So schön kann Musik klingen

Das Neujahrskonzert vom Sonntagabend in der Kirche Gretschins war wiederum von bester Güte. Die Musikgesellschaft und die Familienmusik Althaus boten ein abwechslungsreiches Musikerlebnis.

Heidy Beyeler
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Charmant und überzeugend: Die Familienmusik Althaus am Neujahrskonzert in der Kirche Gretschins. (Bild: Heidy Beyeler)

Charmant und überzeugend: Die Familienmusik Althaus am Neujahrskonzert in der Kirche Gretschins. (Bild: Heidy Beyeler)

Gut gelaunt begrüsste Paul Schlegel, Präsident der Musikgesellschaft Oberschan, die Gäste. Trotz unwirtlichem Wetter fanden viele Konzertgänger den Weg in Kirche Gretschins. Den musikalischen Auftakt machte die Musikgesellschaft Oberschan mit «Benediction», einem zeitgenössischen Stück von John Stevens, ursprünglich für Posaunenchor geschrieben. Der Dirigent der MG Oberschan, Josef Althaus, wählte eine Orchesterversion mit pointierten Soloeinlagen, die mit ihrem lyrischen Charakter das Publikum auf den Konzertabend einstimmte.

Enorme Vielfalt an Titel und Instrumenten

Und dann folgte gleich das Hauptstück des Abends mit der Feuerwehrmusik von Georg Friedrich Händel – eine geschichtsträchtige Suite aus dem Jahr 1748 –, ein Auftragswerk von Georg II zur Feier des Aachener Friedens mit der Beendigung des Österreichischen Erbfolgekrieges. König Georg II wollte zur Feier ein fulminantes Konzert mit Bläser und Pauken; Händel wollte zusätzlich auch Streicher. Schliesslich beugte sich Händel dem Willen des Königs nach langem Briefverkehr.

Nun, die MG Oberschan, unter der Leitung von Josef Althaus, beugte sich nicht. Das Stück wurde mit Bläser und Pauke und mit zwei Streicherinnen aus der Familienmusik Althaus gespielt. Ein toller Einstieg ins Neujahrskonzert, mit insgesamt 17 Musiktiteln. Anschliessend kam die Familienmusik Althaus mit sechs Musikanten aus dem Oberallgäu zum Zug. Traditionelle Volksmusik aus dem Appenzell und dem Tirol – mit einem unerwarteten Jutzer aus dem Publikum – wirkte auf die Gäste erheiternd, ebenso wie die Blumenpolka – Akkordeon und Okarina. Das klang echt pfiffig. Die Okarina ist eine sogenannte Gefässflöte (klein aber bis zu zwölf Löcher). Es war wohl für die meisten Zuhörenden eine Premiere Musik aus der Okarina zu erleben. Dann war die MG Oberschan wieder an der Reihe – mit variantenreichen Beiträgen und unterschiedlichen Genres. Eine Widmung für die Leute aus dem Werdenberg gelang Josef Althaus mit seiner Eigenkomposition «am Buchserberg» – eine Inspiration, die er auf dem Weg zur Arbeit in Buchs in sich aufnahm und musikalisch umgesetzt hat. Die Konzertbesucher waren angetan von diesem lüpfig freudigen Beitrag, der zum Tanz animiert. Mit dem «Bundesrat Brugger Marsch» läutete die MG Oberschan den Abschluss des Konzertes ein. Bevor «Dream a little dream of me», ein Song der mehrfach von prominenten Sängern gesungen bzw. gespielt wurde (Doris Day, The Papas, Louis Amstrong, Ella Fitzgerald und weitere). In Gretschins sang Katharina Althaus diesen Traum mit glasklarer, professionell ausgebildeter Stimme. Musikalisch wurde sie von der MG Oberschan begleitet. Das war beeindruckend.

Während des ganzen Konzertes war die Freude an der Musik bei den Musikanten beider Formationen fühlbar. Paul Schlegel lobte Dirigent Josef Althaus, obwohl er es den Musikern nicht immer leicht mache, weil er sie zu hoher Perfektion herausfordert. Vielleicht ist es gerade diese Herausforderung, welche Freude zu gemeinsamem Musizieren spürbar macht.

Für das angebrochene neue Jahr wünschte sich Paul Schlegel deshalb, dass Musizierende Lust bekommen unter der Ägide von Josef Althaus bei der MG Oberschan mitzuspielen.