Ski Alpin
Auftakt zur Europacupsaison: Lokales Trio blickt zuversichtlich auf die Saison 2021/22

Lorina Zelger (22 Jahre, Gams), Josua Mettler (23 Jahre, Unterwasser) und Marco Fischbacher (24 Jahre, Unterwasser) fühlen sich bestens auf die Herausforderungen des Winters vorbereitet und sich überzeugt, dass sie ihre Zielsetzungen erfüllen können.

Robert Kucera
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Endlich wieder Skirennen und gleich die Nummer eins: Lorina Zelger (Mitte) gewinnt den ersten FIS-Slalom von Diavolezza.

Endlich wieder Skirennen und gleich die Nummer eins: Lorina Zelger (Mitte) gewinnt den ersten FIS-Slalom von Diavolezza.

PD

Die Werdenbergerin Lorina Zelger sowie die beiden Obertoggenburger Josua Mettler und Marco Fischbacher werden in diesen Tag ihre erste Europacup-Einsätze in diesem Ski-Winter haben. Auf zweithöchster Stufe des Ski-Zirkuses haben Zelger und Fischbacher noch einiges gutzumachen. Denn die letzte Saison verlief für das Duo nicht befriedigend. Fischbacher musste gar die Zurückstufung ins C-Kader in Kauf nehmen. Dagegen hofft Mettler, dass es im selben Stil weiter geht. Schliesslich hat er vor zehn Monaten im Super-G von Zinal seinen ersten Sieg im Europacup feiern dürfen.

Dennoch ist die Vorfreude bei allen gross, mit viel Zuversicht blickt das lokale Ski-Trio auf den Saisonstart – wobei: dieser hat schon stattgefunden. Die ersten FIS-Rennen in der Schweiz wurden bereits absolviert. Besonders Zelger und Mettler präsentierten sich in guter Verfassung.

Lorina Zelger aus Gams hat vor rund einer Woche in Diavolezza gleich mal den Tarif durchgegeben: Platz eins im ersten FIS-Slalom. Im zweiten Wettkampf schied sie im zweiten Durchgang aus. Ein Erfolg, welcher der 22-Jährigen viel Mumm gibt. Denn in der zweiten Saison nach ihrer langen Verletzungspause will sie nun befreiter Ski fahren und in den technischen Disziplinen im Europacup regelmässig in die ersten zehn fahren.

Ein erstes Zeichen gesetzt: Josua Mettler fährt im FIS-Riesenslalom von ZInal auf Rang eins.

Ein erstes Zeichen gesetzt: Josua Mettler fährt im FIS-Riesenslalom von ZInal auf Rang eins.

PD

Der in Unterwasser aufgewachsene Josua Mettler hat vier Tage nach Zelgers Triumph ebenfalls ein Zeichen gesetzt: Rang eins im FIS-Riesenslalom von Zinal. Der 23-Jährige, der sich in den Speed-Disziplinen Abfahrt und Super-G eigentlich wohlsten fühlt, stellte wieder mal eindrücklich seine Vielseitigkeit auf den langen Latten unter Beweis. An den Wintersportort Zinal hat er gute Erinnerungen: Hier errang er seinen bislang einzigen Europacup-Sieg. Dass es in Zinal weiterhin so gut läuft, ist wichtig für den Saisonstart im Europacup: Denn dieser erfolgt mit einem Super-G in Zinal.

Marco Fischbacher, ebenfalls aus Unterwasser, hat beim selben FIS-Rennen angedeutet, dass im Winter 2021/22 mit ihm zu rechnen ist. Denn der 24-Jährige ist überzeugt, dass er bei den nächsten Renneinsätzen noch schneller sein wird, als bei jenem siebten Platz im FIS-Riesenslalom.

Josua Mettler, 23 Jahre, B-Kader Swiss-Ski

Stabilere Lage auf dem Ski: Josua Mettler.

Stabilere Lage auf dem Ski: Josua Mettler.

Archiv Robert Kucera

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die bevorstehende Ski-Saison?

Josua Mettler: Im November kommt immer das Kribbeln und die Vorfreude auf. Aber auch der Druck, den man sich selber macht. Schliesslich will ich an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen.

Wie gut fühlen Sie sich vorbereitet auf den Winter?

Ich habe einen guten Sommer gehabt. Aufgrund der Konstanz von guten Läufen im Training sowie die solidere und stabilere Lage auf den Ski fühle ich mich bereit.

Wo wurden im Training die Schwerpunkte gesetzt?

In erster Linie bei Stabilität und Position. Wir haben geschaut, dass der Schwerpunkt von mir weiter vorne liegt. So fahre ich stabiler und bin schneller.

Im ersten Rennen der neuen Saison resultierte gleich ein Sieg. Wie wichtig ist für Sie dieses Erfolgserlebnis?

Der Sieg bedeutet mir viel. So geht die Nervosität vor dem ersten Europacup-Rennen etwas zurück und auch der Druck nimmt ab. Ausserdem zeigt der Sieg einem, dass man auf dem richtigen Weg ist und dass man im Sommer gut gearbeitet hat.

Was erwarten Sie von sich selbst im Winter 2021/22?

Mein Ziel ist es, die aktuelle Konstanz und die gute Form in die Rennen rüber zu nehmen. Dann wird sich auch der Erfolg einstellen. Für mich ist es wichtig, dass ich in jedem Rennen mein bestes Niveau zeigen kann. Denn dann kommt’s gut.

Letzten Winter siegten Sie in einem Super-G in Zinal. Nun findet just zum Europacupstart ein Super-G in Zinal statt. Ein Vorteil für Sie?

Es ist ein Vorteil für mich, weil ich auf dieser Piste viel trainiert habe und gute Leistungen gezeigt habe. Dies will ich nun ins Rennen übertragen. Wenn ich das schaffe, habe ich gute Chancen, nach vorne zu fahren.

In der Saison 2020/21 durften Sie Ihren ersten Europacupsieg feiern. Warum wird für Sie in diesem Winter das Siegen zur Gewohnheit?

Es wäre schön, wenn es zur Gewohnheit wird. Ich muss mich im technischen Bereich stabilisieren – dann reicht das für weit nach vorne.

Lorina Zelger, 22 Jahre, B-Kader Swiss-Ski

Wesentlich lockerer drauf: Lorina Zelger.

Wesentlich lockerer drauf: Lorina Zelger.

Archiv Robert Kucera

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die bevorstehende Ski-Saison?

Lorina Zelger: Mit viel Vorfreude, aber auch mit Spannung und Neugier, wie es laufen wird. Ich freue mich extrem auf die neue Saison. Ich habe mehr Selbstvertrauen und bin positiver eingestellt als vor einem Jahr, als ich von einer langen Verletzungspause zurückgekehrt bin.

Wie gut fühlen Sie sich vorbereitet auf den Winter?

Sehr gut. Nach dem Trainerwechsel konnte ich im Sommer gut trainieren. Ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich Ski fahre und fühle mich befreiter, fahre auch lockerer.

Wo wurden im Training die Schwerpunkte gesetzt?

Wir verbesserten die Technik. Die richtige Wahl der Linie und die Kurven präziser anfahren. Hier bin ich einen Schritt vorwärts gekommen.

Welche weiteren Fortschritte haben Sie ausgemacht?

Ich bin körperlich kräftiger und ausgeglichener. Im mentalen Bereich habe ich mehr Selbstvertrauen und die nötige Gelassenheit, um in den Rennen voll angreifen zu können.

Im ersten FIS-Slalom der Saison in Diavolezza, fuhren Sie auf Rang eins. Wie wichtig ist dieses Erfolgserlebnis im Hinblick auf die Saison?

Für mich ist es extrem wichtig gewesen. Nun weiss ich: Das gute Sommertraining ist ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Ich bin mega froh, dass ich mithalten konnte, denn die Konkurrenz am FIS-Rennen war stark. Der Sieg ist ein Booster, ich kann etwas lockerer an den Start des ersten Europacup-Rennen gehen.

Was erwarten Sie von sich selbst im Winter 2021/22?

Ich will Ende Saison im Europacup in den Top 15 im Slalom und Riesenslaloms sein. Ein weiteres Ziel ist, den B-Kader-Status zu verteidigen, sowie erste Weltcup-Rennen bestreiten und zu punkten.

In der Saison 2020/21 resultierte im Europacup kein einziger Top-Ten-Platz. Warum werden Sie diesen Winter regelmässig unter die ersten zehn fahren?

Weil ich Fortschritte erzielt habe und nun völlig locker und befreit Ski fahren kann. Ausserdem bin ich hungrig, solche Resultate zu erzielen.

Marco Fischbacher, 24 Jahre, C-Kader Swiss-Ski

Zurück zu den Basics: Marco Fischbacher.

Zurück zu den Basics: Marco Fischbacher.

Archiv Robert Kucera

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die bevorstehende Ski-Saison?

Marco Fischbacher: Da die letzte Saison in die Hose gegangen ist, haben wir im Training Schritt für Schritt einen sauberen Aufbau für die neue Saison gemacht. Angefangen mit lockerem Fahren bis hin zu den Basics des Skifahrens. Deshalb ist die Vorfreude auf die neue Saison gross.

Auf diese Saison hin erfolgte die Zurückstufung von B- ins C-Kader von Swiss-Ski. Welchen Einfluss hat das auf die kommende Ski-Saison?

Eigentlich veränderte sich nur wenig. Ich bin in derselben Trainingsgruppe und der Fokus liegt wie letztes Jahr auf den Riesenslalom. Jedoch habe ich keinen Anspruch mehr auf einen Servicemann, ich präpariere den Ski wieder selber. Für mich sind die Tage folglich länger, die Regeneration leidet etwas darunter.

Wie gut fühlen Sie sich vorbereitet auf den Winter?

Ich fühle mich körperlich und mental gut vorbereitet. Die ersten FIS-Rennen waren nicht super, aber ich erreichte zweimal das Ziel. Ich weiss, dass ich es besser kann und zweifle nicht daran, dass ich noch zulegen werde. Auch hier gilt: Schritt für Schritt vorwärts kommen.

Wo wurden im Training die Schwerpunkte gesetzt?

Dass die Grundtechnik stimmt. Zum anderen wurde daran gearbeitet, besser in den 1. Lauf reinzukommen. Den habe ich letzte Saison oft verschlafen. Bereits bei der Besichtigung muss ich mich darauf einstellen, im 1. Lauf voll zu fahren.

Was erwarten Sie von sich selbst im Winter 2021/22?

Letztes Jahr habe ich hohe Ziel gehabt, die ich dann nicht erreicht habe. In dieser Saison habe ich mir keine konkreten Ziele gesetzt. Ich will in jedem Rennen mein Bestes geben und ich will versuchen, Ende Saison wieder den B-Kader-Status zu erhalten.

Im Europacup sind Sie noch punktelos. Warum werden Sie das erfolgreich ändern?

Weil ich in den letzten Jahren so viel gelernt habe, wie man es nicht macht und ich es jetzt weiss, wie es klappen kann. Mit Lockerheit, verbunden mit Professionalität, erhoffe ich mir dieses Jahr Europacup-Punkte zu holen.

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