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Konkurrenz für Mäusefänger in Sennwald: Störche mildern die Mäuseplage

Seit die Storchenpopulation im nördlichen Werdenberg wächst, verringern sich die Ausgaben für Mäuseschwänze.
Heidy Beyeler
Im Anflug zur der Mäusejagd: Die gemähte Ökowiese – angrenzend an den Huebbach, Frümsen – bietet buchstäblich gefundenes Fressen für die Störche. (Bild: Heidy Beyeler)

Im Anflug zur der Mäusejagd: Die gemähte Ökowiese – angrenzend an den Huebbach, Frümsen – bietet buchstäblich gefundenes Fressen für die Störche. (Bild: Heidy Beyeler)

Sennwald Landwirte freuen sich über die Anwesenheit von Störchen und Reihern auf ihren Feldern. Kaum werden Wiesen gemäht und Getreidefelder abgeerntet oder gepflügt, schreiten die Vögel elegant hinter den Maschinen über die Felder und schnappen nach Mäusen, Regenwürmern oder Insekten. Sie sorgen im Frühjahr und Sommer dafür, dass die Mäusepopulation nicht überhandnimmt, und übernehmen einen Teil der Arbeit von menschlichen Mäusefängern, die vornehmlich von Jugendlichen zur Aufbesserung ihres Sackgeldes ausgeführt wird, weil sie pro Mausschwanz 1.50 Franken aus der Gemeindekasse erhalten.

Konkurrenz für Mäusefänger

Eine Anfrage bei Roland Zigerlig, Werkhof der Gemeinde Sennwald, hat ergeben, dass in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr bisher nur etwa ein Drittel der Mäuseschwänzen abgegeben wurden. Ja, natürlich habe das auch damit zu tun, dass eine ältere, tüchtige Mäusefängerin aus Salez nicht mehr auf Mäusefang gehe. Mit der Zunahme der Storchenvögel gibt es aber auch Konkurrenz für Mäusejäger. Die Mäusejagd wird langwieriger und ältere Mäusejäger beobachtet man seltener auf den Feldern der Gemeinde Sennwald. Es wird interessant, wie lange die «Mäuseschwänze gegen Bares» in Sennwald weitergeführt wird, nachdem die Anzahl Schwänze, die abgegeben werden, zusehends sinkt.

Die Störche sind jeweils schon in den frühen Morgenstunden auf der Jagd nach Mäusen. Weniger Mäuse heisst weniger Einbussen der Ernteerträge beziehungsweise weniger Schäden auf Weiden und Obstanlagen.

Schwerer Stand für Mäuse: Sie haben viele Feinde

Mäuse sind aus der Sicht des Menschen Schädlinge. Für eine Vielfalt von Tieren sind sie willkommene Nahrung – nicht nur für Störche und Reiher. Die Mäuse sind vielen Feinden ausgesetzt: Angefangen bei Hof- und Hauskatzen und Hunden, über Marder, Greifvögel wie Eulen, Bussarde, Habichte, Igel und nicht zuletzt setzen Füchse, Dachse und der Goldschakal den Mäusen zu.

In wenigen Wochen ziehen die Jungstörche, gut genährt in den Süden. Sie brechen meist vor ihren Eltern auf und finden selbstständig ihren Weg nach Südeuropa oder Afrika. Mit Hilfe eines inneren «Kompasses» erreichen sie ihr Ziel ohne Führung erfahrener Altvögel. Sie werden, im Gegensatz zu ihren Eltern, erst nach zwei bis vier Jahren in ihre Heimat zurückkehren.

Speisezettel der Störche

Dass Frösche und Kröten die Hauptnahrung der Störche darstellen würden, sei eine Mär. «Diese Art der Beute ist für den Storch nur marginal», betonte «Storchenvater» Reto Zingg bei einem Spaziergang auf dem Gelände des Saxerriets. Amphibien bestehen fast nur aus Wasser und bieten praktisch keine Proteine.
Mit Schermäusen, Wühlmäusen, Feldmäusen und Regenwürmern (bei Trockenheit versiegt diese Nahrungsquelle rasch) wirken diese Mahlzeiten nachhaltiger für eine gute Ernährung. Ein erwachsener Storch braucht täglich etwa 500 Gramm Futter – Jungvögel gar bis zu 1200 Gramm. In den ersten Wochen werden die Jungen mit Regenwürmern, Insektenlarven, Krebstieren, Käfern oder Heuschrecken gefüttert. Später fressen sie dann grössere Beutetiere wie Maulwürfe, Mäuse, Schnecken, Eidechsen, Schlangen, Muscheln und Fische.
Von Gams, Grabs über Haag nach Salez, Frümsen und Sax können tagtäglich ganze Kolonien Störche mit 15 und mehr Tieren bei der gemütlichen Futtersuche auf den Feldern beobachtet werden.
Entlang der Ewigkeitsstrasse – von Frümsen nach Grabs oder umgekehrt – erfreuen sich Einheimische und Touristen, wenn sie mit ihrem Fahrrad oder zu Fuss unterwegs sind und Bilder mit den Störchen machen können. Oft staunen sie, weil diese Vögel zahm am Wegesrand stehen und sich auch von vorbeiziehenden Pferden und Hunden nicht ins Boxhorn jagen lassen.
Feinde haben ausgewachsene Störche fast keine. Allenfalls die Attacke eines Fuchses oder Stromleitungen könnten den Störchen zum Verhängnis werden. (bey)

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