Spanische Touristen werden von heftigem Gewitter überrascht: Canyoning-Unglück in Vättis fordert drei Todesopfer – ein Mann wird noch vermisst

Am frühen Mittwochabend ist es in Vättis in der Parlitobelschlucht zu einem Canyoning-Unfall gekommen. Nach einem heftigen Gewitter, welches über diesem Gebiet niedergegangen war, wurden vier Männer als vermisst gemeldet. Drei Männer konnten in der Nacht tot aufgefunden werden. Ein vierter Mann wird noch vermisst.

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(kapo/stm/tn) Bei den drei toten Männern und dem Vermissten handelt es sich um spanische Touristen, wie die Kantonspolizei St.Gallen in einer Mitteilung schreibt. Sie waren gemeinsam auf einer Canyoning-Tour in der Parlitobelschlucht und dürften vom Unwetter überrascht worden sein.

Medienschaffende besichtigen den Unfallort.
20 Bilder
Medienschaffende besichtigen den Unfallort.
Ein Polizist erklärt die Situation vor Ort.
Medienschaffende besichtigen den Unfallort.
Aus dem Bach wird innert Minuten ein reissender Fluss.
Medienschaffende besichtigen den Unfallort.
Medienschaffende besichtigen den Unfallort.
Hanspeter Krüsi erklärt den Medienschaffenden die Situation vor Ort.
Am Donnerstagnachmittag informierten Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei, und Armin Grob, Fachspezialist Canyoning bei der Alpinen Rettung Ostschweiz, über das Canyoning-Unglück.
Der Unfallort auf der Karte gekennzeichnet.
Am frühen Mittwochabend ist es in Vättis in der Parlitobelschlucht zu einem Canyoning-Unfall gekommen.
Der Gigerwaldstausee.
Eisatzkräfte im Hubschrauber suchten den Ort ab.
Staumauer beim Gigerwaldstausee.
Ein Mann blieb nach dem Unglück vermisst.
Die Strasse musste gesperrt werden.

Medienschaffende besichtigen den Unfallort.

Bild: Raphael Rohner

Es stand ein Grossaufgebot von Rettungskräften im Einsatz. Die Wetterbedingungen hatten jedoch in der Nacht für eine Unterbrechung der Suche gesorgt. In den frühen Morgenstunden wurden der Einsatz wieder aufgenommen.

Die Kantonspolizei St.Gallen wird am frühen Donnerstagnachmittag an einer Medienorientierung in Vättis genauere Informationen zum Unglück bekannt geben.

Zufahrt gesperrt

Aufgrund des laufenden Einsatzes ist die Zufahrt zur Unfallstelle nicht möglich. Die Strasse Richtung St.Martin ist ab der Staumauer des Gigerwaldsees gesperrt.

Der Einsatz ist immer noch in Gang.

Der Einsatz ist immer noch in Gang.

Bild: BRK News

Nicht das erste Canyoning-Unglück in der Schweiz

27. Juli 1999

Vor rund 20 Jahren ereignete sich das schwerste Canyoning-Unglück der Schweizer Geschichte: Im Saxetbach im Berner Oberland wurde 1999 eine Gruppe junger Touristen mit ihren Guides von einer Flutwelle überrascht. 21 Menschen kamen ums Leben.

7. August 2001

Ein Vater und seine Tochter aus Luzern wurden beim Canyoning im Wildbach Nara bei Osogna TI von den Wassermassen mitgerissen und ertranken, als ein Kraftwerk sein Staubecken entleerte.

30. April 2003

2003 starb ein 54-jähriger Niederländer im Onsernone-Tal im Tessin bei einem Canyoning-Unfall. Er war beim Abseilen abgestürzt.

11. Juni 2004

Damals verunfallte im Valle Malvaglia TI ein 33-jähriger deutscher Tourist beim Canyoning tödlich. Er war beim Abseilen von einer Brücke von den Wassermassen fortgerissen worden.

24. August 2006

Am 24. August 2006 kam ein 48-jähriger Mann aus dem Kanton Neuenburg bei einem Canyoning-Unfall im Tessiner Maggiatal ums Leben.

8. Juni 2008

Wieder im Kanton Bern: 2008 verunfallte ein 36-jähriger neuseeländischer Canyoning-Guide im Stampbach bei Sigriswil tödlich. Er war zusammen mit einem Kollegen in die Schlucht gestiegen und verschwand plötzlich.

7. Oktober 2012

Letztmals ereignete sich im Oktober 2012 ein grösserer Unfall beim Canyoning. Im Fallenbach zwischen Amden und Walensee wurden zwei Gruppen von steigendem Wasser überrascht. Ein 24-jähriger Guide aus Belgien und eine 23-jährige Touristin aus Deutschland konnten nur noch tot geborgen werden.