Teure Dummheit: Fussballfan aus der Schweiz schubst Liechtensteiner Polizisten

Ein 21-Jähriger entzog sich einer Polizeikontrolle. Dafür kassierte er eine teilbedingte Geldstrafe in der Höhe von 28800 Franken. Aufgrund der neuerlichen Vorkommnisse muss er sich auch für eine Sachbeschädigung im Rheinparkstadion verantworten.

Bettina Stahl-Frick
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Ein junger Mann hat sich einer Personenkontrolle entzogen und dafür eine teilbedingte Geldstrafe kassiert.

Ein junger Mann hat sich einer Personenkontrolle entzogen und dafür eine teilbedingte Geldstrafe kassiert.

Tatjana Schnalzger

«Ich stehe zu meinem Fehler», sagte der 21-jährige Angeklagte aus der Schweiz. Warum er diese Dummheit gemacht habe, wisse er nicht. Allerdings hat er jenen Abend im Januar dieses Jahres anders in Erinnerung, als ihn die liechtensteinische Staatsanwaltschaft in ihrem Strafantrag beschreibt.

Diese wirft ihm vor, sich einer Personenkontrolle entzogen und den Polizisten mit beiden Händen gegen die Brust von sich gestossen zu haben. Ausserdem soll er sich anschliessend mit Gewalt aus dem Halskontrollgriff des Polizisten befreit haben. Durch das Handgemenge gingen beide zu Boden und fielen die Böschung auf dem Rheindamm hinunter. Dabei verletzt hat sich weder der Angeklagte noch der Polizist.

Durch «Bodycheck» die Böschung hinuntergestürzt

Dass er mit dem Polizisten die Böschung hinuntersauste, daran konnte sich der Angeklagte noch erinnern. Wie es dazu kam, war dem 21-Jährigen allerdings etwas anders im Gedächtnis: «Ich bin mit meinen Kumpels den Rheindamm entlanggelaufen, etwa in der Mitte der Gruppe.» Zwar habe er wahrgenommen, dass die Polizei aufgetaucht war, nicht aber, dass diese eine Personenkontrolle angekündigt hatte.

Der Angeklagte beschrieb:

«Ich habe versucht, zwischen zwei Polizisten durchzugehen und habe dabei den einen an der Schulter erwischt, so quasi Bodycheck-mässig.»

Dadurch sei er ins Stolpern gekommen und habe aus Reflex den Polizisten mit auf den Boden gerissen, bevor beide die Böschung runterpurzelten.

An einen Halskontrollgriff der Polizei kann sich der Angeklagte nicht mehr erinnern. Auch dann nicht, als ihn der Staatsanwalt darauf aufmerksam machte, dass alle Beweisergebnisse darauf hindeuten, dass es diesen sehr wohl gegeben habe und er sich gemäss den Aussagen der Zeugen gewaltsam davon befreit haben soll. «Ich bleibe bei meiner Verantwortung», beharrte der Angeklagte auf seiner Sicht der Dinge.

Angeklagter beschädigte Stuhl im Rheinpark Stadion

Der Angeklagte ist bereits vor dem Vorfall polizeilich aufgefallen, als er im November vergangenen Jahres im Rheinpark Stadion in Vaduz einen fixierten Stuhl beschädigte. Den finanziellen Schaden in der Höhe von 360 Franken hat er freiwillig gegenüber der Gemeinde Vaduz beglichen.

So wäre er fürs Erste in Form einer Diversion mit einem blauen Auge davongekommen. Aufgrund der neuerlichen Vorkommnisse wurde diese allerdings widerrufen, weshalb sich der Angeklagte nicht nur für den Vorwurf des Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu verantworten hatte, sondern auch wegen Sachbeschädigung.

Von einer Freiheitsstrafe wurde abgesehen

Der Richter sprach den Angeklagten schliesslich schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe in der Höhe von 28800 Franken, wovon er die Hälfte, also 14400 Franken, bezahlen muss, den Rest hat der Richter bedingt ausgesprochen, angelegt auf eine dreijährige Probezeit. Der Strafrah­men für das Vergehen des ­Widerstandes gegen die Staatsgewalt beträgt bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe.

Der Richter war jedoch überzeugt, dass eine Geldstrafe ausreiche, um den Angeklagten vor weiteren Straftaten abzuhalten, wie er sagte. Allerdings machte er dem Angeklagten deutlich klar: «So kann es nicht weitergehen!» Sollte es zu einem weiteren Vorfall kommen, würde es nicht mehr bei einer Geldstrafe bleiben, warnte er den 21-Jährigen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.