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Filmautor sucht das passende Paradies fürs Sterben

«Sub Jayega – die Suche nach dem Palliative-Care-Paradies»: Ein Film über das Leben mit dem Tod, hat das Publikum im Kino Kiwi Treff Werdenberg emotional betroffen. Anschliessend gab es ein interessantes Podiumsgespräch.
Palliative Care – andere Länder andere Sitten: luxuriös in Australien, einfach und einfühlsam in Indien. (Bild: Bilder: PD)

Palliative Care – andere Länder andere Sitten: luxuriös in Australien, einfach und einfühlsam in Indien. (Bild: Bilder: PD)

Über das Sterben wird nicht gerne gesprochen, und dennoch stösst der Film auf grosses Interesse. Eine lange Menschenschlange bildete sich am Donnerstag vor der Kiwi-Kasse. «Ich glaube, das ist ein Frauenfilm», sagte eine wartende Dame zu ihren Kolleginnen.» In der Tat interessierten sich nur wenige Männer für das Thema Sterben. Die Filmvorführung über das Leben mit dem Tod bewegte denn auch das zahlreiche Publikum.

Filmer Fabian Biasio hat erlebt, wie sein Vater auf einer Palliative-Care-Abteilung mit Blick auf einen überdachten Parkplatz starb. «Ich hätte ihm einen würdevolleren Tod gewünscht», sagt Biasio und stellte sich die Frage, weshalb es in der Schweiz nicht möglich ist, ohne Zeitdruck und Geldsorgen an einem schönen Ort sterben zu können? Diese Frage hat ihn dazu geführt, sich drei Jahre nach dem Tod seines Vaters mit der Filmkamera auf den Weg zu machen, um das Palliative-Care-Paradies zu suchen. Der Dokumentarfilm von Biasio zeigt, dass mit dem Sterben bzw. dem Tod in Ländern anderer Kulturen anders umgegangen wird. Hospiz-Angebote gibt es bereits in vielen Ländern. Dort betreuen Freiwillige oder Angehörige Männer und Frauen die Sterbenden. Der Doku-Film zeigt unterschiedliche Beispiele aus Australien und aus Indien. In Australien dürfen Betroffene von ihren Lieblingstieren besucht werden, sei es ein Vogel, Hund oder Katze; und wenn es sein muss auch ein Schaf. In Indien funktioniert die Hilfe seitens der Nachbarn auf dem Land recht gut, welche den Sterbenden zudienen. Es gibt aber auch Hospize in der Stadt.

Angehörige spielen bei Betreuung zentrale Rolle

Nach dem eindrücklichen und bewegenden Film war ein Forumsgespräch angesagt, moderiert von Ludwig Altenburger und organisiert von der Arbeitsgruppe Palliative Ostschweiz Buchs. Regierungsrätin Heidi Hanselmann hat den Dokumentarfilm das erste Mal gesehen. Im Kanton St. Gallen sei schon viel erreicht im strukturellen Bereich, aber man dürfe nicht vergessen, dass das Gesundheitswesen zusehends ökonomisiert werde. «Im Kanton sieht es aber gut aus: Wir haben ein Palliative Gesetz und dürfen somit Gelder zur Verfügung stellen, damit die Palliative Care für alle umgesetzt werden kann.» Spitex bietet auch Palliative Pflege zu Hause an, bestätigte Nady Vetsch, Spitex Buchs. Allerdings würden nur etwa 16 Prozent der Menschen daheim sterben. «Wir können jedoch nur einen Teil der Betreuung übernehmen, begleiten aber die Angehörigen und helfen auch ein Betreuungsnetzwerk aufzubauen». Im Haus Wieden in Buchs spielen die Angehörigen bei der Betreuung eine zentrale Rolle, erklärt Nicole Rapold, «weil wir zeitlich bzw. finanziell gar nicht in der Lage dazu sind. Für betreuende Aufgaben können wir pro Tag nur gerade 35 Franken abrechnen.»

Ein Tod in den eigenen vier Wänden wäre paradiesisch

Im Hospiz im Werdenberg in Grabs, welches vor zweieinhalb Jahren als erstes Hospiz im Kanton eröffnet wurde, wird den Sterbenden die Zeit, die ihnen noch bleibt, so gut wie möglich gestaltet. «Wir haben erkannt, dass beispielsweise bei uns die Palliative Care im Vergleich zu anderen Ländern entweder ein Stiefkind ist oder ein Paradies. Es steht aber fest, dass wir mit dem Tod leben müssen», stellte Daniel Schmitter fest und verwies auf die kleine Broschüre vom «Hospiz im Werdenberg».

Die Frage, wo das Paradies fürs Sterben zu finden ist, kann auch mit dem Doku-Film nicht beantwortet werden. Für viele wäre es aber doch paradiesisch, zu Hause sterben zu dürfen, wie Umfragen zeigen.

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