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Unfreiwillig als Solokünstler auf der Bühne der Alten Mühle Gams

Das Duo Schönholzer und Rüdisüli sollte am Freitagabend die Alte Mühle erobern. Trotz Rüdisülis krankheitsbedingtem Ausfall konnte Schönholzer mit dem Programm «Sozialplan» auch alleine überzeugen.
Bianca Helbling
Auch alleine ein Genuss: Markus Schönholzer fesselte das Publikum. (Bild: Bianca Helbling)

Auch alleine ein Genuss: Markus Schönholzer fesselte das Publikum. (Bild: Bianca Helbling)

«Es ist traurig», sagte Markus Schönholzer, als er um Punkt 20 Uhr die Bühne betrat. Sein Partner Robi Rüdisüli war krank und konnte deswegen nicht mit ihm die Bühne teilen. Als Duo alleine aufzutreten stelle schon eine Herausforderung dar, gab er denn auch zu. Dennoch startete der Sänger und Gitarrist mit viel Elan in sein Programm «Sozialplan», das sich vor allem um das menschliche Scheitern drehte.

Gekonnt stimmte er Lied um Lied an und streifte eine kunterbunte und skurrile Mischung von Themen. Sang er anfangs über die alte Heimat und die Vorzüge von Früchtekörben, so folgten darauf Oden an hautfarbene Malstifte oder eigene Versuche, eine neue Schweizer Nationalhymne zu kreieren. Schönholzer verfolgte dabei keinen expliziten Musikstil, sondern formte sich mit Elementen aus Blues und Pop seinen eigenen und begeisterte damit die Zuschauer.

Wie ein Klassentreffen im Rheintal

Der 55-Jährige ist hierzulande kein Unbekannter. Mit zehn Jahren immigrierte der gebürtige Amerikaner mit den Schweizer Eltern nach Fontnas und besuchte fortan die Schule in Trübbach. Einige Zeit war er im Fabriggli künstlerisch tätig und spielte in Theaterproduktionen mit. Mittlerweile lebt Markus Schönholzer in Zürich und komponiert und arrangiert Musik für Spielfilme, Theaterstücke und Bühnenprogramme. Dennoch sei der Auftritt in Gams beinahe wie ein Klassentreffen für ihn, stellte er beim Blick ins Publikum fest. Die Stimmung in der komplett ausverkauften Alten Mühle war äusserst entspannt und familiär, viele kannten den Künstler persönlich. Dass Robi Rüdisüli fehlte, wurde stellenweise erkennbar, doch tat es der Stimmung keinen Abbruch. Und wo nicht anders möglich, holte der Songwriter sein «Robi-Phone» aus der Tasche und spielte den Akkordeon-Part ab Band.

Musikalischer Sprachkünstler ohne Klamauk

Markus Schönholzer trug kein auffälliges Kostüm, keine bunten Socken, keine schrille Frisur. Er trat weder vor einer grossartigen Kulisse noch mit einer vielköpfigen Band auf. Seine Wunderwaffen bestanden aus Mimik und Worten. Jedes der 16 Stücke an diesem Abend hat er selbst komponiert und getextet. Treffend formulierte er scharfzüngige und gewitzte Songtexte auf Mundart.

Den Schluss jeden Verses gekonnt pointiert, erstaunte er mit unerwarteten Wendungen mehr als einmal das Publikum und verblüffte mit schnellen, präzisen Reimen, die er versiert mit virtuosem Gitarrenspiel untermalte. Schönholzer verpackte banale Alltäglichkeiten überspitzt in fein akzentuierte musikalische Häppchen, die den Abend zu einem Vergnügen werden liessen.

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