Sunneschychörli
«Es wäre ein riesiger Verlust»: Mit Kinderchor alte, heimatbezogene Lieder vor dem Vergessenwerden bewahren

Traditionelle Lieder liegen Heidi Gantenbein am Herzen. Deshalb möchte sie mit dem Sunneschychörli Grabs die alten Lieder wieder aufleben lassen.

Michael Kyburz
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Mit viel Freude und Engagement setzt sich Heidi Gantenbein für traditionelle Lieder ein.

Mit viel Freude und Engagement setzt sich Heidi Gantenbein für traditionelle Lieder ein.

Michael Kyburz

Lieder wie «s’Werdebergerlied» oder «Bergvagabunde» mögen den einen aus der Schule oder einem Verein bestens noch bekannt sein. Allerdings sei zu beobachten, dass diese traditionellen, heimatbezogenen Stücke zusehends in Vergessenheit geraten, weiss Heidi Gantenbein, die über 20 Jahre in Grabserberg die 1. und 2. Klasse unterrichtet hat.

Dieser Entwicklung will die Grabserin entgegenwirken. Sie möchte mit der Gründung des Sunneschychörli diese Lieder wieder aufleben lassen. «Es wäre ein riesiger Verlust, wenn niemand mehr diese Stücke singen könnte», fügt Gantenbein an.

Gantenbein hat Erfahrung mit Chören

Die ehemalige Lehrerin hat bereits Erfahrungen in der Leitung und Organisation von Chören, denn sie hat das «Grabserberger Spatzächörli» gegründet und über viele Jahre geleitet. «Damals fing alles mit einem Schulauftritt an, da es aber den Kindern und mir so viel Freude bereitet hat, blieb die Formation bestehen.»

Das Chörli umfasste rund 40 Kinder, die in Tracht und mit Instrumenten an zahlreichen Jodelfesten und weiteren musikalischen Anlässen teilnahmen. «Wir hatten sogar die Gelegenheit, unsere eigene CD aufzunehmen», erzählt Gantenbein stolz. Doch aus zeitlichen Gründen musste das Chörli aufgelöst werden. Nun, da Heidi Gantenbein im Ruhestand ist, hat sie wieder mehr Zeit, sich einem Chörli zu widmen.

«Es haben mich auch schon ehemalige Schülerinnen angefragt, die jetzt selbst Mutter sind, ob ihre Kinder mitmachen dürfen.»

Bereits jetzt sind bei Gantenbein einige Anmeldungen für das erste Treffen des Sunneschychörli eingegangen. «Ich freue mich über jedes Kind, das Spass und Freude am Singen hat.» Das Spielen eines Instruments sei keine Voraussetzung. Wer allerdings eines beherrsche, dürfe dieses gerne mitbringen.

Passend zur Biblio Sunneschy in Grabs gründet die ehemalige Lehrerin das Sunneschychörli.

Passend zur Biblio Sunneschy in Grabs gründet die ehemalige Lehrerin das Sunneschychörli.

Michael Kyburz

Den Bezug zu den alten Liedern schaffen

Das Singen der alten Lieder hat für die ehemalige Lehrerin eine persönliche Bedeutung:

«Die meisten dieser Stücke hat mir mein verstorbener Vater beigebracht.»

Auch deshalb sei es ihr ein Anliegen, dass sie nicht vergessen gehen. Gantenbein hat eine Liederliste mit über 50 Stücken aus Büchern, von älteren Leuten und aus dem eigenen Wissen zusammengetragen. Dabei ist für sie wichtig, dass die Texte mit den Kindern besprochen werden.

«So verstehen sie den regionalen Bezug und können sich besser vorstellen, wie das Leben in vergangenen Tagen gewesen ist.»

Zumal viele der Lieder nichts an Aktualität eingebüsst hätten, ergänzt sie. Das Repertoire ist vielfältig, so lassen sich zu fast jedem Anlass die passenden Stücke finden.

Freude an der Sache steht im Vordergrund

Mit einstudierten Showeinlagen, kleineren Theaterstücken und musikalischer Begleitung soll das Chörli auch an Anlässen und in Alters- und Pflegeheimen die traditionellen Stücke zum Besten geben. «Aber alles zu seiner Zeit, zunächst steht vor allem die Freude an der Sache im Vordergrund», schliesst Gantenbein ab.

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