Buchs
Querflötistinnen machen einen Streifzug durch fünf Jahrhunderte und meistern grosse Herausforderungen

In der Aula Flös in Buchs fand ein hochklassiges Teacher & Friends-Konzert der Musikschule Werdenberg mit einem Querflötenensemble statt. Mit der Querflötenlehrerin Renate Wehinger spielten die Buchserin Letizia Schlegel, die Saxerin Carla Rhiner und die Sevelerin Julia Heeb.

Hanspeter Thurnherr
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Letizia Schlegel (links) bot im Duett mit Lehrerin Renate Wehinger eine hervorragende Kostprobe ihres Talentes.

Letizia Schlegel (links) bot im Duett mit Lehrerin Renate Wehinger eine hervorragende Kostprobe ihres Talentes.

Bild: Hanspeter Thurnherr

Buchs Wie Musikschulleiter Denis Mungo einleitend erklärte, organisiert die Musikschule Werdenberg unter dem Label Teacher & Friends Konzerte für ihre Lehrerinnen und Lehrer, welche gemeinsam mit befreundeten Musikern auftreten möchten. Am Mittwoch war dies Querflötenlehrerin Renate Wehinger. Sie sagt in der Begrüssung:

«Was gibt es Schöneres, als wenn man die ehemaligen Schülerinnen als Freunde bezeichnen kann, weil sie das geworden sind. Ich bin stolz auf alle drei.»

Die «Drei», das sind die Buchserin Letizia Schlegel, die Saxerin Carla Rhiner und die Sevelerin Julia Heeb. Die drei jungen Flötistinnen hatten erst wegen Corona und damit verbundenem Homeoffice die Möglichkeit, viel zu proben und dieses Konzert einzuüben. In unterschiedlichen Formationen – Duo, Trio und Quartett – spannten sie musikalisch einen Bogen vom 17. Jahrhundert bis in die heutige Zeit.

Grosse Herausforderungen hervorragend gemeistert

Wehinger, Heeb und Rhyner eröffneten das Konzert mit der Sonate V in B-Dur des im 18. Jahrhundert sehr populären französischen Barockkomponisten Joseph Bodin de Boismortier. Er schrieb bewusst Musik für die Masse, wie Wehinger erläuterte. Mit spielerischer Leichtigkeit und im dritten Teil im «galoppierenden» 6/8-Takt liess das Trio die hörgefälligen Melodien erklingen.

Carla Rhyner und Julia Heeb (rechts) – hier im Trio mit Renate Wehinger – überzeugten mit einfühlsamem Spiel.

Carla Rhyner und Julia Heeb (rechts) – hier im Trio mit Renate Wehinger – überzeugten mit einfühlsamem Spiel.

Bild: Hanspeter Thurnherr

Letizia Schlegel beeindruckte anschliessend im Zusammenspiel mit Renate Wehinger. Das Duett I in B-Dur von Mozart mit seinen grossen Herausforderungen meisterte sie hervorragend. Da war das vielversprechende Talent unüberhörbar. Es folgte ein Sprung ins Berlin des 21. Jahrhunderts und zum Komponisten Joachim Johow. Dieser schrieb zahlreiche Stücke unterschiedlicher Stilrichtungen. In «Dance of Fire» sei zu hören, wie sich aus einem kleinen Flämmchen ein loderndes Feuer entwickle, das schliesslich zur Glut und Asche werde, erklärte Renate Wehinger. Dem Trio Rhiner, Heeb und Wehinger gelang es einfühlsam, diesen «Feuertanz» in Töne umzusetzen.

Klangmöglichkeiten der Querflöte ausgeschöpft

«Claude Debussy war ein Fan der Querflöte und schöpfte die Klangmöglichkeiten dieses Instrumentes voll aus», leitete Renate Wehinger zum nächsten Sütck über. Dies zeigte sich in seiner Arabesque II, die er zwar für vierhändiges Klavier geschrieben hatte, aber die vier Frauen «achthändig» vorspielten. Der französische Komponist des Impressionismus gilt als Bindeglied zwischen Romantik und Moderne, was dieses Stück exemplarisch bewies.

Nach drei kurzen Musikstücken des 1996 verstorbenen tschechischen Komponisten Jiri Hudec – gespielt im Trio – ging es zum Abschluss zurück ins 17. Jahrhundert. «Der französische Komponist ist der Früheste dieses Abends, aber er tönt sehr modern», wusste Renate Wehinger zu erzählen. Das Quartett unterstrich dies mit der Komposition Le Basque.

Grosser Applaus für den musikalischen Genuss

Der grosse Applaus der Zuhörer war der verdiente Lohn an die vier Flötistinnen für den herausragenden musikalischen Genuss, den sie geboten hatten. Die vier dankten dies mit der Zugabe, einer Überraschung der besonderen Art: Dem schwungvollen Ragtime «Le petit nègre», der amerikanisch anmutet, jedoch von Claude Debussy stammt.

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