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Solarenergie vom Dach: Weite liegt im Kanton St. Gallen dank einer riesigen Anlage an der Spitze

Eine Studie zeigt, wie das Potenzial für Solarstrom auf den Dächern genutzt wird. Zu wenig, schweizweit wird durchschnittlich nur drei Prozent genutzt. Im Wartau gibt es aber einen Wert von 15,96 Prozent.
Heini Schwendener
Die riesige Fotovoltaikanlage auf den Dächern der Müller Azmoos AG in Weite wird in den nächsten Wochen noch einmal um 585 Kilowattpeak ausgebaut. (Bild: PD)

Die riesige Fotovoltaikanlage auf den Dächern der Müller Azmoos AG in Weite wird in den nächsten Wochen noch einmal um 585 Kilowattpeak ausgebaut. (Bild: PD)

Der WWF Schweiz hat eine Auswertung der Swiss Energy Planning (SEP) veröffentlicht. Diese zeigt, wie viel vom Potenzial, das auf Schweizer Dächern vorhanden ist, auch effektiv für Solarstrom genutzt wird. Die Resultate sind ernüchternd: Schweizweit werden durchschnittlich nur rund drei Prozent des Solarenergie-Potenzials genutzt. So werde das nichts mit der Energiewende, meint der WWF.

Im Kanton St. Gallen sind die Zahlen nicht besser. Allerdings gibt es positive Nachrichten für das W&O-Gebiet. Gemäss der Auswertung der SEP liegt Wartau auf Rang 1 im Kanton, dort werden 15,96 Prozent des Potenzials auf Dächern für Solarstrom genutzt, heisst es in der Medienmitteilung des WWF. Gefolgt wird Wartau von Jonschwil, Marbach, Wil und Gommiswald. Auch diese vier Gemeinden nutzen das Solarenergie-Potenzial im zweistelligen Prozentbereich, allerdings weit weniger stark als Wartau.

Eigentlich gehört nicht Wartau, sondern nur Weite der 1. Rang

Die Wartauer Zahlen relativieren sich allerdings ein wenig, wenn man sich die Auswertung genauer ansieht. Denn sie unterscheidet nicht nach Gemeinden, sondern nach Postleitzahlen. Im W&O-Gebiet gibt es somit für die Gemeinden Wartau, Sennwald und Wildhaus-Alt St. Johann mehrere Werte, da sie auch mehrere Postleitzahlen haben. 15,96 Prozent des Potenzials für Solarstrom wird in der Gemeinde Wartau nur in Weite genutzt, die Werte für Azmoos (4,1%), Oberschan (3,25%) und Trübbach (2,97%) sind markant tiefer.

Die Werte für das W&O-Gebiet

Welche Gemeinde bzw. welches Dorf nutzt wie viel des Potenzials für Solarstrom auf Dächern?
Weite 15,96%; Sevelen 6,58%; Buchs 5,12%; Grabs 4,83%; Salez 4,40%; Sax4,14%; Azmoos 4,10%; Unterwasser 3,58%; Gams 3,57%; Oberschan 3,25%; Trübbach 2,97%; Frümsen 2,84%; Sennwald 2,70%; Wildhaus 2,19%; Haag 1,36%; Alt St. Johann 0,76%
Hinweis
www.swissenergyplanning.ch/blog

Fotovoltaik-Anlage auf einem Wohnhausdach in Oberschan: In der Schweiz wird erst rund drei Prozent des Potenzials für Solarstrom genutzt. (Bild: Heini Schwendener)

Fotovoltaik-Anlage auf einem Wohnhausdach in Oberschan: In der Schweiz wird erst rund drei Prozent des Potenzials für Solarstrom genutzt. (Bild: Heini Schwendener)

Weite erreicht den kantonalen Spitzenwert dank der riesigen Fotovoltaikanlagen bei der Müller Azmoos AG. Sie produzieren auf einer Fläche von 7600 Quadratmetern jährlich 1,2 Millionen KWh Solarstrom, was für die Versorgung von 280 Haushalten reicht.

Wie kam die Auswertung zustande?

Die SEP verglich in ihrer Auswertung das Potenzial auf gut geeigneten Schweizer Dächern aufgrund der Open Government Data des nationalen Solarkatasters des Bundesamtes für Energie (www.sonnendach.ch) mit den Daten zur effektiven Ausnutzung – also der installierten Leistungen aller Anlagen, die bei der Verwaltungsstelle Pronova AG für die KEV (kostendeckende Einspeisevergütung) und die EIV (Einmalvergütung) gemeldet sind.

Die Gemeinde Wartau freue sich über diesen Spitzenplatz, sagt Gemeindepräsident Beat Tinner auf Anfrage. Dieser sei ohne Steuergelder erreicht worden,

«die Dorf- und Elektrokorporationen haben durch ein ausgeklügeltes Förderprogramm und durch die Abnahme der erzeugten Solarenergie mit einem fairen ökologischen Mehrwert mitgeholfen, Anreize zu schaffen.»

Dass in Weite das Potenzial der Solarenergie so gut genutzt wird wie nirgends sonst in einer Gemeinde oder einem Dorf im Kanton St. Gallen, ist den grossen Anlagen auf den Dächern der Gemüseanbauorganisation Müller Azmoos AG zu verdanken. Dort sind in den vergangenen Jahren 4689 Solarmodule mit einer Fläche von 7600 Quadratmetern entstanden. Die jährliche Stromproduktion beläuft sich auf 1,2 Millionen KWh.

Zielkonflikt in schützenswerten Dorfkernen

Für den Wartauer Gemeindepräsidenten Beat Tinner ist indes klar, dass trotz der guten Zahlen für seine Gemeinde noch grosses Potenzial brach liegt. Dabei spricht er auch an, dass es wünschenswert wäre, wenn auch in schützenswerten Dorfkernen Fotovoltaikanlagen ohne grosse Hindernisse installiert werden könnten.

«Hier sehen wir mit vier Dorfbildern von nationaler Bedeutung in einem Zielkonflikt – erneuerbare Energieerzeugung versus Dorfbild.»

Der WWF Schweiz, der die Auswertung der Nutzung des Potenzials für Solarstrom auf Dächern publik gemacht hat, sieht hingegen viel allgemeineren Handlungsbedarf. Nur rund drei Prozent des Solaranergiepotenzials werde im Durchschnitt in der Schweiz genutzt. «Das ist längst nicht genug, um die Klimakrise abzuwenden», kommentiert Myriam Planzer, Projektleiterin Energiewende beim WWF, «die Schweiz hat auf ihren Dächern ein noch fast unangetastetes Potenzial, um den Ausstieg aus Erdöl und Erdgas zu ermöglichen.» Die nun publik gemachten Studie solle aufzuzeigen, dass eine Lösung für die Klimakrise auch auf unseren Dächern schlummere. Der WWF ruft die Gemeinden dazu auf, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Die Grabsolar AG in Grabs hat in den vergangenen Jahren sieben Fotovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden errichtet, im vergangenen Jahr wurde damit 250000 KWh Strom erzeugt. Nun ist aber das Potenzial auf öffentlichen Gebäuden weitgehend ausgeschöpft.

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