Trotz anhaltend schwierigem Marktumfeld: Autoneum-Werk in Sevelen verzeichnete im Jahr 2019 ein sehr gutes Betriebsergebnis

Trotz roten Zahlen beim Automobilzulieferer Autoneum: Das einzige Schweizer Produktionswerk ist profitabel.

Thomas Schwizer
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Das Werk Sevelen hat ein gutes Jahr hinter sich: Betriebsleiter Mario-Martin Kolar bei einer Führung in Sevelen.

Das Werk Sevelen hat ein gutes Jahr hinter sich: Betriebsleiter Mario-Martin Kolar bei einer Führung in Sevelen.

Bild: Thomas Schwizer (31.10.2017)

«Autoneum ist 2019 organisch um 2,5 % gewachsen und hat damit den rückläufigen Markt deutlich übertroffen.» Diese positive Meldung hat der Automobilzulieferer Autoneum am Mittwoch mit den Jahreszahlen vermeldet. Und dies, obwohl die Nachfrageschwäche auf dem Weltmarkt zu einem weltweiten Produktionsminus von knapp 6 % führte.

Vor allem grosse Probleme in Nordamerika sorgten trotz einer leichten Umsatzsteigerung auf 2,3 Milliarden Franken für einen Konzernverlust von 77,7 Millionen Franken.

Sevelen etwas schwächer ausgelastet, aber auf hohem Niveau

Die Autoproduktion war 2019 auch in Europa rückläufig. Das führte bei der Business Group Europe zu einem Umsatzrückgang von 5,6 % in Lokalwährungen und 8,5 % in Schweizer Franken – auf 900,9 Millionen (Vorjahr: 984,5).

Entsprechend der Marktentwicklung war auch das einzige Schweizer Produktionswerk in Sevelen etwas schwächer ausgelastet – «jedoch immer noch auf hohem Niveau», teilte Autoneumsprecherin Anahid Rickmann auf Anfrage mit. Sevelen habe ein sehr gutes Betriebsergebnis erreicht.

Sevelen praktiziert «operative Exzellenz»

Dieses Werk habe zusätzliche Effizienzsteigerungen, Optimierungen in den Herstellungsprozessen und Energieeinsparungen erzielt, den Recyclinganteil erhöht und den Materialverbrauch reduziert. So sei das Werk, das hauptsächlich für deutsche Kunden im Euro-Raum produziert, trotz starkem Franken auch 2019 profitabel gewesen. «Das Werk in Sevelen praktiziert kontinuierlich operative Exzellenz», gibt es ein dickes Lob aus der Konzernzentrale.

Investiert wurde 2019 in Sevelen vor allem in die Materialeffizienz bei der Ultra-Silent-Produktionslinie für Unterbodensysteme und in die Energieeffizienz. Hier werden auch Komponenten für alternative Antriebe wie Elektrofahrzeuge gefertigt, wofür gemäss Rickmann bereits zusätzliche Aufträge eines deutschen Herstellers vorliegen.

Mitarbeiterzahl dem Produktionsvolumen angepasst

Für 2020 erwartet Autoneum auch in Sevelen einen leichten Umsatzrückgang, vor allem wegen geringerer Produktionsvolumen der deutschen Kunden.

2019 wurde in diesem Werk die Mitarbeiterzahl angepasst, «vor allem bei Zeitarbeitern». Ende 2019 waren in Sevelen rund 320 Personen beschäftigt, 20 weniger als ein Jahr zuvor.

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