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Spitalregion RWS schreibt rote Zahlen: Herausforderungen für Spitäler steigen

Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland muss 2018 einen Verlust von
670 000 Franken hinnehmen. Vordergründig erfreulich sind steigende Patientenzahlen im ambulanten Bereich - dort sind allerdings die Leistungen tiefer.
Jessica Nigg
Der wirtschaftliche Druck auf die Spitäler nimmt immer weiter zu - das betrifft auch das Spital Grabs. (Bild: Jessica Nigg)

Der wirtschaftliche Druck auf die Spitäler nimmt immer weiter zu - das betrifft auch das Spital Grabs. (Bild: Jessica Nigg)

Die Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (SR RWS) mit den Standorten Altstätten, Grabs und Walenstadt schliesst das Geschäftsjahr 2018 bei einem Jahresumsatz von 203,7 Millionen Franken (Vorjahr 200,8 Mio.) mit einem Verlust von 670 000 Franken ab. Dies wurde am Freitag an der Jahresmedienkonferenz der St. Galler Spitäler mitgeteilt.

Vor einem Jahr verzeichnete die SR RWS noch einen Gewinn von 2,28 Millionen Franken, im Jahr davor sogar einen Rekordgewinn von 5,3 Millionen Franken.

2018 zählte die Spitalregion 8500 ambulante Besuche mehr als im Vorjahr. Die Zahl stieg auf insgesamt 94 964. Im stationären Bereich sind die Frequenzen dagegen kaum angestiegen. Die Anzahl stationärer Patientenaustritte stieg 2018 gegenüber dem Vorjahr dagegen um nur 185 auf insgesamt 16 172.

Der Anteil Liechtensteiner Patienten beträgt etwa 13 Prozent. 2018 verzeichnete das Spital Grabs 2591 Patienten aus dem Fürstentum. Im Jahr zuvor waren es 275 Patienten weniger. Im Vergleich zu 2016 betrug die Zunahme Liechtensteiner Patienten sogar 363.

Verlagerung in ambulanten Bereich bringt Probleme

Der neue Bettentrakt in Grabs wird in 15 Monaten eröffnet. (Bild: Jessica Nigg)

Der neue Bettentrakt in Grabs wird in 15 Monaten eröffnet. (Bild: Jessica Nigg)

Steigende Patientenzahlen im ambulanten Bereich sind zwar vordergründig positiv. Allerdings ist es genau dieser wachsende ambulante Bereich, der eine besondere Herausforderung darstellt, weil der Bundesrat für 2019 die Verlagerung von bisher stationär behandelten Fällen in den ambulanten Bereich verordnet, die ambulante Vergütung aber im Vergleich zur stationären viel tiefer ausfällt. Das Ergebnis der Spitalregion RWS sei ausgefallen wie budgetiert, erklärt deren CEO, Stefan Lichtensteiger.

«Die gestiegenen Patientenzahlen zeigen, dass unsere Spitäler sehr gute Qualität bieten und dies von den Patienten auch honoriert wird.»

Allerdings würden steigende Patientenzahlen, höhere Fallschwere und das Engagement der Mitarbeitenden nicht mehr ausreichen, um ein positives Betriebsergebnis zu erzielen.

Die höheren Patientenzahlen im ambulanten Bereich gehören an sich zu den positiven Aspekten des vergangenen Geschäftsjahres.

«Wir sind insgesamt mit den Patientenzahlen für 2018 sehr zufrieden, da sie erneut angestiegen sind»

Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, so Lichtensteiger, dass sich die wirtschaftliche Situation ganz generell für die Spitäler weiter verschärft, betont er. Es bestehe insgesamt Handlungsbedarf.

Der wirtschaftliche Druck auf die Spitäler nimmt stetig zu. So verschärfe beispielsweise die Verschiebung von stationären Leistungen in den ambulanten Bereich, die durch eine Entscheidung des Bundesrates weiter vorangetrieben wird, die Situation durch die nicht kostendeckenden Tarife weiter. Lichtensteiger erklärt:

«Da er ambulante Tarif deutlich schlechter ist als der stationäre, erwarten wir weitere Umsatzeinbussen»

Die Zukunftsaussichten sind für die Spitäler nicht rosig: «Es wird auch im laufenden Jahr schwierig, ein positives Betriebsergebnis zu erzielen und 2020 eine noch grössere Herausforderung, wenn wir den ersten Teil des Neubaus in Grabs in Betrieb nehmen», weiss Lichtensteiger.

«Da die Spitalregion RWS die Spitalbauten selbst finanzieren muss, fallen ab Beginn der Betriebsaufnahme im Neubau wegen der dann nötigen Abschreibungen auch höhere Anlagennutzungskosten an.»

Bettentrakt wird im Mai 2020 eröffnet Die Arbeiten am Neubau in Grabs laufen derzeit ohnen nennenswerte Probleme. Die Eröffnung des Bettentrakts ist für Mai 2020 geplant.

Patienten und Mitarbeiter folgen besten Leistungen

Nicht nur die eigenen Neubaupläne beschäftigen die Spitalregion, sondern auch diejenigen auf der anderen Seite des Rheins: «Wir verfolgen die Diskussionen in Liechtenstein mit Interesse. Als Unternehmen mischen wir uns aber nicht in die politische Diskussion um ein Spital in Liechtenstein ein», stellt der CEO der Spitalregion klar.

«Wenn es eine Entscheidung in Liechtenstein bezüglich eines Spitalbaus gibt, werden wir uns auf die Rahmenbedingungen einstellen und das Beste daraus machen.»

Nüchtern ergänzt er:

«Patienten und Mitarbeiter gehen dorthin, wo sie die besten Leistungen und Bedingungen vorfinden.»

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