Neue Spielform an VP Bank Ladies Open in Gams macht Golfsport fürs breite Publikum attraktiver

Die 6. Austragung der VP Bank Ladies Open erhält mit dem Modus «Mätzler-Mix» eine gewichtige Neuerung. Golf wird so auch für Nicht-Spieler spannender zum Zuschauen, der Kampf um den Sieg überblickbarer.

Robert Kucera
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Barbara Albisetti, Direktorin Swiss Golf, steht voll hinter dem neuen Turniermodus der VP Bank Ladies Open, der von OK-Präsident Guido Mätzler ins Leben gerufen wurde und den Namen «Mätzler-Mix» trägt. (Bild: Robert Kucera)

Barbara Albisetti, Direktorin Swiss Golf, steht voll hinter dem neuen Turniermodus der VP Bank Ladies Open, der von OK-Präsident Guido Mätzler ins Leben gerufen wurde und den Namen «Mätzler-Mix» trägt. (Bild: Robert Kucera)

Vom 3. bis 5. Mai gibt es auf dem Golfplatz Gams-Werdenberg Sport auf höchstem Niveau zu sehen. Die Organisatoren der VP Bank Ladies Open dürfen sich erneut über ein attraktives Teilnehmerfeld freuen. Golferinnen aus 29 Nationen versuchen, sich den Turniersieg zu krallen.

Der grossen Beliebtheit der Ladies Open tat es auch keinen Abbruch, dass es einen neuen und für die Spielerinnen ungewohnten Modus gibt. Dieser nennt sich «Mätzler-Mix». Am Freitag und Samstag wird nach dem üblichen Format Strokeplay gespielt, am Sonntag wechselt man ins Matchplay.

Spannendes Duell Frau gegen Frau im Final

Mit dieser Massnahme möchte der Initiator und OK-Präsident der Ladies Open, Guido Mätzler, das Turnier spannender machen. Statt dass eine normale Runde gespielt wird, treten die besten 48 Golferinnen zu Duellen Frau gegen Frau über neun Löcher an. «So ist es überblickbarer», sagt Mätzler. «Man weiss, wer wo spielt.» Und statt dass man am Finaltag nie wusste, in welchem Flight (Dreiergruppe, welche die ganzen 18 Löcher zusammen spielt) die Siegerin sein würde, ist es nun klar, da ein Final zwischen den zwei besten Spielerinnen ausgetragen wird.

«Man sah es bei den Zuschauern: Sie hatten den grössten Plausch, als es am Finaltag in ein Stechen ging», hat der OK-Präsident registriert. Der direkte Schlagabtausch bietet auch sportlich sehr viel. «Wenn die Gegnerin schlecht gespielt hat, kann man selber das Risiko minimieren und das Loch trotzdem gewinnen», erklärt Mätzler. «Liegt der Ball der Gegnerin dagegen sehr gut, muss man mehr Risiko gehen. Es wird deshalb auch für Zuschauer attraktiver, weil risikoreicher gespielt wird.»

Ob sich diese Spielform international durchsetzt, ist offen. Doch die Ladies European Tour (LET) und das Ranking-Komitee haben den Modus-Antrag innert einem halben Jahr gutgeheissen. Aus dieser für Golf-Verhältnisse kurzen Zeit ist hohe Akzeptanz und grosses Wohlwollen abzulesen. Zudem berichtet Mätzler: «Ein Organisator aus Belgien hat uns bereits angefragt, wie unser Turnier funktioniert.»

Es wird eine neue Siegerin geben

Die ehemaligen Gewinnerinnen der VP Bank Ladies Open sind allesamt andersweitig engagiert. Somit ist der Weg frei für eine neue Triumphatorin. In der Pole-Position ist die Österreicherin Sarah Schober. Sie siegte in Terre Blanche (Frankreich) bei der Saisoneröffnung in der LET (Ladies European Tour) Access Series. Anfang April setzte sich Schober im Stechen gegen die Engländerin Hayley Davis durch. Da sämtliche bisherige Gewinnerinnen der VP Bank Ladies Open den Turnier fern bleiben, rutscht damit die erste Saisonsiegerin in die Favoritenrolle für das Turnier vom 3. bis 5. Mai, das auf dem Golfplatz Gams-Werdenberg zur Austragung kommt.

Die Österreicherin Sarah Schober ist die meistgenannte Ladies-Open-Favoritin und will auch auf dem Golfplatz Gams-Werdenberg die Siegesfaust ballen. (Bild: Tristan Jones)

Die Österreicherin Sarah Schober ist die meistgenannte Ladies-Open-Favoritin und will auch auf dem Golfplatz Gams-Werdenberg die Siegesfaust ballen. (Bild: Tristan Jones)

Für die Profispielerin aus Leibnitz (Steiermark) könnte es in Gams sogar ein Déjà-vu geben. Denn auch Davis ist gemeldet. Als Favoritin auf den Turniersieg wird auch die Schwedin Emma Nilsson gehandelt. Sie hat in der vergangenen Saison die Order of Merit, also die Gesamtwertung, der LET Access Series für sich entschieden.

Favoritinnen haben es schwer in Gams

Doch die Rolle der Favoritin ist an den Ladies Open eine heikle Angelegenheit. Wer auch immer im Vorfeld die scheinbar besten
Karten in der Hand hielt, reiste am Ende ohne Pokal nach Hause. «Es sind nicht 100 Spielerinnen, die hier gewinnen können», sagt OK-Präsident Guido Mätzler. Er geht von 10 bis 15 Golferinnen aus, die das Zeug haben, sich in Gams durchzusetzen. Darunter sind starke Spielerinnen, die auf diesem Golfplatz bereits Spuren hinterlassen haben. So etwa die letztjährige Zweite, Elia Folch aus Spanien. Ende Saison war sie Dritte der Order of Merit. Punktgleich mit ihr klassierte sich die Belgierin Chloe Leurquin letztes Jahr in Gams auf Platz zwei. Sie sinnt auf Wiedergutmachung. Denn nach Runde zwei lag sie noch in Führung.

«Doch es ist nicht auszuschliessen, dass sich jemand anders nach vorne spielt», hält der OK-Präsident fest. Als Beispiel nennt er die letztjährige Siegerin, Noemi Jimenez aus Spanien. «Man wusste zwar, dass sie im Kommen war und stark spielen kann. Doch richtig einschätzen konnte man sie nicht.» So geht es mit vielen Teilnehmerinnen der VP Bank Ladies Open. Einige von ihnen hatten ein zähes erstes oder zweites Jahr bei den Profis.

Gut möglich aber, dass ihnen just im Werdenberg der Knopf aufgeht und sie nach einem Sieg so richtig durchstarten. Wie Noemi Jimenez, die es sehr bedauert, nicht als Titelverteidigerin in Gams antreten zu können. Sie spielt zur selben Zeit eine Stufe höher in Dubai. Mit Olivia Cowan aus Deutschland und Amy Bouldon aus Wales nehmen dort zwei weitere Gams-Siegerinnen teil.

Zusätzlicher Anreiz für die Spielerinnen bei Loch drei

Diese Ausgeglichenheit und die zahlreichen Siegesanwärterinnen machen den Reiz der VP Bank Ladies Open aus und das Turnier in Gams so unberechenbar und spannend. Dieses Jahr wird es mit dem neuen Modus sogar noch spezieller, da nicht abzusehen ist, welchen Spielerinnen das Duell gegen eine Gegnerin liegt – oder eben nicht. Das Echo der gemeldeten Spielerinnen ist, wie Guido Mätzler erzählt, sehr positiv. Es herrscht grosse Vorfreude auf das zweite Saisonturnier der LET Access Series.

Auf die Spielerinnen kommt dieses Jahr eine zweite Änderung zu. Denn auf Loch drei gibt es für ein Hole-in-one eine Prämie in Form von 50 Gramm Gold. «Man sucht immer nach Neuerungen, das Turnier attraktiver zu machen. Wenn man einen Hauptsponsor hat, der bereit ist, so was zu machen, sind wir Organisatoren natürlich froh», hält Mätzler fest.

In einem Schlag den Ball an diesem Loch zu versenken, ist, wie er betont, kein Ding der Unmöglichkeit. Ihm selbst ist das schon mal gelungen. Doch in der Geschichte der Ladies Open gelang noch keiner Teilnehmerin ein Hole-in-one. Wäre es neben Glück also Zufall, wenn es dieses Jahr gelingt? Guido Mätzler verneint: «Es ist eher Zufall, dass es noch keiner Frau während der Ladies Open geglückt ist.»