Trotz schwierigem Marktumfeld betont Autoneum: «Das Werk in Sevelen ist unverzichtbar»

Dank Effizienzsteigerungen und wieder erstarktem Franken wirtschaftet das einzige Schweizer Produktionswerk in Sevelen im schwierigen Marktumfeld profitabel, betont der Konzern.

Thomas Schwizer
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Das Autoneum-Werk in Sevelen arbeitet trotz stark rückläufigem Markt und wieder erstarktem Franken profitabel. (Bild: PD)

Das Autoneum-Werk in Sevelen arbeitet trotz stark rückläufigem Markt und wieder erstarktem Franken profitabel. (Bild: PD)

«In Sevelen läuft’s gut»: So lautete das Fazit von Autoneum für das einzige Schweizer Produktionswerk in Sevelen im schwierigen Geschäftsjahr 2018. Für das erste Halbjahr 2019 heisst es auf Anfrage:

«In Sevelen läuft es nach wie vor gut. Das Werk ist gut ausgelastet und auch dank Flexibilisierungsmassnahmen weiterhin profitabel.»

Der Automobilabsatz lag im ersten Halbjahr weltweit unter Vorjahr. «Auch in Sevelen spüren wir die aktuelle Produktions- und Absatzschwäche in der Automobilindustrie», teilt Autoneum mit. Deshalb werde der Einsatz von temporären Mitarbeitenden je nach Bedarf angepasst.

Fertigungsprozesse werden laufend optimiert

Gemäss Mediensprecherin Anahid Rickmann wird in Sevelen «insbesondere in die Optimierung der Fertigungsprozesse für textile Unterböden investiert, um diese noch effizienter produzieren zu können.» So entstehe beispielsweise weniger Produktionsausschuss, was sich positiv auf die Profitabilität auswirke.

Eine Massnahme zur Optimierung der Produktionsprozesse ist die Automatisierung. Sorgt die in Sevelen für eine Reduktion der Anzahl Arbeitskräfte? Dazu heisst es in der schriftlichen Antwort: «Die Automatisierung der Fertigung reduziert manuelle Tätigkeiten, gleichzeitig bieten Automatisierung und Digitalisierung aber auch Chancen durch neue Berufsfelder und steigenden Bedarf an Experten für den Betrieb und die Wartung vollautomatisierter Anlagen.»

Noch rund 340 Mitarbeiter im Werk Sevelen

In Sevelen beschäftigt Autoneum rund 340 Mitarbeiter. In den vergangenen Jahren ist der Stellenbedarf aufgrund der Automatisierung und organisatorischer Anpassungen etwas gesunken.

Insbesondere Produktionsmitarbeiter könnten gut lokal rekrutiert werden, teilt Anahid Rickmann mit. Für Stellen, die ein Studium oder Fachausbildungen erfordern, sei man aber auch auf Mitarbeiter aus anderen Regionen oder dem Ausland angewiesen.

Trotz des wieder erstarkten Franken profitabel

Der tendenziell wieder erstarkte Franken bildet eine Herausforderung für den Produktionsstandort Sevelen, der für den europäischen Markt fertigt. Eine Produktionsverlagerung in Werke im Euroraum ist aber gemäss Anahid Rickmann kein Thema. Sie betont:

«Das Werk in Sevelen hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt und ist für Autoneum ein unverzichtbarer Standort im globalen Produktionsnetzwerk.»

Aus Sevelen beliefere Autoneum unter anderem deutsche Fahrzeughersteller mit leichtgewichtigen Hitzeschildern und Unterböden und sei daher auch direkt von einer Frankenaufwertung gegenüber dem Euro betroffen.

«Dank verschiedener Effizienzsteigerungsmassnahmen wirtschaftet das Werk jedoch trotz des starken Frankens profitabel», betont Rickmann.

Konzern steigert Umsatz, präsentiert aber ein negatives Ergebnis

In einem stark rückläufigen Markt hat der Automobilzulieferer Autoneum im ersten Halbjahr 2019 den selben Umsatz wie im Vorjahr erzielt. Die weiterhin bestehenden operativen Probleme in zwei US-Werken belasten jedoch die Profitabilität des Gesamtkonzerns, der im ersten Semester wie bereits angekündigt ein negatives Konzernergebnis bekannt gab. Auch der Umsatz der Business Group Europe reduzierte sich im ersten Halbjahr 2019, womit Autoneum allerdings den Markt trotz geringerer Lieferumfänge übertroffen habe, wie Autoneum schreibt. (ts)