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Un-erhörtes Umfeld von psychisch kranken Menschen unterstützen

Angehörige von psychisch kranken Menschen sind vom Schicksal ihres Familienmitglieds oft stark betroffen, stehen aber selbst eher am Rande der Behandlung. Die St. Galler Psychiatrien schenken ihnen jetzt mit einer Fachtagung gezielt Aufmerksamkeit.
Reinhold Meier
Ein offenes Ohr für Angehörige: Thomas Lampert im Gespräch mit Betroffenen. (Bild: Reinhold Meier)

Ein offenes Ohr für Angehörige: Thomas Lampert im Gespräch mit Betroffenen. (Bild: Reinhold Meier)

«Wir wollen Angehörigen Wertschätzung vermitteln».

So fasst Thomas Lampert das Ziel der nationalen Tagung zusammen, die erstmals im Kanton St. Gallen stattfindet. Am Samstag, 6. April, geht sie in der Klinik St. Pirminsberg zu Pfäfers über die Bühne, wo Lampert als Fachexperte arbeitet. Im Zentrum der Tagung stehen Referate und Erlebnisberichte, die sich den für Angehörige so wichtigen Fragen nach der nötigen Abgrenzung widmen, die aber auch die ganze Bandbreite der emotionalen Betroffenheit ansprechen. Denn in diesem Spagat sehen sich viele Betroffene, die ihr Familienglied einerseits unterstützen und mit ihm mitfühlen möchten, die aber zugleich auch auf ihre eigenen Energiereserven achten müssen, so Lampert.

«Hätte ich nur früher davon erfahren»

Der Nachmittag der Tagung steht dann im Fokus von Arbeitsgruppen, die das Thema aus medizinischer, pflegerischer, therapeutischer und seelsorgerlicher Sicht vertiefen. Kreativ sein, Grenzen setzen, Betroffene einbeziehen, so lauten die Akzente. «Es soll ein Forum sein von Fachleuten für Betroffene», betont Lampert, der Koordinator der Angehörigenarbeit bei den Psychiatrie-Diensten Süd (PDS), die den Anlass organisiert. Man wolle auch beitragen, unnötige Scham- und Schuldgefühle abzubauen, die sich zuweilen bei Betroffenen beobachten liessen und etwa in der Frage spürbar werden könnten «Was habe ich nur falsch gemacht?».

Aktiv dabei sind mehr als ein halbes Dutzend Experten der Pro Mente Sana, der Psychiatrie St. Gallen Nord, der Psychiatrischen Uniklinik Zürich und den Universitären Psychiatrischen Dienste Bern. Viele von ihnen sind im national tätigen Verein Netzwerk Angehörigenarbeit Psychiatrie NAP engagiert, der die Tagung mitorganisiert. NAP will Angehörige landesweit motivieren, unterstützen und Vorsorge leisten. Förderlich sei dabei eine achtsame Haltung einzuüben, besser auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, Isolation zu vermeiden und sich Unterstützung zu holen, heisst es.

Die Nachfrage steigt stetig

Die Idee, die im zweijährlichen Rhythmus stattfindende Tagung erstmals nach St. Gallen zu holen, ist einem kleinen Jubiläum der Angehörigenarbeit bei den PDS geschuldet, die vor genau zehn Jahren gegründet wurde. Sie bietet seit 2009 Vortrags- und Infoabende an ebenso wie Kurse und Einzelgespräche. Beratungen erfolgen niederschwellig, vorwiegend persönlich oder per Telefon, auch per Mail, wenn gewünscht. Die Nachfrage steigt stetig und liegt derweil bei fast 300 im Jahr. Die ersten beiden Konsultationen sind kostenfrei.

Beratungen werden am häufigsten bei Psychosen, Depressionen und Suchterkrankungen nachgefragt, mehrheitlich von Eltern und Partnern, wie der Jahresbericht zeigt. Als schönstes Kompliment dürfen Feedbacks wie jenes von einem Elternpaar gelten, das fand

«Hätten wir nur früher von dem Angebot erfahren, hätte uns das viel Leid erspart».

Bis nächsten Donnerstag, 4. April, können sich Angehörige noch zur Tagung anmelden (Telefon 081 303 63 21), die Teilnahme ist kostenlos.

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