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Ständeratswahlkampf: Büezer Mike soll's für die SVP richten

An der SVP-Delegiertenversammlung am Mittwochabend in Sevelen gibt es nicht den Hauch eines Zweifels, ob die Partei mit dem jungen Mike Egger in den Ständeratswahlkampf ziehen soll. Die St.Galler Kantonalpartei verabschiedet auch den scheidenden Nationalrat Toni Brunner.
Heini Schwendener
Nur Mike Eggers eigener Wahlzettel blieb unbenutzt: Der 26-jährige Bernecker SVP-Politiker wurde von 133 Delegierten ohne eine Gegenstimme zum Ständeratskandidaten nominiert. (Bilder: Michel Canonica)

Nur Mike Eggers eigener Wahlzettel blieb unbenutzt: Der 26-jährige Bernecker SVP-Politiker wurde von 133 Delegierten ohne eine Gegenstimme zum Ständeratskandidaten nominiert. (Bilder: Michel Canonica)

Der Duft von Grillwürsten hängt in der Luft, garniert von Schwizerörgeli-Klängen. Die SVP-Delegierten im Gemeindesaal Sevelen sind bester Laune. Es herrscht Eintracht. Höchsten zwei Fragen sind allenfalls offen. Würde es jemand wagen die Nomination eines 26-Jährigen zum Ständeratskandidaten zu hinterfragen? Und rechnet sich die Partei gar realistische Wahlchancen für ihren Shooting-Star Mike Egger aus Berneck aus?

Die Antwort auf die erste Frage könnte klarer nicht sein. Mike Egger wird mit 133 Stimmen und einer Enthaltung – seiner eigenen – zum Ständeratskandidaten gewählt.

Egger als Gegenpol zu den anderen Kandidaten

Eine Toggenburger Delegierte hat sich zwar noch vorsichtig erkundigt, ob es nicht noch andere Interessenten gegeben hätte. Ihre Tonalität vermeidet den geringsten Anflug von Kritik am Einervorschlag. Parteipräsident Walter Gartmann gibt zu, dass die Parteileitung viele Absagen erhalten habe. «Mit Mike Egger schlagen wir nun aber einen gradlinigen Politiker vor.» Dessen Beharrlichkeit in der «Chopftüechli-Gschicht» habe der kantonalen SVP den grössten Erfolg in der Geschichte gebracht. Die Delegierten applaudieren. Strategie der Partei sei es, mit dem jungen Büezer einen Gegenpol zu den anderen Kandidaten ins Rennen zu schicken, so Gartmann.

Mike Egger stellt seine politischen Ziele, die stramm auf der Parteilinie liegen, mit kräftiger Stimme vor. Das Publikum hängt geradezu an den Lippen des begnadeten Redners. Der gelernte Metzger erntet mehrmals Szenenapplaus für kernige Aussagen wie:

«Es braucht auch Büezer im Parlament, insbesondere im Ständerat.»

Glaubt die SVP nach Eggers grandioser Nomination daran, realistische Wahlchancen zu haben? Die Antwort ist weniger klar. Auf jeden Fall stärkt diese Nomination das Wir-Gefühl. Gartmann platziert eine Durchhalteparole: «Mike, gib Vollgas, wir stehen hinter dir.»
In den meisten Medienberichten wird Regierungsrat Benedikt Würth als grosser Favorit für den Einzug ins Stöckli bezeichnet. Das mag Walter Gartmann so nicht auf seiner Partei sitzen lassen. Darum diktiert er den Journalisten im Saal ins Notizbuch: «Wir haben keine Angst vor Beni Würth, er hat jetzt nämlich Angst vor uns.» Der Saal quittiert mit grossem Applaus und einigen Lachern.

Wird an diesem Abend eine vielversprechende Politikerkarriere so richtig lanciert? Die Zukunft wird es zeigen. Vorerst halten die SVP-Delegierten aber Rückschau auf die Laufbahn von alt-Nationalrat Toni Brunner. Parteipräsident Gartmann würdigt die immensen Verdienste des Obertoggenburgers und überreicht ihm zum Abschied eine Kuhglocke. Mit deren Geläut bricht der 45-Jährige schliesslich bescheiden die nicht enden wollenden stehenden Ovationen ab und sagt: «Ich habe euch zu danken, denn ihr habt mir all das ermöglicht, was ich erreicht habe.» «Ja, ja, so ist er halt, unser Toni», sagt am Schluss der Veranstaltung ein Delegierter voller Bewunderung zum Tischnachbarn.

Alt Nationalrat Toni Brunner verabschiedet sich an der DV in Sevelen.

Alt Nationalrat Toni Brunner verabschiedet sich an der DV in Sevelen.

Parolen für den 10. Februar

An der 104. Delegiertenversammlung fasst die SVP auch die Parolen für die Abstimmungen vom 10. Februar: 129 Nein gegen 5 Ja zur Zersiedelungsinitiative; 214 Ja gegen 11 Nein zur kantonalen IT-Bildungsinitiative. Auf Antrag der Kreispartei Toggenburg wird zudem die Listengestaltung für die Nationalratswahlen im Herbst festgelegt. Es obsiegt dabei der Vorschlag der Parteileitung: Zuoberst sind die Bisherigen in der Reihenfolge ihrer Wahlresultate, danach die Neuen in alphabetischer Abfolge.

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