Überschwemmung im Werdenberg: Feuerwehren kamen an ihre Grenzen – Grabser Kommandant: «Das rausgepumpte Wasser ist gleich wieder reingeflossen»

In Buchs und Grabs standen die Feuerwehren in der Nacht auf Mittwoch im Dauereinsatz. Der Wettibach trat über die Ufer und hat Garagen, Keller und Strassen überflutet. Das Schlimmste ist überstanden, doch noch gibt es für die Feuerwehrleute kein Durchatmen.

Stephanie Martina
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In Buchs ist der Wettibach über die Ufer getreten und hat Strassen, Garagen und Keller überschwemmt. (Bild: BRK News)
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In Buchs ist der Wettibach über die Ufer getreten und hat Strassen, Garagen und Keller überschwemmt. (Bild: BRK News)
In Buchs ist der Wettibach über die Ufer getreten und hat Strassen, Garagen und Keller überschwemmt. (Bild: BRK News)
In Buchs ist der Wettibach über die Ufer getreten und hat Strassen, Garagen und Keller überschwemmt. (Bild: BRK News)
In Buchs ist der Wettibach über die Ufer getreten und hat Strassen, Garagen und Keller überschwemmt. (Bild: BRK News)
In der Nacht trat der Wettibach über die Ufer. (Bild: Feuerwehr Buchs)
Am Mittwochvormittag hat sich die Hochwasser-Situation etwas entspannt. (Bild: Thomas Schwizer)
Am Mittwochvormittag hat sich die Hochwasser-Situation etwas entspannt. (Bild: Thomas Schwizer)
Am Mittwochvormittag hat sich die Hochwasser-Situation etwas entspannt. (Bild: Thomas Schwizer)
Feuerwehrleute pumpen Wasser aus einem Klavier. (Bild: Thomas Schwizer)
Schliesslich geht es an Aufräumen. (Bild: Thomas Schwizer)
Schliesslich geht es an Aufräumen. (Bild: Thomas Schwizer)
Schliesslich geht es an Aufräumen. (Bild: Thomas Schwizer)
Schliesslich geht es an Aufräumen. (Bild: Thomas Schwizer)

In Buchs ist der Wettibach über die Ufer getreten und hat Strassen, Garagen und Keller überschwemmt. (Bild: BRK News)

Die vergangene Nacht wird der Grabser Feuerwehrkommandant Daniel Koller nicht so schnell vergessen: Die Wassermassen, die durch Teile des Dorfes flossen, habe er in den letzten Jahren nicht erlebt. «Die Wetti war schon immer ein Bach, der schnell ansteigt. Aber so extrem wie dieses Mal war es schon lange nicht mehr», erklärt Koller.

Die grossen Wassermassen liessen nicht nur die rund 50 Feuerwehrleute, die seit 22.30 Uhr im Einsatz stehen, an ihre Grenzen stossen, sondern auch die Pumpen. Koller sagt:

«Wir haben fast im Kreis gepumpt: Das rausgepumpte Wasser ist gleich wieder reingeflossen.»

Dass es viele Einsätze auf einmal gab, habe die Arbeit zusätzlich erschwert. Weil die Feuerwehr nicht mehr nachkam, habe man Personal und Material des Zivilschutzes aufgeboten. Bis am Mittwochmorgen wurde die Feuerwehr zu 21 Schadenplätzen gerufen. Gegen 8 Uhr waren die Einsätze beendet.

Weitere überschwemmte Keller

Koller ist erleichtert, dass das Schlimmste überstanden ist. Am frühen Mittwochmorgen sagte er: «Es hat aufgehört zu regnen, das kommt uns  entgegen. Langsam aber sicher sinkt der Pegel der Wetti und der Grundwasserspiegel geht zurück. Inzwischen kommen wir auch mit unseren Pumpen wieder nach.»

Koller geht jedoch davon aus, dass der eine oder andere Grabser erst heute Morgen bemerken wird, dass auch sein Keller unter Wasser steht. Deshalb gebe es vorerst kein Durchatmen. Und auch wenn der letzte Keller vom Wasser befreit sei, gehe die Arbeit weiter: Die Pumpen müssen gespült und die Schläuche gewaschen werden.

Hochwasser war keine Überraschung – aber das Ausmass

Weil die Meteorologen für den Abend und die Nacht viel Regen voraussagten, hat die St.Galler Notrufzentrale bereits am Abend sogenannte Vor-Alarme an die Feuerwehren im Rheintal und in Werdenberg gesendet, damit sich diese organisieren konnten. Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, sagt am Mittwochmorgen:

«Dass der Wettibach über die Ufer getreten ist, hat die Feuerwehren daher nicht überrascht – aber das Ausmass der Überschwemmungen.»
Der Wettibach ist für gewöhnlich ein schmales Bächlein, seit letzter Nacht hält er jedoch die Feuerwehren auf Trab. (Archivbild: Esther Wyss)

Der Wettibach ist für gewöhnlich ein schmales Bächlein, seit letzter Nacht hält er jedoch die Feuerwehren auf Trab. (Archivbild: Esther Wyss)

Auch in Grabs überflutete der kleine Bach ganze Strassen, mehrere Garagen und Keller. Die ganze Nacht pumpten 25 Feuerwehrleute Keller aus und versuchten die Wassermassen mit Sandsäcken und Wasserschutzschläuchen zurückzuhalten.

Die Polizei habe hingegen eine ruhige Nacht hinter sich. Man sei zu keinem der Feuerwehreinsätze gerufen worden, weil es keine Personenschäden gegeben habe.

92 Millimeter Niederschlag in St.Gallen

In den vergangenen 60 Stunden fielen in der Schweiz erhebliche Regenmengen, so gab es verbreitet zwischen 60 und 90 Liter pro Quadratmeter. An einigen Stationen waren es sogar über 100 Liter, Spitzenreiter ist La Valsainte im Kanton Freiburg mit 120 Litern. In der Ostschweiz fiel in der Stadt St.Gallen mit 92 Litern am meisten Regen.

Ab heute wird es stetig wärmer und sommerlicher. Fürs Wochenende sind bereits wieder knapp 30 Grad prognostiziert.