Die Nomination in Buchs war der Startschuss für den FDP-Wahlkampf

Die FDP des Kantons St. Gallen startet mit insgesamt 42 Kandidatinnen und Kandidaten in den Nationalrats-Wahlkampf. Ziel ist es, die bisherigen zwei Sitze zu verteidigen und einen dritten dazu zu gewinnen.

Jessica Nigg
Drucken
Teilen
Die elf Nominierten der FDP-Hauptliste und Wahlkampfleiter Sven Bradke starten in den Nationalratswahlkampf und präsentieren sich in eidgenössischem Rot-Weiss. (Bild: PD)

Die elf Nominierten der FDP-Hauptliste und Wahlkampfleiter Sven Bradke starten in den Nationalratswahlkampf und präsentieren sich in eidgenössischem Rot-Weiss. (Bild: PD)

Rund 150 Delegierte trafen sich am Donnerstag im Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs BZB für die Nominationsversammlung der FDP des Kantons St. Gallen. Katrin Frick, Kantonsrätin und Buchser Schulpräsidentin, betonte bei ihrer Begrüssungsrede die Bedeutung der Stadt Buchs für den Kanton St. Gallen.

Kantonalparteipräsident Raphael Frei ging in seinen Begrüssungsworten insbesondere auf die anstehenden Ständeratswahlen und damit auf die Kandidatur von Susanne Vincenz-Stauffacher ein. «Wir treten an, um zu gewinnen und die 23-jährige Tradition einer freisinnigen St. Galler Ständerätin fortzuführen», gab sich Frei kämpferisch.

Vorerst nur elf portierte Kandidaten

Das Haupttraktandum des Abends war die Nomination der Nationalratsliste. Die portierten Kandidatinnen und Kandidaten stellten sich je mit einem Videoclip den Delegierten vor. Auf der Hauptliste erscheinen vorerst aber nur elf Namen. Robert Stadler, stellvertretender Direktor der Industrie- und Handelskammer St. Gallen Appenzell, zog seine Kandidatur nämlich zurück – aus persönlichen Gründen, wie es hiess. Wer an seine Stelle treten soll, ist derzeit noch unklar. Die Delegierten haben der Parteileitung aber die Kompetenz erteilt, eine Nachnomination vorzunehmen.

Bisherig, dann die Neuen in alphabetischer Reihenfolge

Bei der Festlegung der Listenreihenfolge gab es Diskussionsstoff. Der Antrag der Parteileitung hatte keine Chance. Dieser wollte Bisherige an die Spitze setzen, dann Wiederkandidierende und danach die Neukandidierenden in alphabetischer Reihenfolge. Durchgesetzt hat sich schliesslich der Antrag der Regionalpartei See-Gaster, wonach Bisherige zuerst kommen und danach die Kandidierenden in alphabetischer Reihenfolge. Für Beat Tinner, Wartau, beispielsweise bedeutet diese Entscheidung, dass er nun anstatt an zweiter Stelle erst an neunter aufgeführt wird.

Sekundiert wird die FDP-Hauptliste von weiteren 30 Kandidatinnen und Kandidaten auf Listen der Jungfreisinnigen, der Umweltfreisinnigen (mit Michael Eberli, Buchs) und der FDP Frauen (mit Katrin Frick, Buchs und Stephanie Lippuner, Grabs). Die Mitglieder haben den entsprechenden Unterlistenverbindungen ebenfalls zugestimmt.

Ziel der FDP ist es, bei den Nationalratswahlen am 20. Oktober die bisherigen zwei Sitze zu verteidigen sowie einen dritten dazu zu gewinnen, wie Wahlkampfleiter Sven Bradke betonte. Um dies zu erreichen, will die FDP näher an die Menschen rücken und mittels Tür-zu-Tür-Wahlkampf die Basis mobilisieren.

Nationalrat Walter Müller, Azmoos, sprach sich in einem Votum gegen die Zersiedelungsinitiative aus. (Bild: Jessica Nigg)

Nationalrat Walter Müller, Azmoos, sprach sich in einem Votum gegen die Zersiedelungsinitiative aus. (Bild: Jessica Nigg)

Die Delegierten wurden an der Nominationsversammlung auch auf die Ständerats-Ersatzwahlen vom 10. März und somit auf den Wahlkampf von Susanne Vincenz-Stauffacher eingeschworen. Nicht nur die Parteileitung zeigte sich von den Erfolgschancen der knapp 52-jährigen Kantonsrätin aus Abtwil überzeugt.

Parolen wurden einstimmig gefasst

Die Delegierten fassten an der Nominationsversammlung der FDP St. Gallen zudem die Parolen zu den beiden Vorlagen, über die am 10. Februar abgestimmt wird: So hielt Robert Stadler ein Referat über die Vorlage über die Vorteile ein Ja zum Kantonsratsbeschluss zum Sonderkredit für die IT-Bildungsoffensive. In der anschliessenden Diskussionsrunde wurde in einem Votum unterstrichen, wie wichtig es sei, Fachkräfte lokal auszubilden, um sie in der Folge auch in der Region halten zu können. Die Abstimmung war einstimmig; die St. Galler FDP sagt Ja zum Sonderkredit.

Mit der Offensive will der Kanton St. Gallen alle Bildungsstufen stärken, damit die Chancen seiner Bevölkerung und Wirtschaft steigen, zu den Gewinnern der Digitalisierung zu gehören. Dazu sollen 75 Millionen Franken verteilt auf acht Jahre investiert werden.

Ebenfalls einstimmig fiel der Parolen-Entscheid zur Eidgenössischen Vorlage. Die Zersiedelungsinitiative hatte keine Chance bei den Delegierten: Nachdem Ueli Strauss-Gallmann ein Referat zum Thema gehalten hatte, führte auch Nationalrat Walter Müller, Azmoos, seine Gründe gegen die Vorlage aus. Alle 150 Delegierten machten per Handzeichen ihre Ablehnung gegenüber dieser Vorlage deutlich.

FDP-Hauptliste

• Marcel Dobler (bisher), Nationalrat, Unternehmer, Rapperswil-Jona
• Brigitte Bailer, Unternehmerin, Rapperswil-Jona
• Stefan Britschgi, Kantonsrat, Unternehmer, Diepoldsau
• Raphael Frei, Kantonsrat, Schulleiter, Rorschacherberg
• Mathias Gabathuler, Rektor, St. Gallen
• Kilian Looser, Kantonsrat, Gemeindepräsident, Nesslau
• Ingrid E. Markart-Kaufmann, Geschäftsführerin, Oberuzwil
• Jigme Norbu Shitsetsang, Kantonsrat, Amtsleiter, Wil
• Beat Tinner, Kantonsrat, Fraktionspräsident, Gemeindepräsident, Wartau
• Susanne Vincenz-Stauffacher, Kantonsrätin, selbstständige Rechtsanwältin
• Karin Weigelt, Unternehmerin, Sargans
• Eine zwölfte Person wird durch die Parteileitung nachnominiert werden.