Landesverteidigung in unser Region: Sperrstellen gehörten zur Verteidigungsdoktrin

Gut besuchter Informationsanlass für Passivmitglieder des Vereins Artillerie-Fort-Magletsch.

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Eine Sperrstelle mit Stahlspinne wird besichtigt. Erklärungen zu Sperrstellen gab es an diesem Tisch.

Eine Sperrstelle mit Stahlspinne wird besichtigt. Erklärungen zu Sperrstellen gab es an diesem Tisch.

Bilder: Hansueli Senn

(pd) Kürzlich lud der Artillerie-Fort-Verein-Magletsch (Afom) seine Passivmitglieder zu einem speziellen Informationsanlass ein. Thematische Schwerpunkte waren Sperrstellen sowie das Infanteriewerk Brögstein.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurden die Gäste, darunter auch Regierungsrat Beat Tinner, von Präsident Jürg Senn zum Nachmittagsprogramm begrüsst. An vier Posten vermittelten Vereinsmitglieder interessante Informationen.

Über viele Jahre hinweg bildeten Sperrstellen und damit auch permanente Sprengobjekte einen wichtigen Bestandteil der Schweizer Verteidigungsdoktrin. Sperrstellen hatten den Zweck, gegnerische Bewegungen am Boden zu verzögern. Durch die Sprengung von geeigneten Objekten wären Zerstörungen entstanden, zu deren Behebung auch ein gut ausgerüsteter Gegner je nach Lage des Sprengobjektes Tage, Wochen oder Monate benötigt hätte.

Bei Brücken, Tunnels, Galerien und Flugpisten

In der Nähe der Festung Magletsch konnten eine Sperrstelle mit Sprengobjekt sowie eine Stahlspinne, ein effizientes Hindernis für Panzer, angeschaut werden.

Sprengobjekte wurden ursprünglich bei Brücken, Tunnels, Galerien, Stützmauern, Strassen und Flugpisten baulich vorbereitet und noch nicht permanent mit Sprengstoff geladen.

Eine Sperrstelle mit Stahlspinne wird besichtigt. Erklärungen zu Sperrstellen gab es an diesem Tisch.

Eine Sperrstelle mit Stahlspinne wird besichtigt. Erklärungen zu Sperrstellen gab es an diesem Tisch.

In den 1980er-Jahren waren dagegen rund 2000 Objekte zur sehr raschen und gezielten Zerstörung vorbereitet. Der Sprengstoff war hier direkt eingebaut. Innert weniger Stunden konnten Strassen, Bahnlinien oder Brücken so beschädigt werden, dass ein anrückender Gegner viel Zeit, Material und Personal für ein Durchkommen benötigt hätte. Inzwischen wurde bei allen permanent geladenen Sprengobjekten der Sprengstoff wieder ausgebaut.

Das Werk Brögstein war ein wichtiges Gegenwerk zur Festung Magletsch. Mit vier fest eingebauten Maschinengewehren konnten der Haupteingang und die Panzertürme geschützt werden. In diesem Infanteriewerk wurden die Motoren und Generatoren zur autonomen Stromerzeugung vorgeführt.

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher zeigten sich von den erhaltenen Informationen sehr beeindruckt. Dem Afom ist es ein Anliegen, wichtige militärhistorische Bauten und Anlagen zu erhalten und der Bevölkerung zu zeigen.

So werden auch in Zukunft regelmässig Führungen in Magletsch und im Raum Schollberg stattfinden. Sie werden jeweils in den lokalen Medien publiziert. Unter www.afom.ch sind weitere Informationen ersichtlich.

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