Tischfussball: Ein schnelles Spiel mit Köpfchen

WM-Teilnehmer Walter Strassnigg ist leidenschaftlicher Tischfussballspieler. Er liebt das Tempo und die strategischen Möglichkeiten.

Robert Kucera
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Nach Silber 2017 in Hamburg hat Walter Strassnig mit der Senioren-Nati Bronze in Murcia geholt. Jetzt fehlt in seiner Sammlung nur noch Gold. (Bild: Robert Kucera)

Nach Silber 2017 in Hamburg hat Walter Strassnig mit der Senioren-Nati Bronze in Murcia geholt. Jetzt fehlt in seiner Sammlung nur noch Gold. (Bild: Robert Kucera)

«Meine Stärke ist das Doppel. Einzel spiele ich nicht gerne», gibt Walter Strassnigg bereitwillig Auskunft über seine Lieblingsdisziplin in seiner Sportart Tischfussball. «Vier Stangen sind mir zu viel», ergänzt er rasch und lässt ein herzhaftes Lachen folgen. Was der 69-Jährige in der Doppelkonkurrenz draufhat, zeigte der Seveler jüngst an den Weltmeisterschaften in Murcia (Spanien) Anfang Juli. Die glanzvollen Auftritte der Senioren-Nationalmannschaft in der Gruppenphase waren auch ein Verdienst des Doppel-Spezialisten Strassnigg.

Die souveränen Auftritte der Schweizer Senioren-Nationalmannschaft in der Gruppenphase waren auch ein Verdienst des Doppel-Spezialisten.

«Im Doppel bin ich sehr gut. Ich kann gut variieren, spiele vorne und hinten gerne»,

sagt Strassnigg. Doch egal auf welcher Position das Mitglied des Tischfussballvereins Gams seinen Platz einnimmt, auf eines müssen sich seine Gegenspieler einstellen: «Am liebsten schiesse ich Tore.»

Das eigene Spiel planen und den Gegner studieren

Dem ehemaligen Fussballer (FC Goldach) musste allerdings erst ein Missgeschick widerfahren, ehe er zur Sportart Tischfussball fand. «600 Kilo sind mir auf die Beine gefallen», erinnert sich der frühere Schlosser Walter Strassnigg an den Arbeitsunfall, der seine Fussball-Karriere abrupt beendete. Rasch ging er auf die Suche nach einer neuen Beschäftigung. Seit etwa 25 Jahren, so schätzt der Seveler, spielt er nun Tischfussball. Mit einem kurzen Unterbruch immer beim TFV Gams. «Die neue Lokalität gefällt mir und ist ein zusätzlicher Anreiz, hier zu spielen», äussert er sich zum Umzug ins Billard- und Tischfussballcenter Buchs.

Ihm behagt das temporeiche Spiel, in welchem wache Reflexe ebenso gefragt sind wie geschicktes Agieren und Reagieren. «Es ist gut für die Finger. Würde ich es nicht spielen, hätte ich wohl schon lange Gicht.» Strassnigg erklärt weiter, dass Tischfussballspiel ein strategisch anspruchsvoller Sport ist. «Man muss sein Spiel planen, aber auch studieren, was wohl der Gegner vorhat.» Die richtige Taktik, sein Gegenüber auf dem falschen Bein erwischen, das mache den Reiz aus, hält Strassnigg fest. «Das sind Sachen, die man üben muss.» Das Studium der Kontrahenten ist derweil nicht zu unterschätzen.

«Wenn man den Gegner kennt, ist es einfacher. So weiss man, wie man den gefährlichsten Schuss erfolgreich verteidigen kann»,

nennt der 69-Jährige ein Beispiel.


Was Walter Strassnigg ebenfalls an dieser Sportart schätzt, ist: «Ich kann mich trotz meines Alters mit jungen Spielern messen.» Er ist stolz, dass er mit den jungen Spielern problemlos mithalten kann und dass diese sogar Mühe mit seinem Spiel haben. Es gibt somit keinen Grund, an einen Rücktritt zu denken. Zumal die «Mission Gold» an den Weltmeisterschaften 2021 im französischen Nantes noch ansteht.