Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

313 Drogenabhängige werden durch Apotheken mit Methadon versorgt: Suchtberatung sucht Annäherung

Hausärzte, Apotheker, Psychiater, Psychologen und Suchtberater aus dem Sarganserland, Werdenberg und Liechtenstein sind bereit, bei Suchtpatienten zusammenzuarbeiten.
Heidy Beyeler
Die einzelnen Rationen werden jeden Tag für jeden Patienten individuell – entsprechend den ärztlichen Einstellungen – in der Apotheke zubereitet und verabreicht. (Bild: Heidy Beyeler)

Die einzelnen Rationen werden jeden Tag für jeden Patienten individuell – entsprechend den ärztlichen Einstellungen – in der Apotheke zubereitet und verabreicht. (Bild: Heidy Beyeler)

Im Rahmen des Forums Suchtmedizin Ostschweiz (Fosumos) wurde das Thema Substitution mit Methadon (Opioide, ein Ersatz zu Heroin) behandelt. Dazu luden die Sozialen Dienste Sarganserland die beiden Referenten Jasmin Marquart, Apothekerin von der Adler-Apotheke Buchs, und Hans Gammeter, Hausarzt und Stellenarzt der Sozialen Fachstelle Wattwil, ein.

Im Kanton St. Gallen gibt es insgesamt 755 drogenabhängige Patienten, die durch die kontrollierte Abgabe von Methadon behandelt werden. Diese Zahl ist laut Gammeter seit Jahren etwa gleich, Tendenz abnehmend. Etwas weniger als die Hälfte der Patienten – nämlich 313 Personen – werden über die kontrollierte Methadon-Abgabe in Apotheken versorgt.

Die Zusammenarbeit harzt

Jasmin Marquart erinnert sich an Zeiten, als Buchs Platz der Drogenproblematik war. Deshalb suchte man eine Lösung. «Teils haben sich die Ärzte vor Ort geweigert, Suchtpatienten aufzunehmen, sodass damals als Zwischenlösung die beiden Apotheken in Buchs zugezogen wurden. Mit der Zeit hat sich die Drogenproblematik in Buchs zusehends beruhigt.» So sei es dazu gekommen, dass Ärzte sich bereit erklärten, den einen oder anderen Drogenpatienten aufzunehmen. Zur Verabreichung des Methadons wurden die Patienten allerdings an die Apotheke verwiesen. Das sei bis heute so geblieben, berichtet die Apothekerin. «Die Patienten werden vom Arzt betreut, holen sich aber das Methadon in der Apotheke.»

Zu jener Zeit habe die Gefahr bestanden, dass sich eine offene Drogenszene wieder etablieren könnte, nachdem ein Hausarzt in den Ruhestand ging, der 30 Drogenpatienten betreute, gab Hans Gammeter zu bedenken. «Niemand wollte diese Patienten übernehmen. Ohne das Angebot der beiden Apotheken in Buchs wäre es prekär geworden.» Er liess durchblicken, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Disziplinen Arzt/Apotheke oft angespannt sei, was Jasmin Marquart bestätigte. «Wir müssen lernen, zusammenzuarbeiten.»

«Wir sind an diesem Abend hier, um etwas voneinander zu lernen», betonte Hans Gammeter und meinte damit alle Anwesenden – nicht nur Hausärzte und Apothekerinnen, sondern auch Psychiater/Psychologen und Suchtberater. «Wir machen kein Referat. Wir wollen mit und von euch lernen und über den Prozess und die Schwierigkeiten des Zusammenarbeitens sprechen.» Ausser den Apothekerinnen, die mit zwei Personen vertreten waren, gab es eine ausgewogene Präsenz unter den Hausärzten, Psychiater/Psychologen und den Suchtberatern.

Ein Anstoss – Fortsetzung folgt

Schliesslich entstand ein aktiver Austausch zu Themen wie Vorurteile, Wahrnehmungen oder Nichtwissen über das, was die andere Seite tut oder macht. Das war höchst interessant. Und genau an diesem Punkt war klar, dass Vorurteile nicht nur gegenüber Suchtpatienten abgebaut werden müssen, sondern auch gegenüber anderen Berufsgattungen, die involviert sind.

Es war ein offener, ehrlicher und somit transparenter Austausch, wie man ihn auch in anderen Bereichen wünschen möge. Es wurde aber auch deutlich, dass es mit diesem einen Abend nicht getan ist. Weitere Begegnungen sind notwendig, um Vorurteile abzubauen. Die Sozialen Dienste Sarganserland sind gefordert, eine Fortsetzung im Rahmen des Forums für Suchtmedizin Ostschweiz hier in der Region anzubieten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.