St.Galler Spitäler schreiben tiefrote Zahlen – Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland büsst wegen sechswöchigem Behandlungsverbot 11 Mio. Franken ein

Vom 17. März bis 26. April weist die Spitalregion mit den Spitälern Altstätten, Grabs und Walenstadt einen Ertragsausfall von 240’000 Franken pro Tag aus.

Thomas Schwizer
Drucken
Teilen
Spital Grabs mit Rega Helikopter vor dem Gebäude.

Spital Grabs mit Rega Helikopter vor dem Gebäude.

Mareycke Frehner

Das Behandlungsverbot, das den St.Galler Spitälern wegen der Coronapandemie zwischen dem 17. März und 26. April verordnet wurde, sowie die anschliessende Zeit der Wiederaufnahme bis am 30. Juni haben auch in den Finanzen der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (SRRWS) massive negative Spuren hinterlassen.

Insgesamt weisen die vier St.Galler Spitalverbunde für das erste Halbjahr ein Minus von 62,6 Mio. Franken aus. Zum Vergleich: Für das Gesamtjahr 2020 waren «nur» minus 35,3 Mio. budgetiert, teilte der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen am Dienstag mit.

Spitäler Altstätten, Grabs und Walenstadt verlieren 11 Mio. Franken Ertrag

Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (SRRWS) weist per Ende Juni ein Minus von 12,2 Mio. aus. Das ist 2 Mio. schlechter als für das ganze Jahr 2020 budgetiert war. Die Prognose für die SRRWS rechnet per Ende Jahr mit einem negativen Ergebnis von 25,6 Mio. Franken.

Der Ertragsausfall gegenüber normalen Frequenzen betrug in den Spitälern Altstätten, Grabs und Walenstadt von Mitte März bis Ende Juni rund 8 Mio. im stationären und 3 Mio. im ambulanten Bereich. Vom 17. März bis 26. April weist dieser Spitalverbund einen Ertragsausfall von 240’000 Franken pro Tag aus.

«Medizinisch-kritische Leistungen konzentrieren»

Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde sieht sich darin bestätigt, dass die «4plus5»-Spitalstrategie, mit der sich der Kantonsrat im September befassen wird, sich durch die Coronapandemie als richtig erwiesen hat.

Eine Folge der Massnahmen während der Coronapandemie war, dass der Bezug des Spitalneubaus (Bild) in Grabs von Mai auf September 2020 verschoben werden musste.

Eine Folge der Massnahmen während der Coronapandemie war, dass der Bezug des Spitalneubaus (Bild) in Grabs von Mai auf September 2020 verschoben werden musste.

Bild: Eddy Risch

Er schreibt: «In einer ausserordentlichen Lage müssen medizinisch kritische Leistungen dort konzentriert werden, wo sie auch unter erschwerten Bedingungen personell und bezüglich der Infrastruktur in hoher Qualität angeboten werden können.»

Intensivmedizin in St.Gallen und Grabs konzentriert

Deshalb seien im Rahmen von Covid-19 Leistungen von medizinisch-anforderungsreichen, intensivpflichtigen Patienten mit Beatmungsbedarf an den Spitalstandorten St.Gallen und Grabs konzentriert worden. Diese würden über intensivmedizinisch geschultes und routiniertes Personal sowie über Einrichtungen und Geräte für den Ausbau von intensivmedizinischen Behandlungsplätzen verfügen, heisst es weiter.

Intensivmedizinische Behandlungen waren während des Behandlungsverbotes von Mitte März bis Ende April in den beiden Spitälern Grabs und Kantonsspital St.Gallen konzentriert.

Intensivmedizinische Behandlungen waren während des Behandlungsverbotes von Mitte März bis Ende April in den beiden Spitälern Grabs und Kantonsspital St.Gallen konzentriert.

Bild: Spitalregion RWS

Der Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde führt weiter aus, dass in der SRRWS vom 17.März bis 26.April 49 Covid-Patienten mit bestätigter labortechnischer und klinischer Diagnose (schwere und schwerste Erkrankungen) hospitalisiert waren.

In dieser Zeit wurden an den Spitälern Altstätten und Walenstadt keine Operationen durchgeführt. Das Gleiche galt für die Spitäler Flawil und Rorschach in der Spitalregion 1 (St.Gallen).

Mehr zum Thema

Die Zahlen für einzelne Spitäler zeigen den grossen Handlungsbedarf – Spital Grabs steht noch gut da – Walenstadt ist tief in den roten Zahlen

Was die Fraktionen im Kantonsrat schon seit längerer Zeit fordern, hat der Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde am Donnerstag endlich geliefert: Die finanziellen Ergebnisse der einzelnen Spitalstandorte der öffentlichen Spitäler im Kanton. Sie zeigen für das Jahr 2018 lediglich das Kantonsspital St.Gallen und Grabs noch deutlich im grünen Bereich.
Thomas Schwizer