Trotz Kritik im Vorfeld: Steuerfuss in Grabs sinkt um 10 Prozent +++ auch alle weiteren Vorlagen gutgeheissen

Die Grabser Bürgerschaft hat am Sonntag an der Urne alle Anträge des Gemeinderates deutlich gutgeheissen.

Thomas Schwizer
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Der Mittellauf des Grabserbachs wird dank dem Ja der Bürgerschaft revitalisiert.

Der Mittellauf des Grabserbachs wird dank dem Ja der Bürgerschaft revitalisiert.

Bild: Heini Schwendener

zent Ja gab.Alle sechs Anträge der an die Urne verlegten «Bürgerversammlung» sind am Sonntag deutlich gutgeheissen worden. Dazu gehören auch das Budget mit Steuerplan und damit eine Senkung des Gemeindesteuerfusses von 120 auf 110 Prozent, zu dem es fast 75 Prozent Ja-Stimmen gab. Aber auch die drei separaten Gutachten und Anträge wurden einhellig gutgeheissen.

Budget und Steuersenkung deutlich genehmigt

In Zeiten, in denen Unternehmen und Einwohner unter den ausserordentlichen Massnahmen des Bundes auch finanziell leiden, sei eine Steuerfusssenkung in Grabs nicht opportun. Und es gebe Aufgaben in der Gemeinde, für welche das Geld, das durch die Steuerfusssenkung nicht in die Gemeindekasse fliesse, gut eingesetzt werden könnte. Solche Kritik wurde im Vorfeld der Urnenabstimmung in der Gemeinde Grabs in Leserbriefen geäussert.

Auch die SP Grabs hatte sich gegen die Senkung des Steuerfusses ausgesprochen und damit eine Ablehnung des Gemeindebudgets empfohlen. Denn das Budget und der Steuerplan sind im gleichen Traktandum verknüpft – im Gegensatz zur normalen Bürgerversammlung war an der Urne ein separater Antrag für die Ablehnung der Steuerfusssenkung nicht möglich.

Über 70 % Ja zu Bach-Revitalisierung

Budget und Steuerplan wurden, trotz der geäusserten Kritik, von der Grabser Bürgerschaft bei einer Stimmbeteiligung von 36,7 % mit 1260 Ja zu 422 Nein (74,9 % Ja) deutlich genehmigt. Noch viel deutlicher war die Zustimmung zur Jahresrechnung 2019 (95,4 % Ja) und zur Auflösung des Zweckverbandes «Logopädische Vereinigung Werdenberg» (89,1 % Ja).

Auch gegen Gutachten und Antrag Revitalisierung «Mittellauf Grabserbach» war in Leserbriefen Kritik geäussert worden. Schliesslich wurde der Bruttokredit von 1,33 Millionen Franken für dieses Projekt aber mit 1198 Ja zu 497 Nein mit 70,7 % Ja deutlich gutgeheissen. Nach Abzug von Beiträgen wird mit Nettokosten für die Gemeinde von 640000 Franken gerechnet.

Somit kann an diesem Bachlauf-Teilstück mit Vertiefungen und Aufweitungen der Lebensraum für die Fauna verbessert werden. Auf der Strecke von 600 Metern würden die Massnahmen am Gewässer zudem eine landschaftliche Aufwertung bringen, wie es im Gutachten hiess. Dank dieser Revitalisierung entstehe ein grossräumiges ökologisches Netzwerk mit positiven Auswirkungen, im Zusammenspiel mit der Revitalisierung der Simmi und weiteren geplanten Aufwertungen am Binnenkanal.

Klares Ja zum Regenwasser-Pumpwerk

Das Ja zum Regenwasserpumpwerk Wetti fiel mit 87,3 % sehr deutlich aus. Der Kredit von 1,265 Millionen Franken, an den die Stadt Buchs 212000 Franken leistet, wurde mit 1440 Ja zu 210 Nein ggenehmigt. Mit dem Pumpwerk kann ein Rückstau ins Metourwassersystem künftig vermieden werden, heisst es im Gutachten.

Damit soll es in Zukunft bei Hochwasser am Wettibach nicht mehr zum Wassereintritt in diversen Liegenschaften auf Grabser und Buchser Gebiet kommen wie es in der Vergangenheit geschah.