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«Völlig daneben»: Dreiste Diebe sorgen für Ärger im Nussdorf Frümsen

Nicht nur die reiche Baumnuss-Ernte dieses Jahres sorgt für gute Stimmung im Werdenberger Nussdorf Frümsen, sondern auch der Zusammenhalt unter den Leuten und die Entwicklung in der Wertschöpfungskette. Für Misstöne sorgen einzig dreiste Nuss-«Sammler».
Jessica Nigg
Hans Oppliger, Präsident des Vereins Nussdorf, bei der Nussernte im Sortengarten in Frümsen. (Bild: Jessica Nigg)

Hans Oppliger, Präsident des Vereins Nussdorf, bei der Nussernte im Sortengarten in Frümsen. (Bild: Jessica Nigg)

Der Nussbaum und mit ihm die Baumnuss haben in der Umgebung eine lange Tradition. Besonders in Frümsen, dem selbsternannten «Nussdorf». Was nach Tourismus-Gag klingt, ist viel mehr. Natürlich, Besucher freuen sich über die vielen Bezüge zur Nuss, wie zum Beispiel das nussförmige Event-Gebäude neben der Talstation der Staubern-Bahn. Insgesamt wird im Nussdorf aber die gesamte Wertschöpfungskette angekurbelt: Das beginnt bei der Nuss zum Knabbern, führt über Liköre und andere Delikatessen bis zur Verarbeitung des Nussbaumholzes zu schönen Fussböden oder wertvollen Furnieren.

Auf Biodiversität wird grosser Wert gelegt

Im Sortengarten in Frümsen sind 72 verschiedene Walnuss-Baumsorten zu finden. (Bild: Jessica Nigg)

Im Sortengarten in Frümsen sind 72 verschiedene Walnuss-Baumsorten zu finden. (Bild: Jessica Nigg)

Der Verein Nussdorf, mit Mitgliedern aus allen möglichen Sparten des Dorflebens, kümmert sich um eine breite Palette zum Thema Nuss. Neben traditionellen, touristischen oder wirtschaftlichen Faktoren spielt auch die Biodiversität eine grosse Rolle: In der Sortensammlung finden sich rund 72 verschiedene Baumnusssorten – alle aus der Deutschschweiz. Wie viele Nussbäume insgesamt im Nussdorf stehen, kann Hans Oppliger, Präsident des Vereins Nussdorf nicht sagen: «Der Verein hatte in den vergangenen Jahren gut 180 junge Nussbäume gepflanzt.

Die Nüsse der verschiedenen Sorten unterscheiden sich in Geschmack und Aussehen zum Teil stark.

Die Nüsse der verschiedenen Sorten unterscheiden sich in Geschmack und Aussehen zum Teil stark.

Es hat sehr viele ältere, sowohl in den Gärten im Dorf, aber auch auf den Wiesen und in der Tratt. Gezählt haben wir diese noch nie», erklärt Oppliger und verweist auf die vielen Bäume die ausserdem im Wald stehen und deren Hauptprodukt das wertvolle Nussbaumholz ist.

Natürlich verkommen auch die Früchte nicht: «In den Gärten und auf dem Feld werden die Nüsse sehr gerne genutzt», erklärt Oppliger. «Im Wald gibt es meist nur kleine Nüsse – die werden von den Waldtieren und Vögeln geholt.» Oppliger ist selbst ein grosser Nussfan und isst sie liebsten pur, als ganze Nüsse.

Reiche Ernte - Hans Oppliger mag die Nüsse am liebsten pur als Nusskerne - es gibt aber auch jede Menge Delikatessen, deren Grundlage sie sind. (Bild: Jessica Nigg)

Reiche Ernte - Hans Oppliger mag die Nüsse am liebsten pur als Nusskerne - es gibt aber auch jede Menge Delikatessen, deren Grundlage sie sind. (Bild: Jessica Nigg)

Aus Baumnüssen wird eine breite Palette an Delikatessen hergestellt: Sie reicht Torten, führt über Brote und Liköre bis hin zu den wieder aktuell gewordenen schwarzen «grünen» Nüssen.

Bevor die Nüsse in allen möglichen kulinarischen Variationen genossen werden können, müssen die sie zuerst gesammelt werden – heuer lohnt es sich. Nach zwei mageren Jahren in denen der Frost im späten Frühjahr die Nussbäume arg in Mitleidenschaft zog, ist die diesjährige Ernte hervorragend.

Ärger mit dreisten Nuss-«Sammlern»

Leckere Beute: Frümsen ist als Nussdorf bekannt - leider kommen nun auch «Nusstouristen», um die beliebten Steinfrüchte zu sammeln - auch auf illegale Weise. (Bild: Jessica Nigg)

Leckere Beute: Frümsen ist als Nussdorf bekannt - leider kommen nun auch «Nusstouristen», um die beliebten Steinfrüchte zu sammeln - auch auf illegale Weise. (Bild: Jessica Nigg)

Für Misstöne im Nussdorf sorgen immer wieder Personen, die – vor allem frühmorgens, bevor es richtig hell ist – ihre Autos bei der Tratt abstellen und Nüsse sammeln – nicht ganz legal und zum Teil sogar höchst dreist. Dieser «Nussklau-Tourismus» findet gemäss Hans Oppliger sogar überregional statt.

Wie der Oppliger erzählt, haben die Dorfbewohner von Frümsen vor Jahrzehnten in der Tratt so viele Nussbäume, damit später alle Dorfbewohner Zugang zu den Walnüssen haben. Die Nussbäume gehören der Ortsgemeinde Frümsen, wie Oppliger weiter erklärt. Leider sei es aber nicht mehr so, dass nur Einheimische profitieren wollen: «Es gibt immer mehr Leute aus andern Dörfern und sogar von weiter her, die sich in der Tratt mit Nüssen bedienen.» Das alleine sei schon ärgerlich, führt er weiter aus, «richtig schlimm sind aber die Leute, die mit Stangen und Steinen Nüsse herunterschlagen und so die Bäume beschädigen. Dies ist nicht erlaubt und muss mit der Zeit geahndet werden, wenn es nicht bessert, so Oppliger.

«Völlig daneben ist, dass es sogar Personen gibt, die Nüsse von privaten Grundstücken stehlen und sogar in Hausgärten eindringen.» Er appelliert deshalb an den Anstand der Nuss-«Sammler».

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