Suppenzmittag in Grabs stand unter dem Thema resistente Saatgut - Vier Sozialprojekte werden mit der «Brot für Alle»-Kampagne unterstützt

Die evangelische Kirchgemeinde Grabs-Gams startete die «Brot für Alle»-Kampagne mit Gottesdienst und Suppenzmittag.

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Die Startgottesdienst-Besucher genossen beim anschliessenden Suppenzmittag Suppe und Kuchen.

Die Startgottesdienst-Besucher genossen beim anschliessenden Suppenzmittag Suppe und Kuchen.

Bild: PD

(pd) Der «Brot für Alle» (BfA)-Startgottesdienst, musikalisch begleitet von der Dorfmusig, stand unter dem Thema Saatgut. Wie Pfarrer Martin Frey beim Anlass sagte, geraten die Bauern im Süden unter den Druck grosser Saatgutkonzerne, die ihnen das Tauschen und Selberzüchten verbieten wollen.

Riethof-Landwirt Hans Rüdisühli erklärte im Gespräch mit Frey, dass ihm das Schweizer Saatgut des regionalen Händlers vor allem Sicherheit biete, da er aus verschiedenen Sorten aussuchen kann und es sauber, kontrolliert und nicht pilzbelastet ist.

Politik habe grossen Einfluss auf die Landwirtschaft

Ihm sei wichtig, dass das Saatgut resistent gegen Krankheiten sei und guten Ertrag bringe. In der Schweiz habe die Politik via Direktzahlungen grossen Einfluss auf die Landwirtschaft. Er habe das Gefühl, dass die Gesellschaft die Arbeit der Bauern nicht mehr so ganz wertschätze.

Die Predigt drehte sich dann um die Geschichte vom Säen und deren Bedeutung (Matthäus, Kap. 13, Vers 24–30). Beides wächst, das Getreide und das Unkraut – das Gute und das Böse. Das Böse wird nicht vorzeitig «ausgerissen». So haben viele das Gefühl, das Böse komme viel zu gut durch die Welt. «Doch das Recht, das Böse auszureissen, hat nur Gott», sagte Frey. Gemäss Paulus sollten wir das Böse mit dem Guten überwinden.

Projekte in Palästina, Kongo, Bolivien und Malaysia

Anni Vetsch, Leiterin Mission der Kirchgemeinde, stellte die vier Projekte vor, welche dieses Jahr mit der BfA-Kampagne unterstützt werden. In der Demokratischen Republik Kongo wird die gesundheitliche Grundversorgung in einem Projekt von Mission 21 unterstützt. Im Südwesten des Landes leidet die Bevölkerung vor allem an Malaria, Durchfall, Atemwegerkrankungen und Mangelernährung. Im Zentrum steht die Prävention.

Zentrum fördert Jugendliche und Kinder mit geistiger Behinderung

In Palästina wird über Mission 21 das Reha-Zentrum Sternberg in der Nähe von Ramallah mitfinanziert. Das Zentrum fördert Jugendliche und Kinder mit geistiger Behinderung. In Bolivien wird ein Projekt der methodistischen Kirche unterstützt, in welchem mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet wird.

In Malaysia fördert ein Projekt von Mission 21 die Berufsbildung benachteiligter Kinder und Jugendlichen in der Schule für Immigrantenkinder. Die Projekte sollen mit je 3000 Franken unterstützt werden. Im vergangenen Jahr gab es für ebenfalls vier Projekte gut 12500 Franken an Spenden. Die Projekte wurden ebenfalls mit je 3000 Franken unterstützt.

BfA und HEKS planen zu fusionieren

Anschliessend gab es für die Gottesdienstbesucher am Suppenzmittag im Kirchgemeindesaal feine Kürbis- und Gerstensuppe sowie ein Kuchenbüffet zu geniessen. In dessen Rahmen informierte BfA-Geschäftsführer Bernard Du Pasquier, über die geplante Fusion von BfA mit dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS). Es mache Sinn, die Organisationen unter einem Dach zu vereinen, weil deren Themen nahe beieinander liegen.

BfA arbeite als Sammelorganisation in der Schweiz, HEKS mit Projekten im Ausland. Beide Namen würden beibehalten. Die Kampagnen von BfA mit dem katholischen Fastenopfer werden weitergeführt. Alles in allem verspreche die auf Januar 2022 geplante Fusion Kontinuität auf allen Ebenen, schloss Du Pasquier.