«Sicherheit hat oberste Priorität» – das RAV Sargans berät und betreut weiterhin per Telefon und E-Mail

Das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Sargans hat derzeit sehr viel Arbeit, die Zahl der Stellensuchenden wächst stetig. Persönliche Kundenkontakte gibt es wegen der Coronakrise aber noch nicht.

Heini Schwendener
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Das RAV Sargans hält derzeit den Kontakt zu den Kunden per Telefon oder E-Mail aufrecht.

Das RAV Sargans hält derzeit den Kontakt zu den Kunden per Telefon oder E-Mail aufrecht.

Bild: Heini Schwendener

Region Der Bundesrat hat inzwischen einige Lockdown-Massnahmen aufgehoben, doch die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) bleiben für den physischen Zugang für Stellensuchende weiterhin geschlossen. Man halte sich dabei an die Vorgaben des Seco (Staatssekretariat für Wirtschaft), sagt Karin Jung, Leiterin des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St.Gallen, «denn oberste Priorität hat die Sicherheit der Arbeitnehmenden sowie der Kundinnen und Kunden.»

Werdenberg: Deutlich mehr Arbeitslose als Anfang Jahr

Im Kanton St. Gallen hat sich die Zahl der Arbeitslosen seit Anfang Jahr um 33,6 Prozent erhöht. Im gleichen Zeitraum ist im Wahlkreis Werdenberg die Zahl der Arbeitslosen um 35,6 Prozent angestiegen, im Wahlkreis Toggenburg um 18,2 Prozent.

Das RAV Sargans ist für die Regionen Werdenberg und Sarganserland zuständig. Das Team um Amtsleiter Urs Greuter ist seit dem Ausbruch der Coronakrise in unserem Land nur noch per Telefon oder per E-Mail erreichbar. Die Dienste des RAV Sargans sind aber gerade in dieser wirtschaftlich sehr schwierigen Zeit besonders gefragt.

In diesem Jahr ist die Zahl der Stellensuchenden im Kanton St. Gallen bereits um 22 Prozent angestiegen. Im Vorjahresvergleich des Monats April beträgt der Anstieg sogar 30,9 Prozent. Noch höher ist der Anstieg der Stellensuchendenzahlen im Gebiet des RAV Sargans: Im Sarganserland resultierte innerhalb eines Jahres ein Plus von 50 Prozent (von 514 auf 771), im Werdenberg von 37,8 Prozent (von 661 auf 911).

Warum der Anstieg in diesen beiden Wahlkreisen weit über dem kantonalen Durchschnitt liegt, kann derzeit noch nicht erklärt werden. Karin Jung, Leiterin des kantonalen Amtes für Wirtschaft und Arbeit, schreibt dazu:

«Für eine abschliessende Erklärung ist die Datenlage noch etwas dünn. Der Umstand, dass der Lockdown das Gastgewerbe und tourismusnahe Betriebe besonders hart getroffen hat, dürfte eine Rolle spielen.»

«Der nonverbale Teil der Kommunikation fehlt»

Das Dispositiv des Kundenkontakts per Telefon und E-Mail werde so lange aufrechterhalten, wie es im Rahmen der Pandemiebekämpfung nötig sei, erklärt Karin Jung auf Anfrage. «Das klappt unter den gegebenen Umständen recht gut, auch wenn es das reale Gespräch nicht ganz zu ersetzen vermag. Der nonverbale Teil der Kommunikation fehlt.»

Das RAV Sargans hatte, wie alle anderen RAV im Kanton, keinen pfannenfertigen Plan für diese besondere Situation in der Schublade. Somit erging es den RAV nicht anders als den KMU und den Grossbetrieben – alle mussten sich schnell entsprechend neu organisieren. Der Kanton hat sofort eine zentrale Infoline für die Bevölkerung und Firmen eingerichtet. Dabei wurde der Themenbereich Wirtschaft und Arbeit am meisten nachgefragt. Tausende von Anfragen wurden beantwortet.

Die Leiterin des Amtes für Wirtschaft und Arbeit sagt:

«Die Infoline hat in Bezug auf die Informationsarbeit viel Druck von den RAV genommen», sagt 

Dank der Möglichkeit der Kurzarbeit ist es im Kanton noch nicht im grossen Stil zu Entlassungen gekommen. Mehr Anmeldungen gab es bei den RAV aber in jenen Branchen, die direkt von den behördlich verfügten Betriebsschliessungen betroffen sind, so Karin Jung.

Zurzeit könnten die RAV die zusätzlichen Anträge im Rahmen der bestehenden Strukturen bzw. mit dem normalen Personalbestand bewältigen, dies auch, weil coronabedingt andere Aufgaben weg- oder nicht mehr im gleichen Umfang anfallen. Dazu gehört etwa der Vollzug der Stellenmeldepflicht. Karin Jung gibt zu bedenken:

«Für die Zukunft werden wir voraussichtlich zusätzliche Personalberaterinnen und Personalberater benötigen.»