Unihockeyspieler Fabian Kramer bestreitet mit Liechtenstein die WM-Qualifikation und verspricht: «Wir werden kämpfen bis zur letzten Minute»

In der WM-Qualifikation will Liechtensteins Nati einen Schritt vorwärts machen und eine Partie gewinnen.

Robert Kucera
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Mathias Inhelder, Trainer Marco Kipfer , Fabian Kramer sowie Remo Tischhauser (von links) werden alles daran setzen, dass die WM-Qualifikation in Lettland eine erfolgreiche Kampagne wird.

Mathias Inhelder, Trainer Marco Kipfer , Fabian Kramer sowie Remo Tischhauser (von links) werden alles daran setzen, dass die WM-Qualifikation in Lettland eine erfolgreiche Kampagne wird.

Bild: Robert Kucera

Jedes zweite Jahr findet für die Männer eine Weltmeisterschaft statt. Im Dezember ist Finnland der Gastgeber und bereits als Teilnehmer gesetzt. Alle übrigen europäischen Teams dürfen ab nächster Woche WM-Qualifikationsspiele bestreiten. So auch Liechtenstein, das in der Gruppe E auf Tore- und Punktejagd geht.

«Es macht mich stolz, das Land Liechtenstein an der WM-Qualifikation zu vertreten», sagt Verteidiger Fabian Kramer, der beim UHC Rangers Grabs-Werdenberg in der 2. Liga spielt. «Für mich bedeutet es sehr viel dabei zu sein. Es ist immer ein Riesenspass und ein grosses Erlebnis», sagt Trainer Marco Kipfer aus Sevelen. Das Werdenberger Quartett, das Liechtenstein an der WM-Quali in Liepaja (Lettland) vertritt, wird vom gebürtigen Buchser Mathias Inhelder und Rangers-Spieler Remo Tischhauser komplettiert.

Wiedersehen mit Lettland: Fabian Kramer bestreitet mit Liechtenstein seine zweite WM-Qualifikation nach 2014 – und schon damals gings ins Baltikum.

Wiedersehen mit Lettland: Fabian Kramer bestreitet mit Liechtenstein seine zweite WM-Qualifikation nach 2014 – und schon damals gings ins Baltikum.

Bild: Robert Kucera

Kramers gute Erinnerungen an die WM-Quali 2014

Die Unihockeyaner aus dem Fürstentum gehen im Baltikum in jede Partie als Aussenseiter. Gegen den Gruppenfavoriten aus Tschechien hinkt sogar der Vergleich David gegen Goliath gewaltig – denn David muss seine Steinschleuder abgeben und sämtliche Steine im Umkreis wurden vorsorglich entfernt. «Das wird mental ein schwieriges Spiel», so Kramer. Trotz der zu erwartenden vielen Gegentore dürfe die Konzentration in jedem einzelnen Einsatz nie verloren gehen. «Wir dürfen auch dann die Freude nicht verlieren und müssen unseren Teamspirit hoch halten», sagt der Verteidiger.

Für ihn wird es nach 2014 die zweite WM-Qualifikation sein. Wie schon vor sechs Jahren geht die Reise nach Lettland. «An dieses Turnier habe ich gute Erinnerungen», blickt Fabian Kramer zurück. Denn für den Organisator war es ein Testlauf für die Weltmeisterschaft. «Die Atmosphäre in der Halle war super. Es gab Lichtshows und Cheerleader. Da fühlte man sich schon fast als Profi-Sportler.» Wegen Prüfungen verpasste er allerdings die nächsten beiden Turniere, an denen dann Marco Kipfer an der Bande stand.

Remo Tischhauser (hinten) und Mathias Inhelder beschäftigen im Testspiel vom Sonntag (6:5 für Liechtenstein) die Abwehr des UHC Rangers Grabs-Werdenberg.

Remo Tischhauser (hinten) und Mathias Inhelder beschäftigen im Testspiel vom Sonntag (6:5 für Liechtenstein) die Abwehr des UHC Rangers Grabs-Werdenberg.

Bild: Robert Kucera

Ein Sieg ist aus sportlicher Sicht durchaus realistisch

Der Trainer nimmt bezüglich Zielsetzung kein Blatt vor den Mund: «Wir wollen uns gegenüber den vorherigen WM-Qualifikationen resultatmässig verbessern. Ich glaube sogar, dass wir so ambitioniert sein dürfen, zu sagen, dass wir eine reelle Chance haben, einen Sieg zu holen.» 2010 gewann Liechtenstein im Spiel um Rang sieben gegen Georgien mit 5:1. Seither setzte es in 14 Partien ebenso viele Niederlagen mit einem Torverhältnis von 22:212 ab.

«Wollen wir einen Schritt vorwärts machen, müssen wir näher an die Niederlande heran kommen», sagt Kipfer über den zweiten Gruppengegner. Wobei man sich teamintern nicht mit einem Remis oder einer ehrenvollen Niederlage zufrieden gibt. «Gegen die Niederlande rechnen wir uns schon Chancen aus», ist Kramer voller Optimismus. «Denn zur WM-Qualifikation reisen wir nicht nur zum Spass – wir wollen auch was reissen.» Worte, die der Trainer natürlich gerne hört.

Trainer Marco Kipfer führt das Team Liechtenstein nach 2016 und 2018 nun zum dritten Mal an eine WM-Qualifikation.

Trainer Marco Kipfer führt das Team Liechtenstein nach 2016 und 2018 nun zum dritten Mal an eine WM-Qualifikation.

Bild: Robert Kucera

Und falls es gegen die «Oranje» nicht reicht, so kommt es im Platzierungsspiel um Rang sieben gegen den Letzten der anderen in Lettland spielenden Gruppe wohl zum Duell mit Frankreich. «Le grande nation» ist im Ranking zwar vor Liechtenstein, aber hinter der Niederlande klassiert. «Ein Land mit 40000 Einwohnern hat gegen eine Nation mit fast 67 Millionen Einwohnern eine Siegeschance – das ist Motivation pur», erklärt Marco Kipfer. Und für Verteidiger Fabian Kramer steht fest: «Wir werden kämpfen bis zur letzten Minute.»

Liechtensteins Gegner: Tschechien (29.1.), Niederlande (30.1.), Spanien (31.1., alle Spiele um 9 Uhr Schweizer Zeit). Die Platzierungsspiele finden am 1.2. ab 9 Uhr Schweizer Zeit statt.