Snowboarderin Julie Zogg freut sich auf das Heimrennen in Scuol

Snowboard-Weltmeisterin Julie Zogg hofft beim Weltcup in Scuol auf einen Podestplatz.

Reto Voneschen
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Weltmeisterlicher Glanz: Julie Zogg ist auch diese Saison gut unterwegs.

Weltmeisterlicher Glanz: Julie Zogg ist auch diese Saison gut unterwegs.

Bild: Reto Voneschen

Vor knapp einem Jahr landete Julie Zogg mit dem Weltmeistertitel im Parallelslalom ihren bisher grössten Triumph. Über eine Titelverteidigung muss sich die in der Gemeinde Wartau aufgewachsene Melserin noch keine grossen Gedanken machen – erst in einem Jahr stehen die nächsten Titelkämpfe in Zhangjiakou (China) an. In dieser Saison steht der Weltcup im Mittelpunkt. Im Frühling gewann Zogg zum zweiten Mal die kleine Kristallkugel in der Disziplin Parallelslalom, in dieser Saison liegt sie nach einem Rennen bereits wieder in Führung.

Ihr Blick ist aber auf den Gesamtweltcup gerichtet – dort liegt sie auf Rang fünf, nur knapp hinter der drittplatzierten Teamkollegin Ladina Jenny. «Eingeschenkt» hat vor allem Zoggs dritter Weltcupsieg zum Saisonstart in Bannoje (Russland). «Ich war sehr froh, dass mir im ersten Rennen gleich die Bestätigung für den WM-Titel gelang», freute sich Zogg.

Im Parallel-Riesenslalom fehlt Zogg das Vertrauen

Dafür bedauerte sie die Absage der Rennen in Lackenhof (Deutschland) des vergangenen Wochenendes. «Vielleicht fehlen mir dann genau diese Punkte», so die SSW-Fahrerin, «aber andererseits war es auch nicht meine Lieblingsstrecke». Viel mehr liegt ihr dafür der Ftaner Hang, wo am Samstag der Schweizer Heim-Weltcup ausgetragen wird. Kleiner Haken für Zogg: In Scuol wird ein Parallel-Riesenlalom ausgetragen. Dort gelangen ihr bisher eher selten Spitzenresultate, «obwohl mir der Riesenslalom eigentlich liegt», so Zogg. Sie überlege aber etwas zu viel in dieser Disziplin, «das Vertrauen ist nicht da.» Vor einem Jahr war sie im Engadin Dritte nach der Qualifikation, im Rennen reichte es aber nur zu Rang 10.

Trotzdem ist die Vorfreude auf den Heim-Weltcup gross. Rund 1500 Zuschauer waren letztes Jahr im Zielgelände, für den Samstag haben sich viele aus dem Umfeld Zoggs für eine Visite angemeldet. Um 10 Uhr startet die Qualifikation, ab 14 Uhr das Rennen. «Mein Traumziel wäre eine Podestrangierung», so Zogg.

Die grösste Umstellung in dieser Saison fand für Julie Zogg neben der Piste statt. Nach zehn Jahren endete die Zusammenarbeit mit Erfolgstrainer Christian Rufer nach dessen Rücktritt. Seinen Nachfolger David van Wijnkoop kannte sie schon aus früheren gemeinsamen Kaderzeiten. «Als Cheftrainer macht er seine Arbeit nun sehr gut», befindet die 27-Jährige.

Roadtrip ist gut für den Rennrhythmus

Nach dem Weltcup in Scuol geht es für die Alpin-Snowboarder Schlag auf Schlag weiter. Bereits Mitte nächster Woche stehen die Rennen in Bad Gastein (Österreich) an, von dort geht es weiter nach Rogla (Slowenien) und nach Piancavallo (Italien). Nicht nur weil drei Slalomrennen anstehen, freut sich Zogg auf den Roadtrip. «So bleibt man im Rhythmus», sagt sie. Einzig ihr Zuhause in Mels sieht Zogg dann nicht. Um die Blumen in der Wohnung muss sie sich aber keine Gedanken machen. «Mein letzter verbliebener Kaktus verträgt viel», sagt sie schmunzelnd. Merke: Blumen muss man Zogg beim nächsten WM-Titel nicht schenken.