiten mit dem Neo-Trainer profitieren derzeit 25 Junioren. Angemeldet im Club sind deren 70. «Mit den 25, die ins Training kommen, sind wir bei den grösseren Clubs der Schweiz dabei», gibt Gilardi Auskunft. Doch sie bedauert, dass sie nicht von einem Boom sprechen darf. «Es wäre nicht schlecht, wenn es mehr junge Golfspieler hätte.» Besonders bei den Allerjüngsten, gäbe es Nachholbedarf. Zu schaffen macht dem Club aber auch die kritische Phase rund ums 16. Altersjahr, wenn Lehre und Studium höhere Priorität haben.

Beim Putten wird erst das Green analysiert, dann erfolgt der Versuch des Einlochens. (Bild: Robert Kucera)

Beim Putten wird erst das Green analysiert, dann erfolgt der Versuch des Einlochens. (Bild: Robert Kucera)

Doch einen Grund, den Anfang zu wagen oder nie damit aufzuhören, hat man nun in den eigenen Reihen. Denn Paul Wesselingh ist kein gnadenloser Schleifer oder Theoretiker seines Sports. «Mir ist es wichtig, dass die Junioren Spass haben und diesen Sport geniessen können», sagt er und ergänzt: «Die Hauptsache ist, nicht zu technisch zu werden. Es sind die einfachen Dinge, die man erlernen soll.»

Individuelle Betreuung, um Golfer besser zu machen

Nach diesem Motto trainiert er auf dem Golfplatz Gams-Werdenberg auch Erwachsene. Ob Anfänger oder Fortgeschrittene, die an ihrem Spiel feilen wollen – Wesselingh kümmert sich um alle und gibt seine Leidenschaft für seinen Sport weiter. «Mein Ziel ist es, dass die Golfer nach meinen Lektionen besser spielen als zuvor.» In dieser Hinsicht ist ihm die individuelle Betreuung sehr wichtig. «Es gibt nicht die eine richtige Methode, Golf zu spielen, sondern die richtige Methode für diese Person.»

Wie Paul Wesselingh verrät, fallen ihm Trainings mit Junioren zwischen 12 und 20 Jahren allerdings leichter:

«Erwachsene denken einfach zu viel nach»,

sagt er mit einem breiten, aber wissenden Grinsen. Doch ob alt oder jung – der Engländer hat keine Bevorzugungen. Denn er mag es generell mit jedem auf dem Golfplatz zusammenzuarbeiten, der auch den Willen aufbringt, besser werden zu wollen.

«Ein guter Ausgleich zur Schule»

Die 15-jährige Annica Wenzel hat schon früh mit diesem Sport begonnen. «Ich bin von klein auf am Golf spielen, also seit ich laufen kann», gibt sie Auskunft. Die Gamprinerin erzählt weiter, dass sie in sehr jungen Jahren schon mit Plastikschlägern rumgelaufen sei. Die Leidenschaft für diese Sportart übertrug sich von ihrer Familie nahtlos auf sie. Aus Gaudi wurde mit der Zeit Ernst, im Alter von acht Jahren trat sie dem Golfclub Gams-Werdenberg bei. Seit etwa vier Jahren im Training dabei ist auch der zwölfjährige Nino Marty aus Grabs. «Meine Eltern spielen Golf, also wollte ich es auch mal probieren. Es hat mir sofort Spass gemacht.»

Die Freude am Golf hielt bei beiden auch nach den ersten Trainings an. «Golf ist mein Lieblingshobby», sagt Wenzel. «Es ist ein super Sport und ein guter Ausgleich zur Schule.» Marty gefällt es, dass man dauernd unterwegs sei: «Ich finde es cool, in der Natur draussen zu sein.» Beim Golfspielen selbst gefällt dem Werdenberger eigentlich alles, «das lange Spiel geht aber am Besten».

Mit Eifer bei der Sache: der Grabser Nino Marty und Annica Wenzel aus Gamprin. (Bild: Robert Kucera)

Mit Eifer bei der Sache: der Grabser Nino Marty und Annica Wenzel aus Gamprin. (Bild: Robert Kucera)

Leicht ist Golf allerdings nicht. «Man spielt an verschiedenen Orten, das ist eine Herausforderung», sagt Wenzel. «Das Schwierigste beim Golf ist, dass das Wetter und der Untergrund nie gleich sind. Es ist immer anders», ergänzt Marty. Mit den unterschiedlichen Verhältnissen müssen beide erst mal klarkommen. In den Trainings lernen sie die Basics dieser Sportart kennen, aber auch das Lesen der Bodenbeschaffenheiten, um zur richtigen Zeit den richtigen Schlag anzuwenden. Eine grosse Hilfe ist hier Paul Wesselingh. «Er ist erst seit kurzem da. Doch ich habe einen guten Eindruck gewonnen. Er ist nett, verständnisvoll und erklärt uns super, was man anders und besser machen kann», äussert sich Annica Wenzel begeistert. «Es macht Spass, mit ihm zu trainieren», bestätigt Nino Marty.

Mit seiner Art hat der Engländer im Golfclub Gams-Werdenberg neue Fans gewonnen und wird von Wenzel und Marty als Vorbild genannt. Auf ihre Ziele angesprochen, ist sich das Duo einig: Handicap laufend verbessern und Spass an dieser Sportart haben. Dazu gehört auch das Studium von international tätigen Golfspielern. Wie den Proetten an den VP Bank Ladies Open, die im Mai auf dem Golfplatz Gams-Werdenberg stattfinden. «Ich war schon letztes Jahr dabei. Es hat Spass gemacht, ihnen zuzuschauen», sagt Marty, der sehr wahrscheinlich wieder als Zuschauer hautnah dabei sein wird. Auch Wenzel will sich diesen Event nicht entgehen lassen: «Es ist quasi vor der Haustüre und eine super Gelegenheit zuzuschauen.»

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