Sportpreisträger wurden in Buchs geehrt: Das Wasser ist ihre Gemeinsamkeit

Am Freitagabend ehrte die Stadt Buchs zum zweiten Mal erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler sowie einen Sportfunktionär. An einem würdigen Anlass wurden die Preise verliehen.

Hanspeter Thurnherr
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Hanspeter Schlegel (Sport-Ehrenpreis), die Gruppenschnürer des Pontonierfahrvereins und die Flöser Schwimmerin Saskia de Klerk (Sportlerpreis Einzel), die an der Schweizer Kurzbahnmeisterschaft im Wettkampfeinsatz stand, wurden geehrt. Michelle Weder (rechts) nahm für de Klerk die Siegerskulptur entgegen. (Bilder: Hanspeter Thurnherr)

Hanspeter Schlegel (Sport-Ehrenpreis), die Gruppenschnürer des Pontonierfahrvereins und die Flöser Schwimmerin Saskia de Klerk (Sportlerpreis Einzel), die an der Schweizer Kurzbahnmeisterschaft im Wettkampfeinsatz stand, wurden geehrt. Michelle Weder (rechts) nahm für de Klerk die Siegerskulptur entgegen. (Bilder: Hanspeter Thurnherr)

Stadtrat Hansruedi Bucher führte als Mitglied der Jury durch den Abend. Zusammen mit Sandra Crescenti und Stadtrat Heinz Rothenberger hatte er die Preisträger bestimmt, die mit einer Skulptur von Manuel Rietzler und dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Buchs geehrt wurden.

An der Schweizer Meisterschaft statt an der Ehrung

Der Ehrenpreis ging an Hanspeter «Hampi» Schlegel vom Lauftreff Buchs. Den Gruppenpreis erhielten die Gruppenschnürer Thomas Müntener, Bruno und Mario Schwendener von den Pontonieren.

Gewinnerin bei den Einzelsportlern ist die Schwimmerin Saskia de Klerk vom Schwimmclub Flös, die den Preis nicht selber in Empfang nehmen konnte. Just an diesem Wochenende war sie an den Schweizer Kurzbahnmeisterschaften in Neuenburg im Einsatz. In einer Videobotschaft drückte sie ihre Freude und Dankbarkeit «für diese grossartige Ehrung» aus.

Saskia de Klerk bedankte sich per Videobotschaft für den Preis.

Saskia de Klerk bedankte sich per Videobotschaft für den Preis.

«Eines haben die drei Preisträger gemeinsam: das Wasser», sagte in seiner Rede Stadtpräsident Daniel Gut. Die Schwimmerin sei am Liebsten im Wasser, die Pontoniere hätten das Wasser lieber unter sich und der Läufer geniesse im Sommer je nach Situation das Wasser von oben – oder auch nicht.

Die Pontoniere seien schweizweit sehr erfolgreich, setzten sich aber auch oft für die Allgemeinheit ein, etwa als Festzeltbauer oder als Organisator der Chübelregatta.

Der Schwimmclub Flös sei national und international ein Bannerträger für Buchs – auch mit Saskia de Klerk als aktueller Schweizer Meisterin. Der Lauftreff Buchs ermögliche das Mitmachen – von ambitionierten Läuferinnen bis zu Gelegenheitsläufern.

Erster Schweizer Meistertitel für Flöser Schwimmer

Michelle Weder, Fachwartin Schwimmen im SC Flös, zeichnete die Karriere der in Holland aufgewachsenen Saskia de Klerk nach. «Anfänglich hat sie den Schwimmkurs gehasst, aber sie blieb dann doch dem damals neuen Schwimmklub treu», verriet Weder. Im Winter betrieb de Klerk Eisschnelllauf und im Sommer Schwimmen. Als sie sich schliesslich für eine Sportart entscheiden musste, sei es eher überraschend das Schwimmen gewesen.

Erst mit 23 Jahren ist sie 2013 in die Schweiz gezogen und regelmässig im Hallenbad aufgetaucht. Dort trat sie den Masters bei und nahm an ersten Wettkämpfen teil. «Da zeigte sich, dass Saskia die Wettkämpfe vermisst hatte», sagte Weder. Ihre Zeiten seien immer schneller geworden. Letztes Jahr erreichte sie erstmals eine Meisterschafts-Medaille. Diesen Sommer holte sie sogar Gold über 50 Meter Freistil und damit den ersten Schweizer Meistertitel für die Flöser Schwimmer.

«Saskia ist mental und im Kopf sehr stark. Bis vor kurzem war sie berufstätig, deshalb grenzt ihre Schwimmleistung an ein Wunder»

 schloss Michelle Weder.

Pontoniersport steht nicht im Rampenlicht

«Der Pontoniersport ist eine Sportart, die nicht im Rampenlicht steht», sagte Rolf Pfeiffer, der selber Pontonier ist, in seiner Laudatio für die drei Gruppenpreisgewinner. Da die speziellen Wasserverhältnisse am Alpenrhein dazu führen, dass es den Buchser Pontonieren im Rudern bei den Wettkämpfen nicht «nach vorne reicht», habe man sich auf andere Disziplinen konzentriert.

Beispiel eines Werkes im Gruppenschnüren vom Eidgenössischen 1973 im Massstab 1:10.

Beispiel eines Werkes im Gruppenschnüren vom Eidgenössischen 1973 im Massstab 1:10.

Der Verein holte 1955 den ersten Meistertitel – und ist 64 Jahre später immer noch Schweizer Meister, heute mit den Brüdern Bruno und Mario Schwendener sowie Thomas Müntener. Viel Training und Entbehrung seien angesagt, um solche Erfolge zu erzielen.

«Im Gruppenschnüren ist es enorm wichtig, sich im Team gegenseitig zu unterstützen und zu motivieren»

sagte Pfeiffer. Er verstehe den Preis auch als Ehre stellvertretend für jene Vereinsmitglieder, die – teilweise mehrfach – Schweizer Meister an den alle drei Jahren stattfindenden Eidgenössischen Wettkämpfen wurden.

40 Jahre Einsatz und immer neue Ideen 

Hildegard Fässler, Vizepräsidentin des Lauftreffs Buchs, beschrieb den neuen Ehrenpreisträger Hanspeter Schwendener als einen, der Menschen dazu bringt, sich zu bewegen: durch machen, mitmachen, vormachen, motivieren.

Die drei Laudatoren Michelle Weder, Rolf Pfeiffer und Hildegard Fässler.

Die drei Laudatoren Michelle Weder, Rolf Pfeiffer und Hildegard Fässler.

Sein sportliches Leben habe vor rund 40 Jahren im Turnverein Buchs begonnen. Er war Jugileiter, Oberturner und Fahnenträger, organisierte Turnen für jedermann und war mit Gleichgesinnten Gründer des Lauf-Treffs.

«Seit 33 Jahren trifft man sich am Mittwochabend beim OZ Flös um gemeinsamen Laufen, das offen ist für jeden und jede»

sagte Fässler. Hampi Schlegel sei Unterstützer in vielerlei Hinsicht. Immer wieder wage er Neues: Vereinsgründung, Einführungskurse ins Laufen, Spezialtrainings vor der Langlauf-Saison, Leistungstests, Laufschuhtests oder Gründung einer Walking-Abteilung. Selber auf gutem Niveau an Läufen mitmachen gehöre bei ihm dazu.

Weitere Ideen, die der Preisträger umsetzte, waren geselliger Natur: jährliche Vereinsreisen, gemeinsame Essen – anfänglich bei ihm zuhause – oder auch die Herstellung persönlicher Geschenke. Dass ihm die Stadt Buchs für all dies den Sportehrenpreis verleihe, sei grossartig, schloss Hildegard Fässler.

Emil Laternser, mehrfacher musikalischer Preisträger, begeisterte am Klavier.

Emil Laternser, mehrfacher musikalischer Preisträger, begeisterte am Klavier.

Umrahmt wurde die Preisverleihung durch den 15-jährigen Emil Laternser am Klavier. Dabei begeisterte der mehrfache Gewinner internationaler Musikwettbewerbe mit seinem verblüffenden Können und einer breiten musikalischen Palette, die von Josef Reinberger über Queen und Beethoven bis zu Ragtime reichte.