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Toggenburger Luchsin Alma ist verschwunden

Zehn Jahre nachdem der letzte Luchs in der Ostschweiz ausgesetzt wurde, ist der Bestand weiterhin leicht ansteigend. Im Gebiet Speer, Churfirsten und Alvier ist er aber gesunken.
Katharina Rutz
17 erwachsene Luchse tappten vergangenen Winter in die Fotofallen von Kora. (Bild: PD)

17 erwachsene Luchse tappten vergangenen Winter in die Fotofallen von Kora. (Bild: PD)

Die grossen Schneemengen des vergangenen Winters stellten den Toggenburger Wildhüter Urs Büchler vor Herausforderungen bei seinem Einsatz für das Fotofallenmonitoring zur Erhebung des Luchsbestandes. «Schon auf dem Weg zu den Fallen versank ich mit meinen Skiern oft bis zu den Knien im Schnee», erinnert sich der Wildhüter. Vor Ort waren die zwei Kameras des Fotofallenstandortes dann oft unauffindbar. «Sie waren total eingeschneit», lacht er.

Dennoch gelang es dem Kompetenzzentrum für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (Kora) wieder, aussagekräftige Resultate zu erzielen. Sie fanden heraus, dass die Luchsdichte in der Ostschweiz 2,53 Tiere je 100 Quadratkilometer beträgt. Konkret wurden 17 selbstständige Luchse und rund zehn Jungtiere erfasst. «Wichtig ist, dass die Erhebung in der ganzen Schweiz gleich durchgeführt wird und wir somit die Bestandesentwicklung auch national betrachten können», sagt Urs Büchler. «Der schweizweite Vergleich bestätigt, dass der Bestand des Luchses in der Ostschweiz gesichert ist.» Tatsächlich befindet sich die Region im Mittelfeld aller Schweizer Luchsgebiete. Am höchsten ist die Luchsdichte im Gebiet Jura Süd (3,48) und am tiefsten im Gebiet Wallis Nord (0,92). Kurz nach dem Monitoring verstarben allerdings zwei Luchse und einer wurde in den Pfälzerwald umgesiedelt.

Ein kranker Luchs in Gams

Das Weibchen B313 wurde im Januar in der Nähe von Gams fotografiert, einen Monat später wurde es tot aufgefunden. «Die Luchsin hatte Räude, was bereits auf dem Fotofallenbild ersichtlich war», sagt Urs Büchler. In den Jahren zuvor hatte es aber regelmässig Nachwuchs. B313 selbst war eine Tochter der Luchsin Noia, die vor über zehn Jahren in die Ostschweiz umgesiedelt wurde. Zwischen 2001 und 2008 wurden sieben Luchse aus den Nordwestalpen und fünf aus dem Jura hierher umgesiedelt. Die ersten Luchse bezogen ihre Reviere wenige Monate nach der Freilassung bevorzugt im Raum Speer und Churfirsten. Da die Luchse mit Sendern an Halsbändern ausgerüstet waren, konnten ihre Wanderungen nachverfolgt werden. Nach und nach gingen die Sender jedoch verloren oder funktionierten nicht mehr.

Letzte umgesiedelte Luchsin verschollen

Am längsten konnte der Verbleib von Alma nachvollzogen werden. Die Luchsin wurde im Jahr 2008 in der Ostschweiz freigelassen und konnte bis 2016 mehrmals jährlich nachgewiesen werden. Seit Juli 2016 fehlt allerdings von ihr jede Spur. Auch im Monitoring vom letzten Winter konnte sie nicht mehr fotografiert werden. Dies lässt die Fachleute vermuten, dass sie nicht mehr lebt. Allerdings gibt es von ihr und auch ihren Töchtern viele Nachkommen. «Die meisten Luchse mit bekannter Abstammung sind direkte Nachkommen von Alma», heisst es im Bericht zum letzten Luchsmonitoring.

Wildhüter Urs Büchler (Bild: Urs Hemm)

Wildhüter Urs Büchler (Bild: Urs Hemm)

Urs Büchler hatte rund 15 Fotofallen zu betreuen. «Auffällig war, dass die Luchse oft in die selben Fallen tappten und mehrmals fotografiert werden konnten», sagt er. Alle erwachsenen Luchse waren den Forschern ausserdem bereits aus dem letzten Monitoring bekannt. Abgesehen von den Jungtieren habe es also keine Unbekannten gegeben, heisst es im Bericht.

Aus seinen persönlichen Beobachtungen schliesst Büchler, dass der Rehbestand im Obertoggenburg wieder leicht angestiegen ist. Ob dies allerdings mit dem ausgezeichneten Kitzjahr oder mit der Abwanderung der Luchse zusammenhängt, kann er nicht mit Sicherheit sagen.

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