Theresia Hangartner aus Buchs ist mit 100 Jahren immer noch glücklich

Seit gut zwei Monate geniesst Theresia Hangartner aus Buchs das Wohnen im Haus Wieden. Andrea Müntener-Zehnder hat sich mit der 100-Jährigen getroffen.

Andrea Müntener-Zehnder
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Theresia Hangartner zog erst mit 100 Jahren ins Altersheim.

Theresia Hangartner zog erst mit 100 Jahren ins Altersheim.

Andrea Müntener-Zehnder

Wie geht es Ihnen Frau Hangartner?

Einfach gut.

Stellen Sie sich bitte vor.

Vor über 100 Jahren bin ich als jüngstes von acht Kindern in Balgach zur Welt gekommen. Dort verbrachte ich die Kind- und Jugendzeit. Mit 19 Jahren heiratete ich meinen Markus, einen herzensguten Mann. Selbstverständlich – wie es sich für damals gehörte – war mein Brautkleid lang und weiss. Uns wurden drei Kinder, vier Enkelkinder sowie fünf Urenkel geschenkt. Ich liebte das Muttersein und ich kann wirklich sagen, ich habe ein sehr glückliches und zufriedenes Leben. Einzig, mit 52 Jahren verlor ich viel zu früh meinen Mann. Vor vielen Jahren bin ich zu meinem Sohn nach Buchs gezogen. Anfang November letzten Jahres, kurz nach meinem 100. Geburtstag, zog ich um ins Haus Wieden, wo es auch herrlich ist. Ich bin zwar nicht heikel, ich esse alles. Aber ich sage Ihnen, das Essen hier schmeckt hervorragend. Leider musste ich meine «Buslä» bei meinem Sohn lassen, gerne hätte ich die Katze mit ins Haus Wieden genommen.

Erinnern Sie sich an Ihre Schulzeit?

Sehr gut sogar. Mein Lehrer – Herr Stillhard – war sehr streng. Dass ich eine sehr gute Schülerin gewesen bin, war ein grosser Vorteil und ich hatte nichts zu befürchten. Am liebsten mochte ich Schreiben, das gefiel mir viel besser als Rechnen und Lesen. Nach der Schule musste ich gleich in der heimischen Stickerei ins Arbeitsleben einsteigen. Das war gewinnbringender für meine Eltern, wenn die eigenen Kinder für Kost und Logis zu Hause arbeiteten, als Fremden einen Lohn zu zahlen. In der elterlichen Stickerei arbeitete ich bis zu meiner Hochzeit.

Wo sind Unterschiede in der Schule damals und heute?

Sicherlich im Schulweg. Früher nahm man lange Schulwege zu Fuss in Kauf. Man fragte nicht – es war einfach so. Heute werden viele Kinder bereits im Kindergarten von den Eltern, wenn es auch nur ein paar Meter sind, mit dem Auto chauffiert.