Sportwoche
Vielseitig, spannend, aber auch lehrreich: Die Kurse im Werdenberg sind beliebter denn je

322 Kinder in 31 Kursen – die Sportwoche-Teilnehmerzahl im Werdenberg und Obertoggenburg ist in die Höhe geschnellt. Die positiven Zahlen belegen, was strahlende Kinderaugen offenbaren: Die Sportwoche 2021 ist ein Erfolg.

Robert Kucera
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Seit Montag herrscht buntes Treiben bei und in Turnhallen. Aber auch im Hallenbad, auf dem Reithof sowie auf der Skisprungschanze in Wildhaus. Mit grosser Begeisterung gehen die Kinder zwischen 6 und 15 Jahren den verschiedenen Sportarten, welche die Sportwoche zu bieten hat, nach. Welchen Kurs man auch besucht: Es herrscht gute Stimmung. Alle sind froh, dass wieder Sportwoche (Montag, 9. August, bis Freitag, 13. August) ist.

Im Werdenberg und Obertoggenburg nehmen 322 Kinder in 31 Kursen an der Sportwoche teil. Über die gesamte Region gesehen, also mit Sarganserland und Liechtenstein, beträgt die Teilnehmerzahl stolze 1418 Kinder.

Betrachtet man das Werdenberg und Obertoggenburg ist dies eine klare Steigerung gegenüber 2020 (244 Teilnehmer). «Coronabedingt hatten wir im Jahr 2020 weniger Teilnehmer als üblich», erklärt Sportwoche-Organisationsleiterin Bigna Gruber. «Dies aufgrund der Lage und der zögerlichen Anmeldung seitens der Eltern.»

Grosses Vertrauen geschafft im Coronajahr 2020

Kein Wunder also, dass die Kinderschar in der Sportwoche 2021 grösser geworden ist. Festzuhalten ist jedoch, dass die diesjährige Teilnehmerzahl auch den fünf letzten Austragungen vor Corona Stand halten kann. Nur 2018 (337) und 2017 (325) waren mehr sportbegeisterte Kinder im Werdenberg und Obertoggenburg zu vermelden. Im Jahr 2019 beispielsweise waren es gerade mal 263 Teilnehmer in der W&O-Region.

Das Auf und Ab bezeichnet Bigna Gruber als normale Erscheinung. Zum einen gibt es andere Anbieter in der Region. «Scheinbar ist unsere Austragungswoche ein beliebtes Kopiermedium», kommentiert Gruber. Was natürlich für das Konzept der Sportwoche spricht. Doch auch betreffend Ferienplanung der Familien kann die Teilnehmerzahl von einem Jahr zum anderen stark variieren. Einfluss können auch stärkere respektive schwächere Jahrgänge und das Kursangebot.

Mit der Teilnehmerzahl 2021 zeigt sich die Organisationsleiterin zufrieden. Mitverantwortlich für die Steigerung zum Jahr 2019 ist unter anderem die Durchführung letztes Jahr trotz Corona, wie Gruber betont:

«Wir haben als einzige Anbieter das Programm durchgezogen. Mit allen Massnahmen und Schutzkonzepten, die erforderlich waren.»

Sie bezeichnet die Arbeit aller Sportwoche-Beteiligten als «grossartig» und ist überzeugt, dass der professionelle Umgang der Leiter während der Pandemie Vertrauen und ein Sicherheitsgefühl geschaffen hat. «Davon profitieren wir sicherlich dieses Jahr.»

Doppelt so viele volle Kurse wie vor einem Jahr

Was den Organisator freut: hohe Teilnehmerzahl und volle Kurse. Wobei bei letzterem Organisationsleiterin Bigna Gruber einschränkt: «Wir haben aus Sicherheitsgründen, wegen unklarer Entwicklung der Massnahmen und Lockerungen seitens des Bunds, die maximale Teilnehmerzahlen etwas runtergefahren.»

Der Vergleich zum Vorjahr kann somit nicht exakt gezogen werden. Doch die Statistik des W&O-Gebiets hält fest: Doppelt so viele volle Kurse wie vor einem Jahr und ebenso doppelt so viele Kurse, in welchen das Maximum wegen eines fehlenden Teilnehmers nicht erreicht wurde. Die strahlenden Gesichter plus die Zahlen ergeben ein klares Ergebnis: Die Sportwoche 2021 ist ein Erfolg.

Quintett hat auf dieses Jahr hin kräftig zugelegt

Wie jedes Jahr gibt es jene beliebteren Sportarten, bei welchen man die Kurse gleich zweimal hätte füllen können. «Dies liegt daran, dass diese Sportarten vielseitig, spannend und für jedermann machbar sind», erklärt Gruber dem W&O gegenüber. Weiter betont sie, dass die Leiter eine grosse Rolle spielen:

«Die Gestaltung der Kursinhalte durch die Leiter ist entscheidend, weshalb ein Kurs gut läuft. Die Kinder lieben nicht nur die Erfahrung in der Sportart, sondern auch unsere Leiter, die ihnen den Sport nahebringen und während der Woche intensiv, emotional und physisch begleiten.»

Die Mischung aus spannender Sportart und inspirierenden Leitern macht es wohl aus, dass seit Jahren Unihockey, Reiten, Einradfahren, der Kids-Kurs in Buchs und seit dem Comeback Tischtennis im Werdenberg und Obertoggenburg gut laufen. Doch fünf andere Sportarten stehlen ihnen dieses Mal die Show.

Folgendes Quintett darf sich als Gewinner des Jahres 2021 fühlen: Kids-Kurs Gams, Schwimmen, Skates, Skispringen und Synchronschwimmen. Hier erfolgte vom letzten auf dieses Jahr der grösste Teilnehmersprung. Besondere Erwähnung verdient hier das Skispringen. Wegen Corona gab es 2020 so wenig Anmeldungen, dass der Kurs abgesagt werden musste. Nun gibt es ein starkes Comeback. Was die ehemalige Spitzenskispringerin Bigna Gruber wohlwollend registriert: «Die Teilnehmerzahl freut mich. Es ist toll, wenn auch eine Randsportart Gehör findet.

Neue Sportarten im Angebot scheitern oft an Opferbereitschaft

Was jedoch auch auffällt: Im Werdenberg und Obertoggenburg gibt es seit längerem keine neuen Angebote. «Wir versuchen, immer Neues zu generieren, und stellen Anfragen an die Vereine. Doch das Ehrenamt im Sport ist etwas schwächer ausgeprägt als noch vor zehn Jahren», erläutert Gruber. Eine Sportart in der Sportwoche anzubieten und als Leiter kompetent zu betreuen, bedeutet nun mal Verzicht. Bigna Gruber spricht aus Erfahrung:

«Viele sind heute nicht mehr bereit, ihre Freizeit oder Ferien für ehrenamtliche Tätigkeiten zu opfern.»

Immerhin: Die Sportwoche-Organisationsleiterin hat für das Jahr 2022 zwei Anfragen pendent, die noch geklärt werden müssen.

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