Schollberg soll Standort für eine neue Deponie werden

Der Wartauer Steinbruch Schollberg soll einer von sechs neuen Deponien für Inertstoffe werden.

Denise Alig
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Im Schollberg wird Gestein abgebaut. Unter Tag wird hier auch sauberes Aushubmaterial «verfüllt». Der Kanton will den Steinbruch in Zukunft als einen von sechs Standorten für eine Inertstoff-Deponie festlegen.

Im Schollberg wird Gestein abgebaut. Unter Tag wird hier auch sauberes Aushubmaterial «verfüllt». Der Kanton will den Steinbruch in Zukunft als einen von sechs Standorten für eine Inertstoff-Deponie festlegen.

Hanspeter Schiess

Das Angebot für Deponieraum hält nicht Schritt mit der unverändert grossen Menge von unverschmutztem Aushub und Inert- stoffen. In den nächsten Jahren müssten deshalb zwingend neue Deponien in Betrieb genommen oder bestehende erweitert werden. Das geht aus einer Medienmitteilung des Kantons St.Gallen hervor, die im Zusammenhang mit dem Start der Vernehmlassung zum kantonalen Richtplan veröffentlicht wurde. «Sechs Deponiestandorte werden für die Aufnahme in den Richtplan beantragt», heisst es weiter.

Wie reagieren die Standortgemeinden?

Die neuen vom Kanton vorgeschlagenen Deponiestandorte heissen Schollberg in Wartau, Sittewald in Amden, Weid in Gossau, Meggenhus und Wisental in Mörschwil und Wannewis in Waldkirch. Wie reagiert man im Sarganserland auf die Botschaft aus St.Gallen? «Irgendwo müssen Inertstoffe ja entsorgt werden.» Mit diesen Worten kommentiert der Sarganser Gemeindepräsident und Kantonsrat Jörg Tanner die Idee des Kantons, im Schollberg eine neue Deponie zu errichten.

«Der Schollberg ist als bestehende Abbaustelle sogar prädestiniert für diese Aufgabe.»

Wichtig sei, dass das Material, das gelagert werde, auch wirklich sauber sei.

Was die Verkehrssituation betreffe, sei die Gemeinde im Gespräch mit der Kibag AG als Betreiberin. «Wir haben dort den Fuss drin und wollen eine nachhaltige Lösung», sagt Jörg Tanner. Eine solche zu finden, sei allerdings nicht einfach. «Ausser, der Kanton realisiert endlich die von uns schon lange geforderte Umfahrung.»

Wie sieht man die Angelegenheit in Wartau? «Beim Deponiestandort Schollberg handelt es sich um eine bereits bestehende Deponie», betont Gemeindepräsident und Kantonsrat Beat Tinner. Bis anhin sei sauberer Aushub in den Kavernen gelagert worden.

Wartau sieht keine Nachteile für Bevölkerung

«Künftig sollen zusätzlich gesteinsähnliche, schadstoffarme Materialien eingelagert werden, die beim Auswaschen mit Wasser kaum Schadstoffe abgeben», erklärt Beat Tinner. Beim Deponiegut handle es sich hauptsächlich um mineralische Baustoffe, die nicht weiter verwertet werden könnten. «Der Gemeinderat Wartau sieht die gesetzlichen Grundlagen für die Umnutzung der Deponie Schollberg als erfüllt», so Tinner. «Für die Standortgemeinde Wartau hat die Umnutzung keine wesentlichen Vor- oder Nachteile.»

Da der Deponiestandort Schollberg bereits bestehend sei, werde sich das Verkehrsaufkommen auch nicht verändern, ist der Wartauer Gemeindepräsident und Kantonsrat überzeugt. Verpächterin des Steinbruchs sei die Ortsgemeinde Wartau, die finanziell von Deponiegebühren profitiere. «Für den Gemeinderat stand im Vordergrund, dass die gesetzlichen Grundlagen erfüllt sind und für die Gemeinde und deren Einwohnerinnen und Einwohner keine Nachteile entstehen.»

«Am Standort Schollberg werden schon seit langer Zeit Rohstoffe abgebaut», sagt auch Tensing Gammeter, Leiter der Sektion Abfall und Rohstoffe beim kantonalen Amt für Umwelt St.Gallen. «Im Schollberg zusätzlich eine Deponie Typ B zu realisieren, liegt deshalb nahe.» Zudem sei der Bedarf für Deponievolumen für Inertstoffe in der Region ausgewiesen, da kaum mehr Reserven vorhanden seien. Nach der Festsetzung des Deponiestandortes Schollberg im Richtplan muss in der Folge dessen technische Eignung zur Lagerung von Inertstoffen untersucht werden, wie Gammeter sagt.

Die entsprechenden Abklärungen würden aufwendig, so Gammeter, da man unter anderem prüfen müsse, ob man die Deponie, etwa mit Lehm, abdichten müsse. Auch gelte es abzuklären, welche weiteren Auswirkungen die Errichtung und der Betrieb einer Deponie hätte, etwa auf den Verkehr und die Umgebung.