Strategie des FC Vaduz: «Regional heisst nicht nur Liechtenstein»

Vor zwei Jahren definierte der FCV die Strategie «FC Vaduz 2018+». Am Donnerstag zogen die Verantwortlichen ein erstes Fazit.

Ruben Bucher
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Aron Sele wird den Verein ebenso verlassen wie Boris Prokopic und Noah Frick.

Aron Sele wird den Verein ebenso verlassen wie Boris Prokopic und Noah Frick.

Bild: Eddy Risch

Der FC Vaduz lud am Donnerstag zu einem Mediengespräch ein. Zwei Jahre nachdem der Verein seine Strategie «FC Vaduz 2018+» definiert hatte, wollten die Verantwortlichen ein erstes Fazit ziehen und über kommende Veränderungen auf den verschiedenen Vereinsebenen informieren.

Aus sportlicher Sicht gab man damals bekannt, dass der FCV in Zukunft «den regionalen Weg» gehen wolle. Sportchef Franz Burgmeier betonte gestern, dass man diese Aussage präzisieren müsse. «Viele verstanden darunter, dass wir vor allem Liechtensteiner Spieler in den Kader einbauen. Mit regional meinten wir aber nicht nur Liechtenstein, sondern die Region Ostschweiz.»

Die Qualität ist entscheidend

Burgmeier betont aber, dass man gerne auch Liechtensteiner ins Kader einbinden würde. «Klar wollen wir Spieler aus dem Land unter Vertrag nehmen. Das ist aber nicht ganz so einfach, da dies immer auch im Einklang mit der Qualität stehen muss», erklärt der Sportchef und fügt an: «Wenn ich mir die Nationalmannschaft anschaue, gibt es für mich derzeit drei Spieler, welche für uns von der Qualität her interessant wären. Das sind Dennis Salanovic, Nicolas Hasler und Marcel Büchel. Danach wird es bereits schwer.»

Man will beim FC Vaduz also nicht unter allen Umständen Liechtensteiner Spieler einbauen. Die Qualität spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn die Zuschauer und auch die Verantwortlichen wünschen sich einen erfolgreichen Verein. Und so musste man das regionale Denken über die Landesgrenzen ausweiten. Mit Cicek, Simani, Schwizer, Antoniazzi und Gasser stehen jedoch zahlreiche Spieler aus der Region Ostschweiz beim FC Vaduz unter Vertrag und widerspiegeln damit den «regionalen Weg» in der Kaderplanung.

Frick, Sele und Prokopic verlassen den FC Vaduz

Neben der strategischen Ausrichtung informierte Franz Burgmeier auch über die Kaderplanung für die kommende Saison. Bereits vorher schon bekannt war, dass Noah Frick den FCV im Sommer verlassen wird. «Das war eine schwierige Konstellation für alle Parteien. Als wir mit Mario Frick den Vertrag verlängerten, war klar, dass es mit Noah nicht mehr weitergeht. Zudem war es auch der Wunsch von Noah, seinen eigenen Weg zu gehen», fasst Burgmeier die Situation kurz zusammen.

Frick ist aber nicht der Einzige, welcher den Verein im Sommer verlassen wird. Denn der auslaufende Vertrag von Nationalspieler Aron Sele wird im Sommer nicht mehr verlängert. «Aron kam vor zwei Jahren von Balzers zu uns und hatte knapp 30 Einsätze seither. Zuletzt waren beide Parteien nicht glücklich mit der Situation und daher haben wir entschieden, getrennte Wege zu gehen», erklärt Burgmeier den Entscheid. Und auch Mittelfeldspieler Boris Prokopic erhält keinen neuen Vertrag beim FCV. «Boris ist ein dankbarer Spieler und hat auch sehr professionell auf unseren Entscheid reagiert. Er ist mittlerweile auch schon 32 Jahre alt und konnte nach langer Verletzungspause nicht mehr an das Niveau aus Altach-Zeiten anknüpfen.»

Burgmeier konnte aber auch einen ersten Zuzug für die neue Saison verkünden. Von der zweiten Mannschaft stösst Besard Bajrami zum Profikader des FCV. «Er ist ein junger Mittelfeldspieler mit Jahrgang 2000, trainierte zuletzt schon oft mit der ersten Mannschaft und war auch im Trainingslager dabei. Im Sommer schliesst Besard seine Ausbildung ab und erhält bei uns einen Vertrag über zwei Jahre.» Neben Bajrami hat Burgmeier noch weitere Spieler aus der zweiten Mannschaft im Visier. Dejan Djokic sowie die beiden Liechtensteiner Andrin Netzer und Simon Lüchinger «machen einen guten Eindruck». Allerdings brauchen diese laut Burgmeier noch Zeit.

«Bisher haben wir positive Erfahrungen gemacht»

Zu Beginn des Mediengesprächs richtete Vizepräsident Lorenz Gassner einen Blick auf das neue Führungskonzept, das der Verein seit kurzem verfolgt. Rund vier Monate ist es her, dass Patrick Burgmeier das Amt des Präsidenten von Ruth Ospelt übernahm und seither als geschäftsführender Präsident fungiert. Ein Entscheid, der vor allem im Vorfeld für viel Redebedarf sorgte. «Die vier Monate sind eine zu kurze Zeit, um ein richtiges Fazit ziehen zu können. Jedoch haben wir sehr positive Erfahrungen mit dem neuen Konzept gemacht», hält Gassner fest und fügt an: «Die Zusammenarbeit in diesem kleinen Team ist effizient und wir pflegen einen teamorientierten Ansatz. Heisst, wir besprechen alle wichtigen Themen gemeinsam und es ist nicht Patrick, der alleine entscheidet, wie etwas gemacht wird.»