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«Trotz Hausärztemangel: Patienten müssen im Notfall nicht um medizinische Versorgung fürchten

Der Wahlkreis Werdenberg hat die zweittiefste Hausärztedichte im Kanton St. Gallen.
Hanspeter Thurnherr
Dr. Küngolt Bietenhard, Präsidentin des Ärztevereins Werdenberg Sarganserland, beim Blutdruckmessen in ihrer Praxis in Gams. Bild: Hanspeter Thurnherr

Dr. Küngolt Bietenhard, Präsidentin des Ärztevereins Werdenberg Sarganserland, beim Blutdruckmessen in ihrer Praxis in Gams. Bild: Hanspeter Thurnherr

Eine Frau aus der Region Werdenberg, welche ein gesundheitliches Problem bekam, versuchte kürzlich bei verschiedenen Hausärzten, einen Termin zu bekommen. Doch zuerst ohne Erfolg. Überall wurde sie abgewiesen, mit der Bemerkung: «Wir nehmen keine neuen Patienten mehr.» Glücklicherweise fand sich doch noch ein Arzt bereit, sie zur Konsultation zu empfangen. Ähnliches hörte die Frau von einer anderen Frau. In die Region gezogen habe diese auch nach eineinhalb Jahren noch keinen Hausarzt gefunden.

Anzahl Hausärzte ist manchen unbekannt

Dr. Küngolt Bietenhard, die Präsidentin des Ärztevereins Werdenberg Sarganserland, sagt auf Anfrage des W&O: «Das stimmt zum Teil schon, besonders für Buchs. Aber es kommt auf die Situation an. Zum Teil wissen die Leute nicht, wie viele Hausärzte wirklich da sind.» Sie empfiehlt, auf der Website der Wohngemeinde nach den Adressen der Hausärzte zu suchen oder auf der Gemeinde zu fragen. Denn die Situation verändere sich immer mal wieder. So gebe es zum Beispiel in Sevelen neben Silke Henzen nun wieder eine andere Hausarztpraxis mit sogar einer Gynäkologin. Auch stellten einzelne Hausärzte für einige Monate Praxisassistenten ein.

Das sind ausgebildete Ärzte, denen aber die Erfahrung als Hausärzte noch fehlt. «Als Hausarzt musst du ein breit ausgebildeter Allrounder sein. Hier lernen die Assistenten viel Neues kennen und auch mit gewissen Unsicherheiten umzugehen.» Mit diesem «Service» könne es den Hausärzten gelingen, die Praxisassistenten für die Aufgabe als Hausärzte zu begeistern. Für Bietenhard, die selber eine Hausarztpraxis in Gams betreibt, ist klar, dass sich die Situation noch verschärfen wird, weil in den nächsten Jahren einige Hausärzte pensioniert werden. Zudem sei das «Haus»-Modell (der Arzt hat seine Praxis dem Wohnhaus angegliedert) ein Auslaufmodell ist. «Immer mehr Hausärzte wollen nicht dort wohnen, wo sie arbeiten. Gruppenpraxen wie zum Beispiel Pizol Care, in denen die Ärzte angestellt sind, sind begehrter.»

In der Region gibt es einen Notfalldienst

Sowohl Küngolt Bietenhard wie die Kantonsärztin Dr. Danuta Reinholz raten Personen bei gesundheitlichen Problemen davon ab, direkt zur Notfallstation des Spitals zu gehen. «Sonst werden diese mit Bagatellfällen überschwemmt und haben weniger Zeit für die wirklichen Notfälle. Im Werdenberg und Sarganserland gibt es einen Notfalldienst, den die Hausärzte abwechselnd übernehmen», sagt Bietenhard. Falls also der Hausarzt nicht erreichbar ist, gilt für das Werdenberg die Nummer 0900740742. Danuta Reinholz ergänzt: «Melden sich Personen mit einer akuten gesundheitlichen Problematik in einer Arztpraxis, so hat diese eine Beistandspflicht und muss die Patienten aufnehmen. Dafür planen die meisten Arztpraxen auch Zeitfenster in der Praxisagenda ein.»

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