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Tiere tun betagten Menschen gut

Tiere haben besonders auf das psychische, aber auch auf das physische Wohlergehen älterer Menschen einen positiven Einfluss. Sie können die Lebensqualität im Alter wesentlich verbessern.
Jessica Nigg
Tiere können (nicht nur) Seniorinnen und Senioren den Tag versüssen. (Bild: Jessica Nigg)

Tiere können (nicht nur) Seniorinnen und Senioren den Tag versüssen. (Bild: Jessica Nigg)

Verschiedene wissenschaftliche Studien belegen die gesundheitsfördernde Wirkung von Tieren. Dieses Wissen wird in der Betagtenbetreuung immer mehr umgesetzt – auch in der «W&O»-Region. Bisher fehlten zu diesem Thema jedoch Zahlen und Fakten. Der Schweizer Tierschutz STS hat deshalb eine schweizweite Studie durchgeführt. Auf die Frage, ob in ihrer Institution eigene oder von den Bewohnerinnen und Bewohnern mitgebrachte Tiere leben, haben 82 Prozent mit Ja und nur gerade 18 Prozent mit Nein geantwortet. «Das ist ein erstaunlich hoher Ja-Anteil, was sehr erfreulich ist», äussert sich Fabienne Häberli, die für das Projekt Grizzly (siehe Kasten Seite 5) Verantwortliche vom Schweizer Tierschutz STS. Auf die Frage, ob in ihrer Institution Tiere grundsätzlich erlaubt seien, habe nur knapp ein Fünftel der Heime mit einem klaren Nein geantwortet.

Tiere auch in hiesigen Residenzen beliebt

Auch in der Region setzen immer mehr Heime auf die positive Wirkung von Haustieren – so zum Beispiel das Haus Wieden in Buchs. Wie Heimleiterin Domenika Schnider auf Anfrage erklärt, wohnen in dieser Institution mehrere Tiere. «Wir haben selbst zwei Heimkatzen», sagt die Heimleiterin. Ob die Haltung eines Tieres erlaubt werden könne, im Einzelfall geklärt werden, sagt sie, gibt aber zu Bedenken: «In den vergangenen anderthalb Jahren hatten wir diesbezüglich von unseren Bewohnern aber nie eine Anfrage erhalten.» Vorstellen könnte sich Domenika Schnider die Haltung von Kleintieren in gewissen Fällen. Mit den beiden Heimkatzen ist die Schar der tierischen Heimbewohner im Haus Wieden noch nicht vollzählig: «Wir haben auch Enten in einem Gehege und eine Voliere mit weiteren Vögeln.» Im Rahmen weiterer Programme mit Tieren bekommen die Heimbewohner zudem einmal pro Woche Besuch von einem Therapiehund. Das beliebteste Haustier in der Alters- und Pflegeheimen ist eindeutig die Katze. Das Haus Wieden bestätigt diesen Trend. Eine Erklärung dafür mag sein, dass eine Katze im Vergleich zu anderen Haustieren sehr selbstständig ist. Auch Fische sind gegenüber anderen Haustieren relativ pflegeleicht.

Tiere können das Herz öffnen

«Wir haben die Teilnehmer der Umfrage gebeten, mit eigenen Worten zu beschreiben, welche positiven Erfahrungen sie mit ihren Tieren im Alltag erleben», erklärt Fabienne Häberli vom STS. Grundsätzlich bringen Tiere Freude und Abwechslung sowie Humor in den Heimalltag. Bewohner erfahren Zuwendung durch Tiere, was vielen das Herz öffnet. Nicht zuletzt demente Personen werden durch die Tiere beruhigt. Die Betreuung von Tieren vermittelt den Bewohnern das Gefühl, gebraucht zu werden und durch die Bewegung – zum Beispiel durch einen kleinen Spaziergang mit einem Hund – kommen Körper und Geist in Schwung. «Insbesondere die Erfahrungen mit dem Therapiehund waren sehr positiv», berichtet auch Domenika Schnider vom Haus Wieden. Natürlich hat die Haltung von Tieren in Alters- und Pflegeheimen auch negative Seiten. Zu den Schwierigkeiten gehört der Mehraufwand in Sachen Hygiene und Sauberkeit. Ausserdem mögen manche Bewohner keine Tiere und zeigen Angst oder Aggression oder sind schlicht allergisch auf Tierhaare. Ein weiteres Problem sind Konkurrenz und Neid um die Gunst und Aufmerksamkeit der Tiere. Im Haus Wieden in Buchs denkt die Heimleitung über den Ausbau der Tierhaltung nach. Dies aber nicht etwa aufgrund von Reaktionen von Bewohnern, sondern aus eigenem Antrieb, wie Heimleiterin Schnider erklärt. Geäussert habe sich diesbezüglich noch kein Bewohner. Sie zieht das Fazit, dass Tierhaltung in Alters- und Pflegeheimen eine spannende und belebende Erfahrung sei, jedoch sehr zeitaufwendig, will man die Tiere artgerecht halten.

Wichtiges Anliegen wurde erkannt

Für den Schweizer Tierschutz STS sind die Ergebnisse der Studie sehr erfreulich, so Fabienne Häberli: «Dass ältere Menschen auch ihren letzten Lebensabschnitt mit ihren geliebten Vierbeinern verbringen dürfen, scheint vielen Alters- und Pflegeheimen ein Anliegen zu sein.» Denn oft sei das Tier der einzige ständige Begleiter und nehme eine wichtige Rolle im Leben eines älteren Menschen ein.

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