Trotz Corona-Massnahmen: «Soziale Kontakte sind für ältere Menschen in den Werdenberger Altersheimen sehr wichtig»

Die Altersheime der Region Werdenberg schränken teilweise Besuche ein – betonen aber, dass soziale Kontakte gut für alte Menschen sind.

Alexandra Gächter
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Abstand halten gilt derzeit wegen des Corona-Virus. Ältere Menschen sollen deswegen aber nicht vereinsamen.

Abstand halten gilt derzeit wegen des Corona-Virus. Ältere Menschen sollen deswegen aber nicht vereinsamen.

Christian Beutler / KEYSTONE

«Besuche von unseren Bewohnerinnen und Bewohnern sind im Moment nicht möglich. In akuten Ausnahmefällen kann eine schriftliche Bewilligung von der Heimleitung ausgestellt werden.» Diese Bestimmung galt im Altersheim in Au schon letzte Woche.

Die Werdenberger Altersheime gingen bisher noch nicht so weit wie dasjenige im Rheintal. Bisher durften die betagten Werdenbergerinnen und Werdenberger in Altersheimen von ihren Angehörigen noch besucht werden. So konnte beispielsweise am Freitag eine Frau im Altersheim Forstegg in Sennwald im Kreise einiger Familienangehöriger ihren 96. Geburtstag feiern.

Kein Besuch ab drei oder mehr Personen in Sevelen

Die Altersheime in der Region Werdenberg sprechen sich bezüglich den Richtlinien ab und versuchen, wo möglich die gleichen Weisungen herauszugeben. Grossen Gruppen wird künftig abgeraten, Altersheimbesuche wahrzunehmen. Ab wann eine Gruppe als gross gilt, wird aber unterschiedlich gehandhabt. «Bei uns gilt eine Gruppe von drei Personen als gross. Wir lassen deshalb nur einzelne Besucher oder zwei zusammen zu den betagten Bewohnern», sagt Heimleiterin Andrea Fischlmayr vom Altersheim Gärbi in Sevelen. «Während das Haus Wieden über grössere Säle verfügt, in denen sich die Besucher verteilen können, sind wir ein kleineres Altersheim mit weniger Platz. Deshalb müssen wir restriktiver sein», so Fischlmayr.

Ein komplettes Besucherverbot begrüssen die Werdenberger Altersheime nicht. «Soziale Kontakte sind für ältere Menschen sehr wichtig», sagt Heimleiterin Domenika Schnider Neuweiler vom Haus Wieden, Buchs. «Wir verzichten deshalb nicht auf alle Besuche – ausser der Bund ordnet dies an.» Das Haus Wieden hat alle Angehörigen per Brief informiert, dass sie nicht kommen dürfen, wenn sie Erkältungssymptome aufweisen. Selbstverständlich wurde auf die geltenden Hygienemassnahmen hingewiesen. Das Haus Wieden hat seit Ausbruch des Corona-Virus einen leichten Besucherrückgang bemerkt. Im Alterswohnheim Möösli in Gams kämen derzeit weniger Kinder. Abweisen mussten sie niemanden.

Die Altersheime der Region Werdenberg verzichten derzeit auf externe Veranstaltungen wie Lotto- und Jasstreffen. «Der Pfarrer darf aber für die Altersheim-Gottesdienste noch ins Haus», so Andrea Fischlmayr, Altersheimleiterin in Sevelen. Interne Veranstaltungen wie Bewegungs- und Gedächnistrainings werden derzeit weiter durchgeführt.

An Notfallplänen wird gearbeitet

Nicht nur die Besucherregelung und die Hygienemassnahmen beschäftigen die Altersheime, sie müssen sich auch fragen, wie sie den Betrieb aufrecht erhalten können, wenn ein Teil der Mitarbeiter wegen des Corona-Virus daheim bleiben muss. «Wir machen uns im Moment Gedanken zu einem Notfallszenario.

Dieses würde regeln, welche Prozesse wir anpassen, ohne die Sicherheit der Bewohner zu gefährden. Als Beispiel könnten wir interne Sitzungen und interne Veranstaltungen streichen», sagt Heimleiterin des Haus Wieden Domenika Schnider Neuweiler. Zivilschützer könnten in der Hotellerie helfen Ebenfalls Gedanken gemacht hat sich das Altersheim Gärbi. Andrea Fischlmayr sagt, dass sie vom Amt für Soziales angefragt wurde, ob sie den Einsatz von Zivilschützer benötigt.

«Im Moment kommen wir ohne die Zivilschützer klar, aber wenn ein Teil der Mitarbeiter krank ist, müssen wir diese Hilfeleistung in Anspruch nehmen.»

 Die Zivilschützer können mangels Ausbildung nicht in der Pflege eingesetzt werden, jedoch wären im Notfall helfende Hände in der Hotellerie und Gastronomie der Altersheime willkommen. Die verbleibenden Mitarbeiter, welche eine Ausbildung im Gesundheitswesen haben, werden in der Pflege benötigt.

Wie die Regierung am Wochenende bekannt gab, sollen Besuche in Spitälern sowie Alters- und Pflegeheimen nun aber ab Montag, 16. März, stark eingeschränkt werden.