Werdenberg/Sarganserland
Wegen Homeoffice, abgesagten Veranstaltungen und geschlossenen Restaurants: Um 25 Prozent tiefere Frequenzen bei Bus Ost

Die Bus Ostschweiz AG (BOS), zu der Bus Sarganserland Werdenberg gehört, ist zu einem Viertel weniger ausgelastet als üblich. Dies auch, weil der Zweck diverser Fahrten durch die Coronamassnahmen wegfällt.

Nadine Bantli
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Bus Sarganserland Werdenberg bekommt die Folgen von Corona ebenfalls zu spüren.

Bus Sarganserland Werdenberg bekommt die Folgen von Corona ebenfalls zu spüren.

Bild: Archiv

Vom Walensee bis zum Bodensee erstreckt sich das Einzugsgebiet der BOS. Aktuell verkehren dort alle Busse, das Nachtnetz ausgenommen, gemäss Normalfahrplan. Allerdings führen sie momentan deutlich weniger Passagiere mit. So sagt Roland Ochsner, Unternehmensleiter der Bus Ostschweiz AG, auf Anfrage:

«Insgesamt liegen die Frequenzen im ÖV momentan rund 25 Prozent unter dem Normalwert.»

Ob die Fahrgäste den öffentlichen Verkehr aus Angst vor Ansteckungen mit dem Coronavirus meiden, sei nicht bekannt. Das Schutzkonzept und die Maskentragpflicht würden laut Ochsner das Risiko einer Ansteckung äusserst gering halten. Ausserdem seien keine Fälle bekannt, bei denen sich das Personal während der Arbeitszeit mit dem Virus infiziert hätte. «Die Einhaltung des Schutzkonzeptes wird strikt umgesetzt.»

Geringerer Rückgang bei Tourismus und Freizeit

Dennoch lässt sich ein direkter Zusammenhang zwischen der Frequentierung und dem Coronavirus feststellen, wie Ochsner weiter ausführt: «Vielfach sind die Frequenzen tiefer, weil durch die Corona-Schutzmassnahmen von Bund und Kantonen der Zweck der jeweiligen Fahrten wegfällt.» Er spricht von Homeoffice-Pflicht, abgesagten Veranstaltungen oder auch der geschlossenen Gastronomie.

Gesamthaft zeigen fast alle Strecken eine ähnliche Entwicklung, bis auf diejenigen mit geringem Pendlerverkehr. «Bei Strecken, die vor allem im touristischen und Freizeitverkehr genutzt werden, ist ein deutlich geringerer Rückgang der Frequenz zu sehen», so Ochsner.

Situation gesondert betrachten

Hat die im Vergleich tiefere Frequentierung von einem Viertel Konsequenzen für einzelne Strecken? Für den Unternehmensleiter ist klar, dass die Pandemie eine Ausnahmesituation darstellt, die gesondert betrachtet werden muss.

«Aus Sicht der BOS-Gruppe wäre es fatal, wenn aufgrund dieser Situation kurzfristige Sparmassnahmen im Angebot des ÖV beschlossen würden, da sich die übergeordneten Probleme wie der Klimawandel durch die Pandemie nicht verändern werden.»

Die Förderung des ÖV bleibe nach der Pandemie weiterhin ein wichtiger Baustein. «Letztlich sind dies aber der Bund und die Kantone als Besteller der Leistungen, die dies entscheiden werden», sagt Ochsner abschliessend.