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Gesprächsabend im Schloss Werdenberg: «Unsere Identität liegt in uns selbst»

Unter dem Titel «Nur symbolisch» sprachen die Künstlerin Ilona Ruegg, Pfarrer Daniel Hanselmann und Museumsleiter Thomas Gnägi über Symbole und Identitäten.
Eindrücke des Gesprächsabends «Nur symbolisch?» im Dachstock von Schloss Werdenberg. Museumsleiter Thomas Gnägi, Künstlerin Ilona Ruegg und Pfarrer Daniel Hanselmann. (Bild: PD)

Eindrücke des Gesprächsabends «Nur symbolisch?» im Dachstock von Schloss Werdenberg. Museumsleiter Thomas Gnägi, Künstlerin Ilona Ruegg und Pfarrer Daniel Hanselmann. (Bild: PD)

«Wie der Hahn auf Werdenberger Kirchtürme kam» – unter diesem Motto steht seit 15. September die diesjährige Herbstausstellung im Schloss Werdenberg: Sie zeichnet Geschichte und Geschichten der Reformation in den sechs Werdenberger Gemeinden nach.

Die Figur des Wetterhahns, der viele reformierte Kirchen ziert und an Petrus’ dreimalige Verleugnung Jesu erinnert, nahm Museumsleiter Thomas Gnägi zum Anlass, in der Podiumsdiskussion «Nur Symbolisch?» am Freitagabend mit der Ilona Ruegg und Pfarrer Daniel Hanselmann über die gesellschaftliche Funktion und Bedeutung von Symbolen, Worten und Bildern zu sprechen. Beide Gäste sind auf ihre eigene Art Bilderprofis, die sich in ihrem Alltag mit der unterschiedlichen Bedeutung von Bildern auseinandersetzen. Ilona Rueggs Arbeit als Künstlerin ist stark reduziert, sie fotografiert Vorgefundenes oder entnimmt alte Dinge ihrem angestammten Kontext und schafft oftmals neue Bedeutungsebenen.

Kirchtürme kaum noch zu erkennen

Zentral war die Frage nach dem Zusammenhang von Symbolen und Identitäten: In früheren Zeiten war das Kreuz als christliches Symbol ein universelles, identitätsstiftendes Zeichen, Kirchtürme weithin sichtbare Wahrzeichen.

Letztere sind heute zwischen Hochhäusern, Fabrikschloten und Industrietürmen manchmal kaum noch zu erkennen. Woher beziehen die Menschen Identität und Identifikation, wenn einst allgemeingültige Symbole ihre Kraft scheinbar verloren haben?

Aus sich selbst waren sich beide Gäste einig: Man müsse sich von allgemeinen Symbolen als Stifter von Identität lösen und diese stattdessen in sich selbst finden: «Schon allein deshalb, weil sich unsere Identitäten im Lauf des Lebens oft ändern und vom Umfeld oder jeweiligen Lebensabschnitt abhängen, können wir eine tatsächliche Identität nur in uns selbst finden», bekräftigt Ilona Ruegg.

Das würde aber nicht bedeuten, dass man über die alten Symbole nicht mehr sprechen dürfe, betont Pfarrer Daniel Hanselmann: Es sei ihm dennoch bis heute wichtig, dass die Kinder, die seinen Religionsunterricht besuchen, wissen, was der Hahn auf den Kirchtürmen bedeute.

Wettergüggel im Dachstock

Von diesem erzählten dann zwei Tage später, am Sonntagvormittag, 23. September, auch Kinder aus Schulklassen der Werdenberger Gemeinden in der Turmzinne von Schloss Werdenberg: Dort sind zurzeit 123 selbst gebastelte Turmgüggel ausgestellt. An einer speziellen Führung, die diese Kinder mitgestaltet haben, erfuhren die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung so manch unterschiedliche und persönliche Aspekte, die ein solches Symbol haben kann. (pd)

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